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Montag, 2. März 2009

Brückenbauer – Integration und Ausbildung

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„Junge Migranten dürfen nicht die Verlierer der Wirtschaftskrise sein“, erklärte die Bundesbeauftragte für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Maria Böhmer. Sie forderte von den Unternehmen in Deutschland, die Potenziale von Zuwandern zu nutzen. Dafür wollen sich die Partner des Ausbildungspakts zusammen mit der Kultusministerkonferenz und der Bundesbeauftragten einsetzen.

„Der Meister der Zukunft ist ein Türke,“ zitierte Staatsministerin Böhmer den Präsi­denten des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, Otto Kenzler. Bei den Menschen mit Migrationshintergrund ist der Anteil derer, die keinen Abschluss oder eine nicht anerkannte Ausbildung besitzen, immer noch relativ hoch: Sie sind aufgrund ihrer geringen Qualifikation oder nicht anerkannter Abschlüsse besonders vom Strukturwandel und der Krise betroffen. Über eine Million Migrantinnen und Migranten sind arbeitslos – ein Anteil von 18,1 Prozent an allen in Deutschland lebenden Arbeitsfähigen ausländischer Herkunft.

Frühzeitige, regionale Förderung

Viele Jugendliche mit Migrationshintergrund sind nicht ausbildungsreif, weil sie sehr viel häufiger die Schulen ohne Abschluss verlassen. Vor allem das will die neue Ini­tiative auf mehreren Ebenen ändern: Schon im Kindergarten sollen die deutschen Sprachkenntnisse gefördert werden. Kinder und Eltern sollen während der gesamten Schullaufbahn individuell betreut werden. Unternehmenspatenschaften für Schulen und Ausbildungspaten für Auszubildende sollen bei möglichen Konflikten während der Ausbildung helfen und für eine frühe Berufsorientierung sorgen.

Wichtig sei vor allem die Zusammenarbeit mit Eltern und regionalen Migranten­organisationen. Von Beginn der Schullaufbahn bis zum Abschluss der Ausbildung seien die Eltern für die Jugendlichen Orientierung und Rückhalt. Um ihre Kinder entsprechend unterstützen zu können, müssen sie die verschiedenen Angebote zur Berufsorientierung und Ausbildungsförderung kennen. Arbeitsagenturen und Migrantenverbände wollen zusammen mit den türkischen Sozialattachées Zuwanderer verstärkt über Chancen im Berufsbildungssystem informieren.