Montag, 2. März 2009
Tarifliche Ausbildungsvergütungen 2008: Anstieg im Osten etwas stärker als im Westen
Der Durchschnitt der tariflichen Ausbildungsvergütung lag 2008 bei 642 Euro brutto pro Monat und damit um 2,2 Prozent über dem Vorjahreswert von 628 Euro. Die Auszubildenden in Westdeutschland verdienten durchschnittlich 657 Euro im Monat (2,0 Prozent mehr als 2007). In Ostdeutschland stiegen die tariflichen Ausbildungsvergütungen 2008 um 2,9 Prozent auf durchschnittlich 567 Euro. Damit bleibt der Abstand zum westlichen Tarif in etwa gleich: Wie im Vorjahr erreichte die Vergütung im Osten 86 Prozent des westlichen Niveaus.

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) wertete die Vergütungen für 185 Berufe in West- und 152 Berufe in Ostdeutschland aus. In diesen Berufen werden 89 Prozent der Auszubildenden ausgebildet. Dabei berücksichtige das BIBB auch die in ungefähr 5 Prozent der Tarifverträge vereinbarten erhöhten Beträge für Auszubildende ab 18 Jahren.
Auch 2008 herrschen erhebliche Unterschiede bei der Höhe der monatlichen Vergütung zwischen den Ausbildungsberufen. Mit jeweils 925 Euro führen die Binnenschiffer/Binnenschifferinnen weiterhin die Liste der höchsten Ausbildungsvergütungen an. Auch im Bauhauptgewerbe sind seit längerem hohe Vergütungen tariflich vereinbart: Sie betrugen in Westdeutschland durchschnittlich 873 Euro und in Ostdeutschland 679 Euro. Die Vergütung für auszubildende Kaufleute für Versicherungen und Finanzen waren mit 815 Euro ebenfalls hoch.

Eher niedrige Ausbildungsvergütungen wurden dagegen zum Beispiel in den Berufen Maler und Lackierer/Malerin und Lackiererin (West: 409 Euro, Ost: 376 Euro), Florist/Floristin (West: 424 Euro, Ost: 312 Euro), Friseur/Friseurin (West: 438 Euro, Ost: 269 Euro) und Bäcker/Bäckerin (West: 478 Euro, Ost: 390 Euro) gezahlt.
Insgesamt ergibt sich in den untersuchten Berufen folgendes Bild:
- In Westdeutschland bewegten sich die Vergütungen für 55 Prozent der Auszubildenden zwischen 500 und 749 Euro. 10 Prozent erhielten weniger als 500 Euro, wobei Vergütungen unter 400 Euro selten waren; 35 Prozent verdienten 750 Euro und mehr.
- In Ostdeutschland kamen 38 Prozent der Auszubildenden auf Bruttoentgelte von 500 bis 749 Euro. Für 45 Prozent lagen die Vergütungen unter 500 Euro, für 15 Prozent unter 400 Euro. 17 Prozent erreichen 750 Euro und mehr.
Männliche Auszubildende verdienen weiterhin mehr als weibliche Azubis: Im Durchschnitt schlugen in Westdeutschland am Ende des Monats für die männlichen Auszubildenden 672 Euro zu Buche, für die weiblichen 635 Euro. In Ostdeutschland betrug der Durchschnitt für männliche Auszubildende 577 Euro und für weibliche 548 Euro. Die Erklärung hierfür lag wie auch im letzten Jahr in der unterschiedlichen Geschlechterverteilung in den verschiedenen Branchen: Junge Frauen sind häufiger in Berufen mit einer niedrigeren Ausbildungsvergütung anzutreffen als junge Männer.

Auch zwischen den Ausbildungsbereichen bestanden 2008 in West- und Ostdeutschland deutliche Unterschiede im Vergütungsniveau. Überdurchschnittlich hohe Ausbildungsvergütungen wurden in Industrie und Handel (West: 730 Euro, Ost: 632 Euro) und im Öffentlichen Dienst (West: 724 Euro, Ost: 719 Euro) erreicht. Unter dem jeweiligen Gesamtdurchschnitt lagen dagegen die Vergütungen im Handwerk, bei den Freien Berufen und in der Landwirtschaft. Zu berücksichtigen ist hier allerdings, dass insbesondere in den Bereichen Industrie und Handel sowie Handwerk die Vergütungen in den einzelnen Berufen sehr stark differieren.
Bei allen Beträgen handelt es sich jeweils um die durchschnittlichen Vergütungen während der gesamten Ausbildungszeit. Schlüsselt man die Zahlen nach Ausbildungsjahren auf, ergibt sich folgendes Bild:
- In Westdeutschland betrugen die Vergütungen im 1. Lehrjahr durchschnittlich 584 Euro, im zweiten 652 Euro und im dritten 728 Euro pro Monat.
- In Ostdeutschland beliefen sich die Ausbildungsvergütungen im 1. Lehrjahr auf durchschnittlich 503 Euro, im zweiten auf 570 Euro und im dritten auf 630 Euro pro Monat.

