Anreiz für energiesparende Gebäudesanierungen: Der Energieausweis
Energieausweise werden zukünftig Aufschluss über die energetische Qualität von Gebäuden geben. Jede Interessentin und jeder Interessent, die/der ein Haus kaufen oder mieten möchte, wird mit dem Energieausweis die künftigen Heiz- und Warmwasserkosten kennen. Eine entsprechende Energieeinsparverordnung beschloss jüngst das Bundeskabinett.
Mit der Verordnung werden Energieausweise für Gebäude bei Vermietung oder Verkauf Pflicht. Los geht es am 1. Juli 2008 mit älteren Wohngebäuden. Für Gebäude, die bis 1965 fertiggestellt wurden, können sich dann Mieter oder Käufer einen Energieausweis vorlegen lassen. Ab dem 1. Januar 2009 gilt dies für alle Wohngebäude. Nach Schätzungen wechseln zwei Millionen Gebäude im Jahr ihren Eigentümer oder Mieter.
Klimaschutz durch Gebäudesanierung
"Der Gebäudeenergieausweis wird zu mehr Transparenz auf dem Immobilienmarkt führen. Er setzt einen deutlichen Anreiz für energiesparende Sanierungen," erklärte der Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Michael Glos: "Dieses wichtige Instrument zur nachhaltigen Sicherung unserer Energieversorgung wird einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Zudem sind für die mittelständische Wirtschaft positive Auswirkungen zu erwarten."
Der Energieausweis ist eine wichtige Ergänzung zum CO2-Gebäudesanierungsprogramm der Bundesregierung. Jährlich stellt der Bund bis zum Jahr 2009 für dieses Programm 1,4 Milliarden Euro zur Verfügung. Die Förderbank der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ermöglicht mit diesem Geld kostengünstige Gebäudesanierungen.
Im Jahr 2006 wurden 265.000 Wohnungen und Eigenheime saniert. Für gedämmte Wände und Dächer, dichte Fenster und neue Heizungsanlagen wurden gemeinsam mit der KfW-Förderbank 1,5 Milliarden Euro ausgegeben. Damit konnten Kredite von 9,4 Milliarden Euro zugesagt und insgesamt Investitionen in Höhe von elf Milliarden Euro ausgelöst werden.
Kostenersparnis
Nicht nur dem Klima helfen Anreize zum Energiesparen, wie sie der Energieausweis und das CO2-Gebäudesanierungsprogramm setzen. Energieeffizienz ist auch ein Gewinn für den Geldbeutel. Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer sowie Mieterinnen und Mieter können beispielsweise bis zum Jahr 2020 rund 40 Milliarden Euro an Heizkosten einsparen. Voraussetzung: Die Möglichkeiten der Gebäudesanierung werden ausgenutzt. Durch gute Isolation lassen sich beispielsweise Heizkosten für eine 83 Quadratmeter große Wohnung um bis zu 500 Euro pro Jahr senken.
Energiepass mit Modernisierungsempfehlungen
Zusammen mit dem Energiepass sieht die Energieeinsparverordnung in einer Vielzahl von Fällen auch Modernisierungsempfehlungen vor. Vor allem Eigentümern von älteren Gebäuden können diese Empfehlungen wirksame energetische Verbesserungsmaßnahmen vorschlagen. Modernisierungsmaßnahmen tragen dazu bei, dass Arbeitsplätze in der Bauwirtschaft und im Handwerk erhalten und geschaffen werden.
Ein breiter Kreis qualifizierter Berufsgruppen darf den Energieausweis zukünftig ausstellen. Dazu gehören Handwerker aus den Bereichen des Bau-, Ausbau- und anlagentechnischen Gewerbes. Damit wird gewährleistet, dass die Gebäudeenergieausweise in der erforderlichen Qualität ausgestellt werden. Gleichzeitig ist der Personenkreis so gefasst, dass die zu erwartenden Nachfragen nach Ausweisen auch erfüllt werden kann. Der Energiepass wird über eine grüne bis rötliche Kennzeichnung zeigen, ob der Energieverbrauch für Heizkosten und Warmwasser hoch oder niedrig ist. Die Kosten für den Energieausweis werden schätzungsweise zwischen 60 und 120 Euro liegen. Verglichen mit den sich daraus ergebenden Einsparpotenzialen ist dies nicht viel. Denn die kostengünstigste Energie ist die, die man spart.
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