Modellregionen Elektromobilität in Deutschland

Die Region Stuttgart ist die Geburtsregion des Automobils. Hier soll nun auch seine Zukunft erprobt werden. Bis Ende 2011 werden in der Region Pilotprojekte für Elektrofahrzeuge und Elektroinfrastruktur realisiert.

Damit wird der Markt für Elektrofahrzeuge vorbereitet. Private, öffentliche und gewerbliche Nutzer testen bis zu 1.000 Elektrofahrzeuge. Die Alltagstauglichkeit von Hybridbussen im ÖPNV sowie Kleintransportern und Elektrorollern steht hierbei im Mittelpunkt.

Den Aufbau und die Integration von Ladestationen im öffentlichen Raum verantworten die Firma Bosch, viele kleine Firmen und die Energie Baden-Württemberg AG (EnBW). Die Daimler AG ist Kooperationspartner für die Fahrzeuge.

Marktvorbereitung durch "Modellregionen Elektromobilität in Deutschland"

Stuttgart ist eine von acht "Modellregionen Elektromobilität in Deutschland". In diesen Modellregionen fördert die Bundesregierung neue Konzepte und ganz konkrete Projekte für moderne Antriebstechnologie. Im Fokus steht: Die Elektromobilität unter realen Bedingungen entwickeln, die Alltagstauglichkeit von Elektrofahrzeugen und Ladeinfrastruktur testen. Bis 2011 wird so der Markt für Elektrofahrzeuge vorbereitet. Nach einer Phase der Markteinführung soll die Marktdurchdringung bis 2020 erfolgen.

Politik, Industrie, Wissenschaft und Kommunen arbeiten dabei Hand in Hand.

Mit 115 Millionen Euro fördert der Bund die Modellregionen. Private Investitionsmittel in gleicher Höhe kommen hinzu.

Nationaler Entwicklungsplan Elektromobilität der Bundesregierung

Das Förderprogramm "Modellregionen Elektromobilität in Deutschland" ist Teil des "Nationalen Entwicklungsplans Elektromobilität". Sein Ziel: Forschung und Entwicklung, Marktvorbereitung und Markteinführung von batterieelektrisch betriebenen Fahrzeugen in Deutschland voranbringen.

Automobil- und Energiekonzerne sind gefordert

Die regionalen Projektleitstellen arbeiten eng mit der Autoindustrie und den Stromversorgern zusammen.

Besonders Automobil und Zulieferindustrie profitieren

Die Hersteller sollen innovative Elektrofahrzeuge für den Individualverkehr und den öffentlichen und gewerblichen Bedarf produzieren.

Die mit dem Konjunkturpaket II möglichen Maßnahmen wirken dabei als Katalysator für die deutsche Automobil und Zulieferindustrie. Diese soll trotz der Wirtschaftskrise ihre eigenen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten verstärken. Ziel: Im Bereich der Elektromobilität die technologische Führerschaft erarbeiten und entsprechende Marktpositionen besetzen.

Die Konzerne haben es in der Vergangenheit verpasst, Vorreiter bei der Elektromobilität zu werden. "Aus heutiger Sicht muss man sagen: Die deutsche Industrie hat beim Thema 'Elektro' nicht konsequent genug weitergearbeitet", so VW-Vorstandsvorsitzender Martin Winterkorn.

Energiekonzerne sind gefordert

Die Rolle der Energiekonzerne beschreibt RWE-Vorstandsvorsitzender Jürgen Grossmann mit: Entwickeln und Betreiben der Ladestadtionen. "Wir liefern den Strom und sorgen für die zentrale Systemsteuerung inklusive Abrechnung und Kundenbetreuung", so Grossmann. Das Ziel sei eine attraktive und zukunftsfähige Alternative zum Verbrennungsmotor.

Die Energiekonzerne haben erkannt, dass mit der Verbreitung von Elektrofahrzeugen neue Nachfrage für Strom entsteht.

Für beide beteiligten Wirtschaftsbereiche sind das Anreize, verstärkt zu investieren.

Das Ziel der Bundesregierung von einer Millionen Elektroautos bis 2020 ist durch gemeinsame Anstrengungen von Politik, Forschung und Wirtschaft zu erreichen.

Förderung der Bundesregierung sichert Arbeitsplätze

Die Bundesregierung sichert durch das Förderprogramm auch zukünftig die Arbeitsplätze im Automobilbau. Deutschland soll zum Leitmarkt für Elektromobilität werden.

Von den Maßnahmen werden aber auch andere Wirtschaftsbereiche wie z.B. Energieversorger, Stadtwerke, Dienstleister der Informations- und Kommunikationstechnologien und Forschungseinrichtungen profitieren.

Die Bundesregierung handelt

Der Startschuss für das Förderprogramm "Modellregionen Elektromobilität in Deutschland" zeigt: Die Bundesregierung lässt ihren Worten Taten folgen.

"Mit dem Geld aus dem Konjunkturpaket II können wir durchstarten. Elektromobilität muss raus aus der Nische und rein in den Massenmarkt", sagte Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee im August 2009 bei der Vorstellung des Förderprogramms.

Die Bundesregierung geht davon aus, dass bis zum Herbst die Fördermittel in die entsprechenden Projekte fließen.

"Wir werden schon bald mehrere Hundert Elektro-PKW namhafter Unternehmen und eine dreistellige Anzahl Ladestationen auf den Straßen unserer Modellregionen sehen", so Tiefensee weiter.

2013 will ein deutscher Autobauer das erste Elektroauto in einer Kleinserie auf den Markt bringen.

Modellregionen sind Berlin/Potsdam, Bremen/Oldenburg, Hamburg, München, Rhein-Main, Rhein-Ruhr (inkl. Aachen und Münster), Sachsen (insb. Dresden und Leipzig) und Stuttgart.

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