Gemeinsam macht vieles mehr Spaß. Ob Fußballspielen, Chorgesang oder der kraftvolle Auftritt in einer Bürgerinitiative: Für manche spannende Unternehmung muss man sich einfach mit anderen zusammentun. Das geht am besten im Verein.
Das Angebot in Deutschland reicht vom Verein für experimentelle Archäologie bis hin zum Zauber-Club für Kinder. Wer nichts Passendes für sich findet, kann auch selbst eine solche Organisation gründen: Ein neuer Leitfaden des Bundesjustizministeriums bietet hier Unterstützung. Auch Menschen, die sich in einem bestehenden Verein engagieren oder einen Verein beenden wollen, finden wertvolle Tipps.
Kostenlos und praxisnah: Die Broschüre des Bundesjustizministeriums gibt wichtige Auskünfte zur Gründung, zum laufenden Betrieb bis hin zur Beendigung eines Vereins. Mitglieder und Vereinsorgane können sich über ihre Rechte und Pflichten informieren. Die Publikation umfasst 60 Seiten und kann auf der Internetseite des Bundesjustizministeriums heruntergeladen oder bestellt werden.
Gemeinnützigkeit – ein Plus für alle
Vereinsarbeit verdient gesellschaftliche Anerkennung. Dies ist auch im Steuerrecht verankert: Gemeinnützige Vereine können von steuerlichen Vergünstigungen profitieren. Dies kann zum Beispiel dann der Fall sein, wenn ein Verein - so die Abgabenordnung - "in gemeinnütziger Weise die Allgemeinheit auf materiellem, geistigen oder sittlichen Gebiet selbstlos" fördert. Auch die mildtätige Förderung hilfsbedürftiger oder einkommensschwacher Menschen kann sich steuerlich günstig auswirken. Das gilt auch bei bestimmten Vereinen, die sich für Glaube und Religion engagieren.
Weitere Informationen finden sich in der Abgabenordnung. Wer einen Verein gründen möchte, sollte sich vorab auch beim örtlichen Finanzamt erkundigen. Gegebenenfalls sind hier Informationen zu weiteren Förderungsmöglichkeiten erhältlich. Auch Rechtsanwälte oder Steuerberater leisten wertvolle Hilfe.
Schritt für Schritt zur Gründung
Ein Verein hat viele Vorteile. Besonders bei langfristigen Zielen kann man zusammen mehr erreichen: Mitglieder kommen und gehen, aber der Verein besteht. Der Zusammenschluss kann auch die Finanzierung des gemeinsamen Anliegens erleichtern, zum Beispiel über regelmäßige Mitgliedsbeiträge und Fördergelder. Und schließlich setzt eine Vereinssatzung klare Regeln fürs Zusammensein. Eventuelle Meinungsverschiedenheiten lassen sich damit oft besser klären.
Sei es für Kunst und Kultur, für Umwelt, Sport oder in der Sozialarbeit: Die Arbeit von Vereinen ist vielfältig und von unschätzbarem Wert für die Gesellschaft. Mehr als 550.000 dieser Gruppen sind in deutschen Vereinsregistern eingetragen. Sie sind wichtige Anlaufstelle für Ehrenamtliche und bieten Chancen gerade in Krisenzeiten: Wo gespart werden muss, wird die Arbeit von Freiwilligen immer wichtiger. Der Einsatz lohnt sich, denn die Arbeit in Vereinen bringt Anerkennung und die Chance, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.
Häufigster Vereinstyp ist der so genannte Idealverein. Vereine dieser Art sind auf einen ideellen Zweck ausgerichtet – also nicht in erster Linie auf wirtschaftliche Betätigung. Ihr Ziel ist nicht der finanzielle Gewinn.
Schon bei der Gründung stellt sich die Frage, ob der Verein ins öffentliche Vereinsregister eigetragen werden soll. Eine solche Registrierung ist keine Pflicht – es geht auch ohne. Die Freiwilligkeit erleichtert viele Gründungen und ist sinnvoll für Vereine, die nur ein kurzfristiges Ziel – beispielsweise eine einmalige Benefizveranstaltung – anstreben. Wer längerfristige Ziele verfolgt, sollte einen Eintrag in den Blick nehmen. Denn in der Regel kann nur ein eingetragener Verein - "e. V." - problemlos ein Grundstück erwerben. Auch haftungsrechtlich lohnt sich eine Aufnahme ins Vereinsregister.
Vereinsrecht im Wandel
Neue Gesetze machen die Arbeit im Verein noch attraktiver: Ehrenamtliche Stiftungs- und Vereinsvorstände erhalten weitere Haftungs-Vorteile. Wer pro Jahr ein Honorar von höchstens 500 Euro bekommt, soll für seine Tätigkeit nur noch bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit haften.
Auch der bürokratische Aufwand für Vereine wird geringer: Ein neues Gesetz erleichtert Anmeldungen zum Vereinsregister auf elektronischem Weg.