Audi – auf Deutsch horch! Das ist der Firmenname eines erfolgreichen deutschen Automobilherstellers. August Horch hat am 16. Juli 1909 in Zwickau die Firma gegründet, aus der die heutige Audi AG hervorgegangen ist.
1910 wählte Horch die lateinische Übersetzung seines Familiennamens für sein Automobilwerk. Denn seinen Namen Horch durfte er nicht mehr als Firmenbezeichnung benutzen.
Das Audi-Signet, die Vier Ringe, kamen 1932 hinzu. Damals schlossen sich vier Kraftfahrzeughersteller Audi, DKW, Horch und Wanderer zu einer Firma zusammen, der Auto Union in Chemnitz.
Am 16. Juli 2009 feierte die Audi AG ihren 100. Markengeburtstag. Zu den Gratulanten gehörte Bundeskanzlerin Angela Merkel: „Audi ist eine erfolgreiche Marke in der Bundesrepublik Deutschland“. Audi, so Merkel weiter, stehe mit seiner Erfolgsgeschichte stellvertretend für andere Werke der Automobilindustrie.
Die Audi AG zählt zu den traditionsreichsten Autoherstellern der Welt. Die vier Ringe stehen für eine Erfolgsgeschichte der deutschen Wirtschaft. Sie sind das Symbol für eine der fruchtbarsten Firmenfusionen unserer Wirtschaftsgeschichte. Als einer der Imageträger Deutschlands stehen sie für: Ingenieurkunst, mutige Innovationen, solide Wertschöpfung, nachhaltiges Wachstum, soziales Engagement und Kulturpflege.
Wechselvolle Geschichte durch Krieg und Teilung
Die deutsche Teilung hat Audi auseinander gerissen und die Erben in Ost und West in getrennte Bahnen gelenkt.
Audi Ost
Die Machthaber in der sowjetisch besetzten Zone lösen die Auto Union AG auf. Aus den Resten der im Krieg zerstörten Audi-Werken in Zwickau wird das VEB Kraftfahrzeugwerk Audi. 1958 geht "Audi-Ost" im VEB Sachsenring Automobilwerke Zwickau auf. Ein Wiederaufstieg im östlichen Teil Europas gelingt. Markenzeichen dafür ist der Trabant. Der "Trabi" wird zum Symbol der Mobilität in der DDR. Nach der Wende gelang es der Trabi-Schmiede nicht, diesen Erfolg fortzuschreiben.
Audi West
Aus den Resten und Trümmern der Auto Union AG in der Bundesrepublik Deutschland wird die Auto Union GmbH. Die Fahrzeuge der Auto Union etablieren sich am Markt unter dem Markennamen DKW.
1959 übernimmt die Daimler Benz AG die Auto Union GmbH, 1964 Volkswagen. VW belebt den Namen Audi neu und übernimmt als Logo die vier Ringe der Auto Union von 1932. 1969 fusioniert die Auto Union GmbH mit der NSU AG in Neckarsulm zur "Audi NSU Auto Union AG". Diese Verbindung erweist sich als technologisch besonders fruchtbar. Der weltberühmte Slogan "Vorsprung durch Technik" hat hier seinen Ursprung.
Seit dem 1. Januar 1985 firmiert die "Audi NSU Auto Union AG" nur noch als Audi AG.
Der Slogan "Vorsprung durch Technik" ist ein Synonym für Audi und deutsche Ingenieurleistung. Ob bei den Antrieben oder der Karosserie, Audi ist und war in vielen Technikbereichen ein Pionier.
Audi hat den Trend zum emissionsarmen Auto wirksam gefördert und so zum Umweltschutz beigetragen. Ein Audi hatte als erstes deutsches Auto eine allgemeine Betriebserlaubnis für einen Katalysator. Anfang der achtziger Jahre war ein Audi 100 mit einem Luftwiderstandsbeiwert von 0,30 das strömungsgünstigste Serienfahrzeug der Welt. Audi-Techniker entwickelten den Allradantrieb für Pkw und vollverzinkte Karosserien zur Serienreife.
Dass Audi im internationalen Motorsport ganz vorne mit dabei ist, erscheint da fast selbstverständlich.
Nachhaltige Leistung hat Audi für schwierige Zeiten gestärkt. Trotz der weltweiten Rezession kann auch in diesem Jahr eine Mitarbeitererfolgsbeteiligung ausgezahlt werden.
Auch das gesellschaftliche Engagement von Audi ist beachtlich. Im Sport fördert die Firma Europas Spitzenfußball.
Seit 1990 kommen jährlich im Juli Künstler von Weltrang nach Ingolstadt. Über eine Viertelmillion Musikbegeisterte haben die Sommerkonzerte seit ihrer Gründung besucht.
Audi hat die Wirtschaftskrisen des 20. Jahrhunderts, zwei Weltkriege und die deutsche Teilung überlebt. Die Firmengeschichte zeigt: Unternehmen können gestärkt aus Krisen hervorgehen.
Die deutsche Automobilindustrie
In Deutschland gibt es rund 46 Millionen Pkw. Jede oder jeder Zweite hat ein Auto.
Die deutsche Automobilindustrie:
- hat 2008 insgesamt rund 288 Milliarden Euro umgesetzt.
- produzierte 6,045 Millionen Kraftfahrzeuge im Jahr 2008. Nur die USA und Japan
produzieren mehr.
- ist die stärkste deutsche Exportbranche und der weltweit größte Autoexporteur.
2007 hat die Branche rund 5,4 Millionen Pkw im Wert von rund 95 Milliarden Euro
exportiert.
- hat 2008 rund 756.500 Beschäftigte. Jeder siebte Arbeitsplatz in Deutschland
hängt direkt oder indirekt mit der Automobilbranche zusammen. Auch Branchen,
die vordergründig wenig mit dem Auto zu tun haben, sind an seiner Herstellung
beteiligt: Chemische Industrie, Textilindustrie, Maschinenbau, elektrotechnischen
Industrie, Ziehereien und Kaltwalzwerke sowie der Eisenindustrie. Auch viele
Dienstleistungen hängen direkt oder indirekt von der Automobilkonjunktur ab,
insbesondere Autohändler, Werkstätten und Tankstellen.