Schuldenmanagement des Bundes

Bundeswertpapiere - Sicher investieren für die Zukunft

Wer sein Geld sicher anlegen möchte, kommt an den Bundeswertpapieren nicht vorbei. Der Staat ist ein sicherer Anlagepartner. Gerade in turbulenten Börsenzeiten kann vermeintlich gut investiertes Geld schnell verspekuliert sein. Zugleich helfen Bundeswertpapiere, den Bundeshaushalt zu finanzieren.

Die Bundesregierung saniert erfolgreich den Bundeshaushalt. 2008 macht der Bund so wenig neue Schulden wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Die Nettokreditaufnahme sinkt auf 11,9 Milliarden Euro. Vorerst benötigt die Bundesregierung noch neue Kredite, um zum Beispiel im Bereich Bildungs-, Forschungs- oder Familienpolitik zu investieren. Diese Investitionen wären bei einem strikten Sparkurs ohne neue Kredite nicht möglich. Die Anleger mit ihren Bundeswertpapieren helfen dabei und haben selbst den Vorteil der sicheren Rendite.

Haushaltskonsolidierung oberstes Ziel

Der Bund will 2011 seinen Haushalt erstmals seit 40 Jahren ohne neue Kredite finanzieren. "Es bleibt dabei, im Jahr 2011 einen ausgeglichenen Bundeshaushalt vorzulegen", so Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Dann sind immer noch die Altschulden zu tilgen und Zinsen zu zahlen. Letztere machen rund 15 Prozent der Ausgaben des Bundes aus.

Der Bund muss sich Kredite zu möglichst günstigen Bedingungen beschaffen: So werden die Ausgaben für Zinsen im Bundeshaushalt langfristig bei begrenztem Risiko minimiert.

Sichere Anlagen zu günstigen Zinsen

Der Bund verfügt über ein Bündel an Produkten zur Kreditaufnahme und Schuldentilgung.

Nicht umsonst geben internationale Rating-Agenturen der Bundesrepublik die höchste Bonitätsbewertung "AAA". Diese Wertung bezieht sich auf die Zahlungsfähigkeit des Schuldners. Der Bund bürgt mit seinem Vermögen und dem Steueraufkommen für das eingesetzte Kapital des Anlegers. Die Rückzahlung von Kapital und Zinsen ist somit fast garantiert.

Weitere Vorteile: Die Anleger können die börsennotierten Wertpapiere jederzeit zu marktgerechten Preisen verkaufen oder weitere Beträge nachkaufen. Größere Beträge lassen sich problemlos handeln. Nicht börsennotierte Bundesschatzbriefe nimmt der Bund vorzeitig zum Nennwert zuzüglich angesammelter Zinsen zurück. Das sichert die Verfügbarkeit der angelegten Gelder.

Schuldenmanagement des Bundes

Die operativen Aufgaben des Schuldenmanagements nimmt seit Juni 2001 die bundeseigene „Bundesrepublik Deutschland – Finanzagentur GmbH“ in Frankfurt wahr. Diese hat seitdem die Kreditaufnahme und das Liquiditätsmanagement im Auftrag des Bundes durchgeführt. Sie unterliegt der Steuerung und Kontrolle durch das Bundesministerium der Finanzen. Mit Wirkung zum 1. August 2006 erfüllt die Finanzagentur zusätzlich die Aufgaben der Bundeswertpapierverwaltung in Bad Homburg von der Höhe im Bereich des Schuldenmanagements. Hierzu gehören insbesondere das Privatkundengeschäft und die Führung des Bundesschuldbuches.

Die Deutsche Bundesbank führt das Zentralkonto für den Bund. Sie stellt die Technik für die Versteigerung von Bundeswertpapieren bereit und führt Sekundärmarkttransaktionen zur Marktpflege für den Bund an den Präsenzbörsen durch.

