Mittwoch, 1. Juli 2009
Jahr des Ausbilders: Handwerk will Niveau der Ausbildung weiter verbessern
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Im Handwerk ist das Ausbildungsjahr 2009/2010 das "Jahr des Ausbilders". Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes waren 2006 rund 720.000 Personen als Ausbilderinnen und Ausbilder registriert.
Neben der Schaffung neuer Lehrstellen im Rahmen des Ausbildungspakts geht es dem Handwerk vor allem um die Qualität in der Ausbildung. Es begrüßt die Wiedereinführung der Ausbildereignungsverordnung zum 1. August 2009.
Ausbildungsqualität verbessern
Darin sieht das Handwerk einen verbindlichen Qualitätsanspruch an Ausbilderinnen und Ausbilder. Neben fachlichem Wissen werden auch berufspädagogische Qualifikationen über die Qualität der Ausbildung entscheiden. "Den Erfolg der dualen Ausbildung haben wir der Kompetenz und dem Engagement unserer Ausbilder und Ausbilderinnen in den Betrieben und Bildungszentren zu verdanken", erklärte Handwerkspräsident Otto Kentzler dazu.
Zum Auftakt des „Jahres des Ausbilders“ sagte Andreas Storm, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF): "Die betrieblichen Ausbilder stellen wichtige Weichen für den späteren beruflichen Lebensweg und sichern den Fachkräftenachwuchs für die Betriebe und die Wirtschaft. Hier wird die Basis für berufliche Handlungskompetenz, Weiterlernen und beruflichen Aufstieg gelegt". Die Ausbilder vermittelten nicht nur die fachlichen Fähigkeiten, um den Auszubildenden zu einem guten Berufsausbildungsabschluss zu verhelfen. Sie gingen auch auf die oft sehr unterschiedlichen persönlichen Voraussetzungen der Auszubildenden ein.
Neue Weiterbildungsmöglichkeit für Ausbilderinnen und Ausbilder
Storm wies auf die zum September in Kraft tretenden Fortbildungsordnungen zu den Abschlüssen "Geprüfter Aus- und Weiterbildungspädagoge" und zum "Geprüften Berufspädagogen" hin. Dadurch sollen Ausbilderinnen und Ausbilder die Möglichkeit erhalten, ihre Ausbilderqualifikation weiterzuentwickeln und zu professionalisieren.
Interessenten für diese Aufstiegsfortbildung und Anbieter erhalten jetzt eine einheitliche Regelung auf Bundesebene. Der Umfang der Maßnahme muss 800 Stunden betragen! Auf einer niedrigeren Ebene wird es speziell für Ausbilder die neue Fortbildung "Geprüfter Aus- und Weiterbildungspädagoge / Geprüfte Aus- und Weiterbildungspädagogin" mit 600 Stunden geben.
Fortbildungsangebote gibt es bereits, die auf die Prüfung vorbereiten. Informationen liefert dazu das bundesweite Netzwerk "Berufspädagogen.net". Bewerberinnen und Bewerber müssen neben einer Berufsausbildung oder einem Hochschulstudium Berufspraxis und eine erfolgreich abgelegte Ausbildereignungsprüfung vorweisen können.
Die neue Fortbildung ist praxisbezogen, individuell und modular aufgebaut und bietet viele Optionen, die unterschiedlich am Arbeitsmarkt eingesetzt werden können. Möglich ist eine Tätigkeit beispielsweise in der Koordination und Organisation von Aus- und Weiterbildungen in Unternehmen und Ausbildungsverbünden. Die qualifizierten Berufspädagogen können die Team- und Bereichsleitung übernehmen oder als Prozessbegleiter und Bildungscoach tätig werden.
