Für viele ist Urlaub die schönste Zeit des Jahres. Dass die Umwelt darunter leiden kann, schiebt man gern beiseite. Tatsache aber ist: Ob der Flug nach Palma oder die Autofahrt an die Nordsee - jede Reise schadet dem Klima durch den Ausstoß von Kohlendioxid (CO2).
Doch das schlechte Gewissen lässt sich wieder beruhigen. Wer klimaschädliches CO2 verursacht, kann es wieder ausgleichen - das ist die Grundidee der Waldaktie. Und weil dabei noch attraktive Grünflächen für Urlauber entstehen, profitieren Umwelt und Wirtschaft. Es handelt sich um ein Gemeinschaftsprojekt des Landes und des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern.
Den eigenen Urlaub CO2-neutral zu gestalten, dazu trägt die Waldaktie bei. Schließlich ist die Ausgangslage eindeutig: Wer verreist, produziert Treibhausgase. Ein Flug von Hamburg nach Mallorca und zurück beispielsweise setzt pro Person 850 Kilogramm CO2 frei. Das entspricht etwa 230 Kilogramm reinem Kohlenstoff - genauso viel, wie eine 95 Jahre alte Fichte von 25 Metern Höhe speichert. Ein wenig vereinfacht ausgedrückt bedeutet das also: Wer einen Baum pflanzt, holt seine Flugreise wieder rein.
Wer mit dem Auto Nahziele ansteuert, setzt natürlich entsprechend weniger CO2 frei.
Die ökologischen Wertpapiere sind preiswert. Gerade einmal zehn Euro kostet eine Waldaktie. Für das Geld wird ein Baum gepflanzt und forstwirtschaftlich gepflegt. Die Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung verwaltet die Einnahmen und pflanzt die Bäume. Sie wählt Baumarten aus, die nach heutigen Erkenntnissen am besten mit den Folgen des Klimawandels zurecht kommen.
Sind die Bäume einmal ausgewachsen, binden sie keine zusätzlichen Mengen Kohlendioxid mehr. Dann können sie weiterverarbeitet werden, etwa zu Bauholz. So wird ein Platz frei für einen neuen Baum - und der kann dann erneut große Mengen CO2 binden.
Die Waldaktie ist eine einfache und effektive Maßnahme gegen den Klimawandel. Und sie steigert die Attraktivität der Urlaubsregion Mecklenburg-Vorpommern. Denn Klimawälder, so die Namensgebung der Initiatoren, sollen selbst zum Erlebnis werden. Schautafeln, Führungen und Bildungsveranstaltungen informieren Besucherinnen und Besucher über das Projekt und weitere Möglichkeiten des Klimaschutzes.
An fünf Orten in Mecklenburg-Vorpommern gibt es bereits Klimawälder, die regelmäßig erweitert werden. Zwei weitere Aufforstungsflächen kommen noch in diesem Jahr hinzu. Das Besondere: Jeder "Aktionär" kann seinen gespendeten Baum selbst einpflanzen.
Inzwischen hat die ungewöhnliche Idee der Waldaktie auch bundesweit für Aufmerksamkeit gesorgt – als Ort im "Land der Ideen". Das ist eine gemeinsame Initiative von Bundesregierung und Wirtschaft.
Quelle: www.waldaktie.de