Produkte für jeden Anlegertyp

Die verschiedenen Arten von Bundeswertpapieren unterscheiden sich vor allem durch Laufzeiten und Börsennotierung. Für alle gilt: Sie werden zum Nennwert vom Bund zurückgezahlt.

Der Bund zahlt Zinsen auf die angelegten Beträge, die überwiegend jährlich ausgezahlt werden. Die Höhe ist abhängig von der Laufzeit und der Marktlage. Festverzinsliche Wertpapiere werden dabei mit einem für den Anlagezeitraum feststehenden Prozentsatz verzinst.

Man kann sein Geld über einen kurzen oder langen Zeitraum anlegen:

  • Finanzierungsschätze sind nicht börsennotiert und haben eine kürzere Laufzeit von nur ein bis zwei Jahren. Der vorzeitige Verkauf ist nicht möglich.
  • Bundesschatzbriefe dagegen können bereits nach einem Jahr wieder verkauft werden. Sie werden ebenfalls nicht an der Börse gehandelt und haben Laufzeiten von sechs oder sieben Jahren. Diese mittelfristigen Anlage hat den Vorteil, dass der vorher festgelegte Zinssatz jährlich steigt.
  • Die börsennotierten Bundesanleihen bieten eine längerfristige Sparmöglichkeit mit Laufzeiten von etwa 10 beziehungsweise 30 Jahren.

Anfang Juli 2008 wird das Angebot an verzinslichen Wertpapieren erweitert. Erstmal wird es möglich sein, eine Tagesanleihe vom Bund zu erwerben. Sie hat wie Bundesschatzbriefe keinerlei Kursrisiko. Sie kann aber im Gegensatz zu dem altbekannten Produkt täglich ge- und auch wieder verkauft werden.

>> Bundeswertpapiere bei der deutschen Finanzagentur (PDF)

Zentral verwaltet und kostenfrei

Bei der Deutschen Finanzagentur erwerben Anleger die verschiedenen Bundeswertpapiere kostenlos. Anschaffungs- und Depotkosten fallen hier nicht an. Bundeswertpapiere können auch bei Banken oder Sparkassen erworben werden. Diese dürfen für die Übertragung der Papiere zur Finanzagentur keine Gebühren erheben.

Bundeswertpapiere können schriftlich, telefonisch oder über das Internet gekauft werden. Seit 1972 wird darauf verzichtet, eine Urkunde auszustellen. Es gilt das Wertrecht, bei dem jede Käuferin und jeder Käufer die Namen in das Bundesschuldbuch eintragen lassen.

Die Verwaltung auf einem Schuldbuchkonto ist ebenfalls kostenlos: Zahlung von Zins und Tilgung, Bearbeitung aller Aufträge zum Konto.

Schuldenportfolio des Bundes

Zu den Standardemissionen zählen die Bundesanleihen, Bundesobligationen, Bundesschatzbriefe, Finanzierungsschätze und unverzinsliche Schatzanweisungen. Außerdem seit Mai 2005 Fremdwährungs- und seit März 2006 inflationsindexierte Bundeswertpapiere.

Daneben werden Schuldscheindarlehen eingesetzt. Derivative Finanzierungsinstrumente (Swaps) finden in verstärktem Maße seit dem Jahr 2002 Anwendung. Sie dienen der Senkung der Zinskostenbelastung des Bundes und tragen zur Optimierung der Risikostrukturen im Portfolio des Bundes bei.

Mit Ausnahme der Fundierungsschuldverschreibungen, der Bundesschatzbriefe Typ B und der Diskontpapiere (Bubills, Finanzierungsschätze) besitzen die Bundeswertpapiere eine feste Verzinsung mit jährlicher Zinszahlung. Die Laufzeiten sind fest, eine vorzeitige Rückzahlung durch Kündigung oder Auslosung seitens der Emittenten ist nicht vorgesehen (Ausnahmen: Fundierungsschuldverschreibungen, Schuldverschreibungen des Ausgleichsfonds Währungsumstellung und Schuldverschreibungen des Entschädigungsfonds).

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