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Montag, 12. Oktober 2009

Bildung auf einen Blick

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Die jährliche Studie über die Bildungsanstrengungen der OECD-Staaten zeigt Licht und Schatten in der deutschen Bildungslandschaft. Die Zahl der Unqualifizierten ist verhältnismäßig niedrig und der Anteil Studierender steigt. Aber es fließt immer noch zu wenig Geld in die Bildung.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) vergleicht in ihrem Bericht "Bildung auf einen Blick" die Bildungsanstrengungen ihrer Mitgliedsstaaten. Dabei basiert der diesjährige Bericht überwiegend auf Daten aus den Jahren 2006 und 2007.

Bundesbildungsministerin Annette Schavan erklärte: "Die Studie zeigt die Dynamik, die in den letzten Jahren entstanden ist. Sie zeigt wie mit den Reformen, die Deutschland auf den Weg gebracht hat, Grundlagen für die nächsten Jahre gelegt worden sind."

Ausbildung gegen Jugendarbeitslosigkeit

Deutschland zeichnet sich durch das gut ausgebaute System der beruflichen Bildung aus, den die OECD zählt ebenso wie das Abitur zum Sekundärbereich II. 84 Prozent der Bevölkerung besitzt mindestens einen derartigen Bildungsabschluss. Im OECD-Durchschnitt sind es nur 70 Prozent. Die gute berufliche Bildung dürfte für die vergleichsweise geringe Jugendarbeitslosigkeit hierzulande verantwortlich sein.

Im Tertiärbereich, also bei Hochschulabschlüssen oder Meisterbriefen, liegt Deutschland mit 24 Prozent nur im OECD-Durchschnittsbereich. Entscheidend ist allerdings, dass nur 16 Prozent der Menschen über keinen beruflichen oder einen höheren Schulabschluss verfügen. Das ist nur halb so viel wie im Durchschnitt der OECD oder EU-Staaten.

Dennoch streben Bundes- und Landesregierungen nach ihrem Bildungsgipfel im vergangenen Oktober eine Halbierung dieser Quote an. Die Studie weist deutlich nach, dass schlecht Qualifizierte erheblich weniger verdienen und sehr viel stärker von Arbeitslosigkeit betroffen sind.

Bildung kostet Geld. Doch sind Ausgaben für Bildung Investitionen in die Zukunft eines Landes. Sie sind in hohem Maße geeignet, das Wirtschaftswachstum zu stärken. Und nicht nur das: Investitionen in Bildung steigern die Produktivität und fördern die persönliche und gesellschaftliche Entwicklung. Bildung hilft zudem, soziale Ungleichheiten abzubauen.

Bildungsausgaben erhöhen

Der Anteil der gesamten Bildungsausgaben am deutschen Bruttoinlandsprodukt belief sich 2006 auf 4,8 Prozent. Das ist sogar um 0,3 Prozentpunkte weniger als 1995. Im gleichen Zeitraum stieg der OECD-Mittelwert von 5,4 auf 5,5 Prozent. Allerdings ist dabei auch die demografische Entwicklung zu berücksichtigen. Länder mit sinkenden Schüler- und Studentenzahlen wie Deutschland haben tendenziell geringere Bildungsausgaben als andere.

Allerdings sind die Zahlen aus anderen Industrieländern wegen deutscher Besonderheiten teils nicht mit denen der Bundesrepublik vergleichbar. Schavan kritisierte, dass das deutsche Bafög nicht als Bildungsausgabe mitgerechnet würde, wohl aber die hohen Studiengebühren in den USA. Auch spiegele sich die sehr erfolgreiche berufliche Bildung zum Gesellen und Meister nicht ausreichend in den OECD-Zahlen wider.

Trotzdem streben die Regierungschefs von Bund und Ländern an, bis zum Jahre 2015 sieben Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Bildung und drei Prozent in Forschung zu investieren.

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