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Tourismus sichert Millionen Arbeitsplätze

Rund 200.000 Kilometer Wanderwege stehen in Deutschland zur Verfügung. In 6.700 Schwimmbädern können Besucherinnen und Besucher ein Bad nehmen, fast ebenso viele Museen stehen Kulturinteressierten offen. Das Reiseland Deutschland bietet viel und sichert zugleich Millionen Deutschen den Lebensunterhalt. Rund 2,8 Millionen Arbeitsplätze hängen von der Tourismusindustrie ab. Nach dem Handwerk ist die Reisebranche der größte Arbeitgeber in Deutschland. Und für viele junge Menschen ist die Branche ein Wunsch-Arbeitsplatz. Mehr als 114.000 Ausbildungsplätze stellt die Tourismuswirtschaft.

Reiseland Deutschland klare Nummer eins

Die Zeichen stehen weiter auf Wachstum: Seit 1950 wuchs die Zahl der weltweiten Reisen von 50 Millionen auf 842 Millionen. Bedeutendste Reiseregion der Welt ist Europa. Allein in Deutschland trägt der Tourismus jährlich 57,5 Milliarden Euro zur Bruttowertschöpfung bei. Rund 12 Prozent der Konsumausgaben privater Haushalte sind tourismusbezogen.

Und ein großer Teil dieser Ausgaben bleibt im Land. Urlaub in Deutschland ist für die Bundesbürgerinnen und -bürger noch immer die erste Wahl. In diesem Jahr werden voraussichtlich 23 Prozent der Urlauber ihre Ferien in Deutschland verbringen. Mit großem Abstand folgt auf Platz zwei Spanien. 8,6 Prozent der Urlauber zieht es in diesem Jahr in die südeuropäische Sonne.

Die beliebtesten Reiseregionen in Deutschland sind neben Bayern und der Ostseeküste der Schwarzwald, der Bodensee und die Nordsee. Mit 4,5 Übernachtungen pro Einwohner im Jahr 2006 ist Mecklenburg-Vorpommern das Bundesland mit der höchsten Tourismusintensität.

Tourismusbranche weiter stärken

Die größte jährliche, touristische Veranstaltung in Deutschland ist das Münchener Oktoberfest. Im vergangenen Jahr kamen 6,5 Millionen Besucherinnen und Besucher in die bayerische Landeshauptstadt. Der wirtschaftliche Effekt der "Wies´n" ist gewaltig. Während der 18 Tage dauernden Veranstaltung wurden 449 Millionen Euro umgesetzt. Profitiert haben auch Hotels und Transportanbieter. Mehr als 500 Millionen Euro gaben die Besucher für diese Dienstleistungen aus.

Die Bundesregierung möchte den wichtigen Wirtschaftssektor Tourismus weiter stärken. Im Mai kamen deshalb in Berlin Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politiker  zur EU-Tourismuskonferenz zusammen. Gastgeber der Konferenz waren der Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Michael Glos, und der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Ernst Hinsken. Alle 27 EU-Länder hatten ihre Fachleute in Fragen Tourismus in die deutsche Hauptstadt entsandt.

Deutschland folgte mit dieser Konferenz dem Beispiel Österreichs, das im Rahmen des halbjährlich wechselnden EU-Vorsitzes im vergangenen Jahr nach Wien eingeladen hatte. Im Mittelpunkt der Fachkonferenz standen die Themen Sport-Großevents, Geschäftstourismus, Städtekooperationen und das Reiseverhalten einer alternden Bevölkerung in Europa.

 

Geschäftsreisen nehmen zu

Gerne blickten die Konferenzteilnehmerinnen und -teilnehmer auf die erfolgreiche Fußball-Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr zurück. Die Veranstaltung in Deutschland war nicht nur in sportlicher, sondern auch in wirtschaftlicher Sicht ein enormer Erfolg. Sie bestätigte  die Bedeutung von großen Sportereignissen für den Tourismus und für die gesamte Wirtschaft des Austragungslandes. Insgesamt wuchs die Zahl der touristischen Übernachtungen in Deutschland im Jahr 2006 im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent. Über die Sofort-Effekte hinaus sind solche Ereignisse wichtige Imageträger für Deutschland, die sich langfristig auszahlen.

Unter "Tourismus" wird in der Fachwelt aber mehr als nur Urlaub verstanden. Immer wichtiger wird der Geschäftstourismus. In Deutschland werden cirka 30 Prozent aller Reisen aus geschäftlichen Gründen gemacht. Allein 540 Millionen Tagesgeschäftsreisen führten die Deutschen im vergangenen Jahr durch. Ein großer Teil davon, nämlich 110 Millionen, führte nach Nordrhein-Westfalen.

Ein weiteres zentrales Thema der Konferenz war der demographische Wandel. Die Bevölkerungszahlen in Deutschland werden schrumpfen, wobei sich der Anteil der älteren Menschen deutlich vergrößern wird. Schon heute buchen die 50- bis 75-Jährigen 48 Prozent aller Veranstalterreisen, obwohl sie nur 30 Prozent der Bevölkerung stellen. Die Reisefreudigen  bergen auch zukünftig große Möglichkeiten für die Entwicklung im Tourismusgewerbe.

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