Sommerzeit ist Reisezeit, auch in diesem Jahr. Die Deutschen fahren in den Sommerurlaub. Daran ändert auch die Wirtschafts- und Finanzkrise nichts.
Das ist das Ergebnis einer ersten Zwischenbilanz der Sommer-Reisesaison des Deutschen ReiseVerbands (DRV).
Im Juni lagen die Touristik-Umsätze in den Reisebüros nur ganz knapp unter denen des Vorjahrs. "Es wird in diesem Jahr eben später als sonst gebucht und auf ein stimmiges Preis-Leistungsverhältnis geachtet", erklärt der Präsident des Deutschen ReiseVerbands (DRV), Klaus Laepple.
Und auch die Buchungen für Juli und Oktober sind bereits jetzt höher als im Vorjahr.
Der Deutsche ReiseVerband
Der Spitzenverband des weltweit größten Quellmarktes (bedeutet: aus Deutschland kommen weltweit die meisten Urlauber) für Auslandsreisen ist der Deutsche ReiseVerband (DRV). Mit 61,5 Milliarden Euro gaben die Deutschen 2008 mehr Geld für Auslandsreisen aus als jede andere Nation.
Der DRV repräsentiert die Reiseveranstalter und Reisebüros aller Organisationsformen und Größen, ebenso wie die Leistungsträger (Anbieter von Einzelleistungen in der Reisebranche) und die ausländischen Fremdenverkehrsämter gegenüber der Politik und der Wirtschaft im In- und Ausland. Er informiert die Öffentlichkeit über die Vorteile der Veranstalterreise sowie des professionellen Reisevertriebs und stärkt die organisierte Urlaubsreise und die professionell gemanagte Geschäftsreise.
Rund 80 Prozent des Umsatzes der deutschen Touristikbranche werden von den Mitgliedern des Branchenverbandes erwirtschaftet. Mitgliedsunternehmen vom inhabergeführten Einzelunternehmen bis zum börsennotierten internationalen Konzern machen den DRV zu einem der weltweit größten und einflussreichsten Verbände der Reisebranche.
Ein Boomland und einer der Gewinner des Jahres ist Deutschland. Der Grund: Die Reiseveranstalter haben ihr Angebot stark ausgeweitet. Noch vor Jahren gab es nur wenige Seiten in den Reiseprospekten mit Angeboten innerhalb Deutschlands. Inzwischen ist die Katalogauswahl viel größer.
Unter den beliebtesten Reisezielen in Europa belegt Deutschland hinter Frankreich den zweiten Rang.
Der Tourismus ist ein Wirtschaftsfaktor und eine Visitenkarte für Deutschland. Politik und Wirtschaft müssen die Herausforderungen für den Tourismus auch angesichts der Wirtschaftskrise annehmen und in Chancen umwandeln.
Die Branche hat laut Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft rund 2,8 Millionen Beschäftigte und bietet über 120.000 Ausbildungsplätze. Sie trägt mehr als acht Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei. Über 55 Milliarden Euro setzten 2008 allein die rund 240.000 Betriebe in Hotellerie und Gastronomie um.
2008 war ein sehr gutes Jahr für die Tourismusbranche mit weltweit 924 Millionen Touristenankünften. Auch Deutschland hat davon profitiert. 2008 gab es rund 370 Millionen Übernachtungen in Deutschland. Das ist ein deutliches Plus von über zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Aktuelle Zahlen für Januar bis April 2009 weisen einen Rückgang der Übernachtungszahlen in Deutschland von einem hohen Vorjahresniveau aus. Die Übernachtungszahlen sind um zwei Prozent gesunken.
Von besonderer Bedeutung für die Tourismuswirtschaft ist das Gastgewerbe. Hier belegen aktuelle Umsatzzahlen für April 2009 einen Rückgang um real sieben Prozent gegenüber April 2008.
"Der Tourismus in Deutschland ist robust. Doch auch er bleibt von der aktuellen Wirtschaftskrise nicht verschont", so der Beauftragte der Bundesregierung für Tourismus, Ernst Hinsken, am 23. Juni 2009 in Eisleben.
Verschiedene Maßnahmen aus den Konjunkturpaketen der Bundesregierung helfen auch der Tourismuswirtschaft.
Die Konjunkturpakete haben Familien und Privathaushalte spürbar entlastet. Viele Deutsche zahlen beispielsweise weniger Steuern. Dank niedrigerem Eingangssteuersatz bei der Einkommensteuer und höherem Grundfreibetrag. So bleibt den Beschäftigten mehr von ihrem Einkommen. Viele Verbraucherinnen und Verbraucher haben eher mehr Geld in der Tasche als vorher.
Andere Maßnahmen in den Konjunkturpaketen tragen dazu bei, mehrere Hunderttausend Arbeitsplätze zu sichern, insbesondere: Die Verlängerung der Bezugsdauer des Kurzarbeitergeldes auf 24 Monate und zahlreiche Erleichterungen beim Kurzarbeitergeld.
Dank dieser Maßnahmen ist die Gefahr der Arbeitslosigkeit nicht so groß wie befürchtet.
Davon profitiert die Tourismuswirtschaft.
Beauftragter der Bundesregierung für Tourismus
Die hohe Bedeutung des Tourismus für Wirtschaftsentwicklung, Arbeits- und Ausbildungsplätze erfordert eine stärkere Koordinierung und nachhaltige Konzepte. Daher hat die Bundesregierung im Dezember 2005 den Bundestagsabgeordneten Ernst Hinsken zum ersten Beauftragten für Tourismus in der Bundesregierung ernannt. Hinsken war vorher sieben Jahre lang Vorsitzender im Tourismusausschuss des Deutschen Bundestages.
Der Beauftragte der Bundesregierung für Tourismus ist dem Bundesminister für Wirtschaft und Technologie (BMWi) direkt zugeordnet. Er ist Ansprechpartner für die Wirtschaft und ihre Verbände und vertritt tourismuspolitische Anliegen in der Bundesregierung und im parlamentarischen Bereich. Er leitet außerdem den Beirat für Fragen des Tourismus im BMWi.