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Mittwoch, 1. Juli 2009

In der Krise die Fachkräfte der Zukunft sichern

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Sobald die Konjunktur anzieht, werden dringend Fachkräfte gebraucht. Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat daher gemeinsam mit der deutschen Wirtschaft dazu aufgerufen, jetzt für Nachwuchskräfte zu sorgen. Auch in diesem Jahr soll allen Jugendlichen ein Ausbildungsplatz angeboten werden. Er sprach von einem wichtigen, "außerordentlich ehrgeizigen Ziel".

Die Partner des Nationalen Pakts für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs bekräftigten dieses Ziel. Bundesarbeitsminister Scholz sprach sich dafür aus, jetzt sogenannte Altbewerber zu qualifizieren. Wegen der geburtenschwachen Jahrgänge ist die Zahl der Schulabgänger rückläufig.

Das ist eine Chance für diejenigen, die schon lange nach einem Ausbildungsplatz suchen. Hier liegt nach wie vor das größte Problem des Ausbildungsmarktes: die Vermittlung von Schulabgängern, die in den vergangenen Jahren ohne Ausbildung blieben.

Kammern schmieden Aktionsplan

Die Unternehmen wollen ihre Ausbildungsleistungen trotz Wirtschaftskrise verstärken. Nur so kann dem absehbaren und in einigen Branchen und Regionen bereits spürbaren Fachkräftemangel begegnet werden.

Die Migrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer, rief insbesondere Jugendliche aus Migrationsfamilien dazu auf, die Chance für eine berufliche Qualifikation jetzt zu nutzen.

Fünf-Punkte Aktionsplan der Industrie-, Handels- und Handwerkskammern

Die Industrie-, Handels- und Handwerkskammern haben sich auf einen Fünf-Punkte-Aktionsplan zur Verbesserung der Ausbildungssituation geeinigt. Sie wollen in den "Wochen der Ausbildungschance" die Jugendlichen gezielt beraten. Dabei sollen noch offene Ausbildungsplätze systematisch angeboten werden. Die Nachbesetzung nicht angetretener Ausbildungsplätze wird intensiviert.

Die Vermittlung von Auszubildenden aus insolventen Betrieben an andere Ausbildungsbetriebe ist ebenfalls ein wichtiges Anliegen der Paktpartner. Auch von Kurzarbeit betroffene Betriebe erhalten Unterstützung. Für bis zu 45.000 benachteiligte Jugendliche stellt die Bundesagentur für Arbeit außerbetriebliche Ausbildungsplätze bereit.

Chancen so gut wie im Vorjahr

Damit steht fest: Die Chancen der Jugendliche auf einen Ausbildungsplatz sind so gut wie in den vergangenen Jahren. Nachdem es immer weniger Schulabgänger gibt, nimmt die Zahl der Bewerber nun schon im dritten Jahr hintereinander ab.

Die Bewerber-Stellen-Relation ist derzeit sogar besser als in den Jahren zuvor. Die Zahl der Bewerber liegt im Juni 2009 um 77.000 unter der Zahl des Vorjahres. Die Zahl der angebotenen betrieblichen Ausbildungsstellen liegt dagegen nur um 33.100 unter dem Wert von 2008. "Es droht keine Lehrstellenkrise", stellte der Bundeswirtschaftsminister fest.

Aber: Zu viele Jugendliche verlassen die Schule ohne Schulabschluss oder sind nach Abschluss der allgemein bildenden Schule nicht in der Lage, eine Berufsausbildung zu beginnen oder abzuschließen. Daher haben sich die Paktpartner, die Bundesagentur für Arbeit und die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung mit der Kultusministerkonferenz auf ein gemeinsames Handeln verständigt. Damit der Übergang der Jugendlichen von der Schule in die berufliche Qualifikation zukünftig leichter wird.

Aufgrund der im Jahr 2004 besonders angespannten Lage auf dem Ausbildungsmarkt haben die Spitzenverbände der Wirtschaft und die Bundesregierung damals den "Nationalen Pakt für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs in Deutschland" geschlossen. Das Ziel: allen ausbildungswilligen und ausbildungsfähigen jungen Menschen ein Angebot auf Ausbildung zu unterbreiten. Der Pakt wurde im März 2007 um drei Jahre verlängert. Die Wirtschaft hat sich verpflichtet, jährlich 60.000 neue Ausbildungsplätze zu schaffen. Zusätzlich stellen die Unternehmen 40.000 Einstiegsqualifikationen bereit.

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