Jeder Mensch ist Umwelteinflüssen ausgesetzt. Kinder jedoch sind hierfür besonders empfindlich.
Vieles wandert bei den Kleinen von der Hand in den Mund. Stundenlang spielen sie auf dem Boden. Das ist nicht unproblematisch. Da sie eine höhere Atemfrequenz haben, atmen sie unter Umständen auch mehr Schadstoffe als ein Erwachsener ein. Zudem muss berücksichtigt werden, dass der kindliche Organismus in seinen verschiedenen Entwicklungsphasen auf bestimmte Stoffe besonders sensibel reagiert.
Im Kinder-Umwelt-Survey (KUS) des Umweltbundesamts von 2006 wurden verschiedene Umweltbelastungen wie chemische Schadstoffe, Schimmelpilze und Lärm untersucht. So gibt es im Alltag viele Dinge, die einen größeren Einfluss auf die Gesundheit und Entwicklung von Kindern haben als bislang bekannt war. Dabei ist es oft ganz einfach, Belastungen zu vermeiden und mögliche Gefahren deutlich zu verringern.
Kinder sind in nicht unerheblichem Maße durch schlechte Luft gefährdet. Immerhin halten sie sich bis zu zwei Drittel des Tages in der elterlichen Wohnung auf.
Umso wichtiger ist daher gute Raumluft für die kindliche Entwicklung. Regelmäßiges Lüften ist daher oberstes Gebot sowie, Luftbelastungen so gut es geht zu vermeiden. Auch die alltäglichen Verrichtungen wie Wäsche Waschen und Trocknen, Kochen und Backen tragen dazu bei, "dicke Luft" zu verbreiten. Außerdem wird das Raumklima durch Kinderspielzeug und Kosmetika stetig verändert.
Jedoch weitaus schädlicher sind chemische Ausdünstungen, etwa aus Putzmitteln und Raumsprays, die meist mit Duftstoffen versehen sind. Teppichböden und neue Polstermöbel oder Schränke geben oft noch Chemikalien an ihre Umwelt ab. Auch nach dem Renovieren können etwa aus Farben noch flüchtige organische Verbindungen ausdünsten, die die Raumluft stark belasten. Insbesondere Neugeborene und Säuglinge gilt es, vor diesen Belastungen zu schützen. Denn sie können zu Allergien, Reizungen der Atemwege und Schleimhäute, zu Kopfschmerzen, Schwindelgefühl und Ähnlichem führen.
Vorsicht ist ganz besonders bei Schimmelbildung geboten. Schimmelpilze können im Körper eine allergische Reaktionsbereitschaft, eine Sensibilisierung, bewirken. Dies zieht in einem Teil der Fälle eine allergische Erkrankung nach sich. Im Kinder-Umwelt-Survey wurde nachgewiesen, dass sechs bis acht Prozent der Kinder gegenüber Innenraumschimmelpilzen sensibilisiert sind.
Wichtig ist daher, nicht nur regelmäßig zu lüften, sondern auch ausreichend für Wärme zu sorgen: Beheizen Sie in der kalten Jahreszeit alle Räume der Wohnung, um Temperaturunterschiede und somit die Ansammlung von Feuchtigkeit zu vermeiden. Möbel, zum Beispiel Schränke, sollten nicht zu nah an der Wand stehen. Rührt der Schimmel durch bauliche Mängel her, so müssen diese zunächst behoben werden. Anschließend muss der Pilz unbedingt fachgerecht beseitigt werden.
Etwa jedes vierte Kind in Deutschland raucht zu Hause passiv mit. Zigarettenrauch jedoch enthält circa 4.000 Chemikalien und ist damit extrem gesundheitsgefährdend. Passivrauchen begünstigt verschiedene Krankheiten, beispielsweise Bronchitis und Asthma. Die enthaltenen giftigen und Krebs erregenden Stoffe lösen bei Kindern, die Passivrauch ausgesetzt sind, vermehrt Mittelohrentzündungen aus.
Tipps für bessere Luft:- "Fenster auf" sollte es mehrmals am Tag heißen. Sorgen Sie dabei für Durchzug – auch im Winter. Insbesondere nach dem Baden und Duschen gilt es, gründlich zu lüften, um die Feuchtigkeit hinauszulassen. Stoßlüften spart insbesondere im Winter auch Energie und somit Geld. - Teppichböden mit einem kurzen Flor wählen und regelmäßig saugen, so können sich Hausstaubmilben und Co. nur erschwert dort einnisten.- bei der Renovierung auf schadstoffarme Farben oder Lacke (zum Beispiel solche, die mit dem Umweltzeichen "Blauer Engel" gekennzeichnet sind) achten und möglichst bei geöffnetem Fenster arbeiten.- neue Einrichtungsgegenstände, die stark riechen, an einem geeigneten Ort (Balkon, Keller, Dachboden) ausdünsten lassen. Auch bei solchen Anschaffungen kann der "Blaue Engel" hilfreich sein.- Schimmelpilzbefall unbedingt sachgemäß entfernen (lassen); wichtig ist vor allem, die Ursache zu finden und diese zu beheben.
In vielen Kinderzimmern verbirgt sich noch eine weitere Gefahr: Elektrosmog beziehungsweise elektrische und magnetische Felder sowie elektromagnetische Strahlung. Hierbei handelt es sich um Strahlenbelastung, die von technischen Geräten wie Computern, Fernsehern, Spielkonsolen oder auch Transformatoren ausgeht. Dazu kommen Geräte wie Lampen, Radiowecker, Babyphones und vieles mehr, was auf Dauer gesehen eine nicht unerhebliche Strahlenbelastung für Kinder und Jugendliche zur Folge hat.
Verbraucherzentralen warnen davor, die Risiken zu unterschätzen: Experten würden befürchten, dass eine dauerhafte Belastung Leukämie auslösen kann. So seien Kinder und Jugendliche bereits dann gefährdet, wenn elektronische Geräte in einem Radius von bis zu 30 Zentimetern auf sie einwirkten.
Strahlenbelastungen lassen sich durch ein paar Tipps schon stark reduzieren: