Tourismuswirtschaft

Deutschland will beim Radtourismus an die Spitze

Eine Familie steht an einem Wegweiser an einem Radweg im Spreewald und informiert sich auf einer Landkarte über die Fahrtroute.
Fahrradtourismus - ein beachtlicher Wirtschaftszweig
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Kommt Zeit, kommt Rad. Deutschland baut Chancen für Fahrradtourismus aus.

Der Fahrradtourismus ist bereits ein beachtlicher Wirtschaftsfaktor in Deutschland. Und Bund, Länder und Gemeinden wollen diese Art des Urlaubs noch weiter fördern.

Der Beauftragte der Bundesregierung für Tourismus, Ernst Hinsken, stellte am 8. September 2009 in Berlin das Ergebnis der Grundlagenuntersuchung "Fahrradtourismus in Deutschland" vor. Der Deutsche Tourismusverband (DTV) hat die Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie erarbeitet.

Das Papier liefert zuverlässige Angaben und Erkenntnisse zu Alter, Einkommen und den Reisegewohnheiten der Fahrradtouristen. Die Autorinnen und Autoren liefern breit gefächerte Empfehlungen an Politik und Wirtschaft, Regionen und Städte. Dazu gehören unter anderem Vorschläge zur länderübergreifenden Radwegekoordinierung, für GPS, mobile und digitale Dienste, für ideale Radrouten oder für Qualitätsverbesserungen.

Hinsken: "Ich bin fest davon überzeugt, dass durch dieses wichtige Projekt Investitionen gefördert, Einkommen gestärkt, Beschäftigungseffekte geschaffen sowie Wachstum belebt wird."

Fahrradtourismus wächst zum Wirtschaftszweig

Der Radtourismus erwirtschaftet in Deutschland pro Jahr 9,2 Milliarden Euro Bruttoumsatz. Der Wirtschaftszweig gibt unmittelbar oder mittelbar 186.000 Menschen Arbeit. 21 Millionen Menschen haben nach Branchenschätzungen 2008 im Urlaub das Rad genutzt.

Die reinen Fahrradtouristen schlagen jährlich mit rund 22 Millionen Übernachtungen zu Buche. Wenn man diejenigen Urlauberinnen und Urlauber hinzurechnet, für die Radfahren ein Nebenmotiv ist, dann sind es sogar fast 38 Millionen.

Mehr Fahrradtourismus nutzt vor allem kleinen und mittleren Betrieben. Die Fahrradurlauber konsumieren rund 65 Euro pro Kopf und Tag , davon rund 47 Euro beim Gastgewerbe.

Radfahren ist "in"

Wegen des demografischen Wandels erwarten die Tourismusforscher, dass die Nachfrage nach Radfahrangeboten weiter steigt. Vor allem die Bedeutung der Gruppe der über 55-Jährigen im Tourismus wächst. Und bei denen wird das Fahrrad immer beliebter.

Auch das gestiegene Gesundheitsbewusstsein erhöht die Anzahl der Fahrradurlauberinnen und Fahrradurlauber. Die Tourismusbranche ist daher gut beraten, passgenaue Angebote zu entwickeln.

Hinsken ist davon überzeugt, dass die Marketingbemühungen der Kommunen und Gemeinden ihre Wirkung bei den reisefreudigen Seniorinnen und Senioren nicht verfehlen werden.

Radfernwege verbinden Europa

In ganz Europa wächst die Bedeutung des Radtourismus. "Durch die Anlage von Radfernwegen und regionalen Radroutennetze gelingt es in vielen Regionen, deutsche und ausländische Touristen für diese umweltfreundliche Variante des Urlaubes zu gewinnen", so Hinsken.

Pilotprojekt D3/R1-Route

Das deutsche Radfernwegenetz umfasst 12 Routen mit einer Länge von 12.000 Kilometer. Sie sind über die Grenzen mit europäischen Radwegen verbunden. Beispielhaft ist die sogenannte Route 3. Sie reicht von der niederländischen bis zur polnischen Grenze, ist rund 915 Kilometer lang und führt durch fünf Bundesländer. Die Bundesregierung unterstützt den Ausbau dieser Route zur Modellroute mit 900.000 Euro.

Fernradweg "Route 3" von Polen in die Niederlande wird Vorzeigeprojekt

Bundesregierung hilft Tourismus durch die Wirtschaftskrise

Die Tourismuswirtschaft hatte 2008 insgesamt trotz Wirtschaftskrise ein gutes Jahr. Sie profitiert von den Maßnahmen der Bundesregierung zur Bewältigung der Krise. So wirkt die besondere Unterstützung des Auslandsmarketings der Deutschen Zentrale für Tourismus nachweislich einer Krise des Sektors entgegen.

Deutschland steht im internationalen Maßstab vergleichsweise gut da.

Dies betonten Spitzenvertreterinnen und Spitzenvertreter der Tourismuswirtschaft am 10. September bei einem Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel im Kanzleramt in Berlin.

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