Handwerk und Tourismus

Echt Erzgebirge

Eine Mitarbeiterin in dem Betrieb Kleinkunst aus dem Erzgebirge im Spielzeugdorf Seiffen in der Endmontage von mehrstufigen Pyramiden.
Holzkunst aus dem Erzgebirge weltweit ein Begriff
Foto: picture-alliance/ dpa

Seit vielen Jahrzehnten ist die Holzkunst aus dem Erzgebirge weltweit ein Begriff. Besonders zur Weihnachtszeit sind Nussknacker, Pyramiden und Räuchermännchen allerorts zu finden.

Das Regionalmanagement Erzgebirge wirbt mit der Dachmarke "Echt Erzgebirge":für das traditionelle Handwerk, touristische Angebote und vor allem die neusten industriellen Technologien und Erfolgspotentiale der Region.

Die Beliebtheit der Erzgebirgskunst wirkt sich zunehmend positiv auf den Fremdenverkehr in der Region aus. Denn immer mehr Reiseveranstalter nehmen die Region in ihr Programm auf.

Zusammenarbeit von Handwerk und Tourismus

Vielfach ist eine Wechselwirkung zu beobachten: Produkte oder Fertigkeiten des Handwerks begründen oft die Attraktivität einer Region und machen sie für den Fremdenverkehr interessant. In Gegenden mit einem lebendigen Tourismus steigt wiederum die Nachfrage für handwerkliche Souvenirs.

Das Handwerk ist Deutschlands vielschichtigster Wirtschaftszweig. Der Tourismus ist ein Dienstleistungsbereich mit nach wie vor großem Wachstumspotential. Beide verbindet der regionale Bezug.

Standortgebundene Arbeits- und Ausbildungsplätze

Das überwiegend aus Klein- und Kleinstbetrieben bestehende Handwerk ist größtenteils lokal oder regional fokussiert. Das gilt, mit wenigen Ausnahmen, auch für den Tourismus.

Kleine und mittlere Unternehmen prägen die deutsche Tourismuswirtschaft: Reiseveranstalter und Reisemittler, Hotels und Gaststätten, Pensions-Betriebe, Campingplatzbetreiber, Sport- und Freizeitparks, Kulturbetriebe, Teile des Einzelhandels, Verkehrsunternehmen sind nur einige Beispiele.

Beide, Handwerk und Tourismuswirtschaft, bieten standortgebundene Arbeits- und Ausbildungsplätze.

Das stärkt den Bekanntheitsgrad der Städte und Regionen und den gesamten Wirtschaftstandort Deutschland.

Neue Entwicklungsperspektiven

Aus dieser Gemeinsamkeit ergeben sich Entwicklungsperspektiven für beide Seiten und Chancen für die zukünftige Entwicklung zahlreicher Regionen.

Vernetzung von Handwerk und Tourismus

Regional verwurzelte Handwerksbetriebe vermitteln Besuchern und Einwohnern den besonderen Wert regionaler Qualitätsprodukte. Die Betriebe des Handwerks werden so zu Botschaftern ihrer Region.

Überall in Deutschland findet man Beispiele einer gelungenen Vernetzung von Handwerk und Tourismus. Sie zeigen, wie durch eine Zusammenarbeit die gesamte regionale Wirtschaftsentwicklung in Schwung gebracht werden kann.

Zusammenarbeit vorteilhaft für alle

Gemeinsam ist allen Kooperationen, dass eine Zusammenarbeit Vorteile für alle hat. Die Handwerker gewinnen eine neue Zielgruppe und der Tourismus eine neue Attraktion: Die Besucher profitieren vom abwechslungs- und lehrreichen Urlaubsangebot.

Seit Jahrzehnten etabliert sind Kooperationen im Bereich des Kunst- und Lebensmittelhandwerks. Aber das Handwerk hat sich weiterentwickelt, neue Gewerke sind hinzugekommen, zum Beispiel in der Umwelttechnik. Auch ist eine solche Zusammenarbeit nicht auf den ländlichen Raum beschränkt - Städte und ehemalige Industrieregionen bieten sich ebenfalls dafür an.

Ungenutzte Potenziale

Noch gibt es ungenutzte Potenziale in zahlreichen Regionen und vielen Gewerken. Wichtige Ansätze bieten zum Beispiel

  • die touristische Attraktivität des Baugewerbes,
  • die Präsentation von modernen Umweltdienstleistungen,
  • die Verknüpfung von Boots- und Fahrradtouristik mit Handwerksdiensten und
  • die stärkere Einbeziehung innerstädtischer Handwerker in Tourismuskonzepte.

Beispielhafte regionale Kooperationen

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) stellt zusammen mit dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) beispielhafte regionale Kooperationen zwischen Handwerk und Tourismus vor.

Internetportal "Handwerk und Tourismus"

Das Internetportal "Handwerk und Tourismus" zeigt erfolgreiche regionale Kooperationen beider Wirtschaftsbranchen als Anregung zu eigener Initiative vor Ort: von Themenstraßen über Regionalmarken bis zu etablierten Handwerkermärkten.

Die Ferienstraße "Handwerk erleben" in der Oberlausitz, das Projekt "Genussregion Oberfranken" oder die "Glasstraße" im Bayerischen Wald stehen für die Vielfalt und den Ideenreichtum bestehender Projekte.

Jedes Beispiel kann Schule machen - dabei geht es nicht um das Nachahmen, sondern um die Entwicklung eigener Ideen.

Fördermittel

Zur Finanzierung von Konzeptstudien, Kooperationsplattformen und Marketingmaßnahmen können Fördermittel beantragt werden. Europäische Union, Bund und Länder haben verschiedene Programme auch für Handwerk und Tourismus eingerichtet.

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