Die Kultur- und Kreativwirtschaft ist eine der Branchen mit hohen Umsätzen und Gewinnen. Rund eine Million Menschen sind dort beschäftigt. Und die Branche wächst.
Das geht aus der Bilanz hervor, die die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundeswirtschaftsminister, Dagmar Wöhrl, in Berlin vorgestellt hat. Am 16. Juni 2009 fand dort die jahrestagung der "Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft" statt.
Filmproduktionsfirmen, Rundfunksender, Journalisten- und Nachrichtenbüros, Hersteller von Computerspielen, Werbe- und Designagenturen, Architekturbüros, Verlage sowie Museen und Galerien zählen zur Kultur- und Kreativwirtschaft.
Die Kultur- und Kreativwirtschaft bringt nicht nur bedeutende kulturelle und kreative Produkte und Dienstleistungen hervor. Sie hat auch große wirtschaftliche Bedeutung für den Standort Deutschland. Das hat Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg bei der Eröffnung der Jahrestagung am 16. Juni in Berlin betont: "Wir brauchen künftig noch mehr neue und kreative Ideen und haben mit diesem Wirtschaftsbereich ein großes Potenzial, das wir hierfür nutzen müssen."
Entgegen dem allgemeinen Trend hat sich die Kultur- und Kreativwirtschaft 2008 weiter positiv entwickelt. Der Wirtschaftszweig hat 2008 rund 132 Milliarden Euro umgesetzt. Die Bruttowertschöpfung von 63 Milliarden Euro ist vergleichbar mit der großer Industriesektoren wie Automobilbau, Maschinenbau und Informations- und Kommunikationstechnologie.
Zu dem Bereich zählen 238.000 Unternehmen mit rund einer Million Beschäftigten. Damit ist die Kultur- und Kreativwirtschaft eine der wichtigsten deutschen Wirtschaftsbranchen.
Die Software- und Games-Industrie ist mit einem Umsatz von rund 26,5 Milliarden Euro und 345.100 Beschäftigten die am stärksten wachsende Teilbranche der Kultur- und Kreativwirtschaft.
Deshalb ist es keine Überraschung, dass die Bundesregierung gemeinsam mit den Branchenverbänden im März dieses Jahres zum ersten Mal einen Computerspielpreis verliehen hat.
Der Preis „Bestes Deutsches Computerspiel“ ging an die dtp entertainment AG und die Radon Labs GmbH für ihr Spiel "Das schwarze Auge: Drakensang". Das Rollenspiel erhielt am selben Abend auch die Auszeichnung "Bestes Jugendspiel".
Gerade in diesen Branchen sei ständiger und rascher Fortschritt die Grundlage wirtschaftlichen Erfolgs, sagte Kulturstaatsminister Bernd Neumann bei der Verleihung.
Das Bundeswirtschaftsministerium und der Kulturstaatsminister haben insgesamt elf Branchenhearings veranstaltet. Die Ziele waren:
Die Ergebnisse dieser Hearings haben Vertreter der einzelnen Branchen jetzt auf der Jahrestagung der "Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft" in Berlin präsentiert.
Die Bundesregierung werde sich dafür einsetzen, das Optimale für alle Branchen zu erreichen, erklärte der Kulturstaatsminister vor rund 500 Teilnehmern.
Aus seiner Sicht gibt es vor allem drei Handlungsbereiche:
Die größte Herausforderungen der digitalen Welt ist laut Neumann der Schutz des geistigen Eigentums. Hier sind neue Formen der wirtschaftlichen und technischen Zusammenarbeit von Rechteinhabern und Diensteanbietern gefragt.
Die Bundesregierung hat die "Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft" im Herbst 2007 ins Leben gerufen. Ihr Ziel ist es, der Branche den Weg in eine weiterhin erfolgreiche Zukunft zu ebnen. Dabei sollen sowohl ihre Wettbewerbsfähigkeit gestärkt als auch das Arbeitsplatzpotenzial ausgeschöpft werden. Zudem geht es darum, die Erwerbschancen kleiner Kulturbetriebe sowie freischaffender Künstlerinnen und Künstler zu verbessern. Die Federführung der Initiative liegt in den Händen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie und des Beauftragten für Kultur und Medien. Die Umsetzung der Initiative wird auch von den Ländern, den Verbänden und zahlreichen einzelnen Akteuren unterstützt.