Mikroskop, Röntgenröhre oder Glasauge: Thüringen ist bekannt für seine Erfindungen. Investoren profitieren von einer langen Tradition in der Medizintechnik. Stark sind die Kooperationen von Unternehmen und Forschungseinrichtungen, so genannte Cluster, die sich der medizinischen Diagnostik und Therapie widmen.
In den letzten Jahrzehnten ist in Thüringen ein Cluster optischer und medizintechnischer Industrieunternehmen entstanden. Es bestimmt in vielen Bereichen das technologische Weltniveau.
Im thüringischen Jena haben insbesondere Carl Zeiss und Ernst Abbe wichtige Grundlagen für die Branche entwickelt. Vor allem ihnen ist es zu verdanken, dass Jena heute ein Zentrum der optischen und der medizintechnischen Industrie ist.
Die Region gilt zudem als Musterbeispiel für eine gelungene Zusammenarbeit und Vernetzung aller relevanten Akteure der Branche.
Die Gesundheitswirtschaft in Deutschland gehört zu den modernsten und effizientesten weltweit. Die Prognosen lauten: Der Gesundheitsmarkt von derzeit etwa 250 Milliarden Euro wird bis zum Jahr 2020 auf über 450 Milliarden Euro ansteigen. Somit ist die Gesundheitswirtschaft eine der tragenden Säulen für Wachstum und Beschäftigung in Deutschland. Ein wesentlicher Akteur in diesem Prozess ist die deutsche Medizintechnikindustrie.
Medizintechnik "Made in Germany" hat weltweit einen exzellenten Ruf. Das beweisen eine hohe Exportquote und ein jährliches Umsatzwachstum von durchschnittlich sieben Prozent in den vergangenen zehn Jahren.
Deutsche Medizintechnik steht nicht nur für qualitativ hochwertige und innovative Produkte. Sie steht ebenso für Wirtschaftskraft und Spitzenleistung für Patienten und Anwender.
Zur Produktpalette gehören: Prävention, Diagnostik und Therapie, Rehabilitation, sämtliche medizinische Instrumente, Geräte sowie Hilfsmittel.
Ob neue Anwendungen der Lasertechnologie, bahnbrechende Diagnose- und Therapieverfahren oder die ständige Weiterentwicklung minimal-invasiver Chirurgie: deutsche Medizintechnik ist wachstumsorientiert.
Etwa 1.250 Medizintechnikhersteller erwirtschaften einen Umsatz von mehr als 18 Milliarden Euro und beschäftigen knapp 100.000 Mitarbeiter. Hinzu kommen noch die Zulieferer anderer Branchen, die eng mit der Medizintechnikindustrie vernetzt sind.
Deutsche Medizintechnik zählt zu den innovativsten Branchen überhaupt. Rund 15 Prozent der Beschäftigten sind im Bereich Forschung und Entwicklung tätig. Der Anteil von Produkten, deren Markteinführung weniger als drei Jahre zurückliegt, macht fast ein Drittel des Gesamtumsatzes der Branche aus.
Schon heute steht die Bundesrepublik mit einem Weltmarktanteil von etwa zehn Prozent auf Platz drei hinter den USA und Japan.
Medizintechnik aus Deutschland ist international gefragt. Branchenkenner erwarten auch langfristig eine weltweit steigende Nachfrage nach medizintechnischen Produkten und Leistungen. Der Grund dafür sind die rasch anwachsende Weltbevölkerung und der demographische Wandel.
Auch vor dem Hintergrund der derzeitigen Finanzkrise zeigt sich die Branche zumindest bisher konjunkturunabhängiger als andere.
Daraus resultiert eine wachsende volkswirtschaftliche Bedeutung dieses Industriezweigs in Deutschland.
Im Juni 2009 haben Wirtschaft, Wissenschaft und Politik auf der "Zukunftskonferenz Medizintechnik 2009" in Jena über strategisch wichtige Handlungsfelder der Medizintechnik diskutiert. Sie haben
Veranstalter waren das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, das Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Technologie und Arbeit, die deutschen Medizintechnik-Verbände SPECTARIS, BVMed, DGBMT, ZVEI und das Thüringer Medizintechnik-Netzwerk medways.
Medizintechnikindustrie sieht weitere EntwicklungschancenZukunftskonferenz MedizintechnikMedizintechnik in DeutschlandWirtschaft, Wissenschaft und Politik im DialogThüringen - ein Medizintechnik-Standort mit Tradition und ProfilMedizintechnikBranchenprofilErfolg made in ThüringenForschung und Entwicklung