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Nr. 009    11/2009
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Schwerpunkt

Zweite Miete – was tun bei wachsenden Nebenkosten?

Eine Hand hält in einer Wohnung Geldscheine vor einen Heizkörper
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Foto: picture-alliance/ dpa
Richtig Heizen spart Geld und Energie
Heizung, Warmwasser und Strom – das sind die größten Posten bei den Nebenkosten. 2008 musste man für die gleiche Menge an Heizenergie im Durchschnitt rund 16 Prozent mehr zahlen als noch im Jahr zuvor. 2009 sanken die Preise für Gas und Fernwärme leicht. Für 2010 rechnen Experten aber wieder mit einem Anstieg.
 
Inzwischen sprechen Verbraucherschützer von den Nebenkosten als der zweiten Miete. Tatsächlich machen sie rund ein Drittel der Wohnkosten aus. Doch Mieter müssen nicht tatenlos zusehen. Der sparsame Umgang mit Energie – zum Beispiel durch richtiges Heizen und Lüften – schont den Geldbeutel und auch die Umwelt.
 

Klug heizen

 
Wer seine Heizung über Nacht oder in Abwesenheit ausschaltet, spart oft nur scheinbar. Denn schlecht gedämmte Wände kühlen sich ab und brauchen beim erneuten schnellen Aufheizen der Wohnung am Morgen umso mehr Energie. Unangenehmer Nebeneffekt können feuchte Mauern sein, wenn die Luft an den kalten Wänden kondensiert. Schimmel kann sich bilden. Besser ist es daher, die Heizung auf niedriger Stufe weiterlaufen zu lassen. Moderne Heizungsanlagen weisen gerade im Teillastbereich die höchste Effizienz auf.
 
Im Durchschnitt sollte die Raumtemperatur 20 Grad betragen. In Flur und Schlafzimmer reichen 16 Grad, im Badezimmer dürfen es 23 Grad sein. Wichtig: Jedes Grad weniger spart bis zu sechs Prozent an Heizkosten. Zweimal täglich sollte die Wohnung kurzzeitig durch Stoßlüftung gelüftet werden und nicht mit angekippten Fenstern über längere Zeit. Denn so kann sich die Luft nicht richtig austauschen, außerdem kühlen die Wände bei längerer Lüftung unnötig aus.
 

Die Temperatur dem Bedarf anpassen

 
Thermostatventile können zum Beispiel gegen programmierbare Varianten ausgetauscht werden. Sie regeln die Wärme je nach Uhrzeit. So ist das Badezimmer am Morgen zum Duschen angenehm warm. Wird der Raum nicht mehr genutzt, sinkt die Temperatur. Die Stiftung Warentest hat ausgerechnet, dass solche programmierbaren Regler bis zu zehn Prozent der Heizkosten sparen können. Hierbei ist aber zu bedenken, dass nur richtig programmierte Regler eine Heizkosteneinsparung bewirken können. Im Zweifelfall reichen moderne Thermostatventile aus.
 

Intelligent Strom sparen

 
Ab dem kommenden Jahr sind Energieversorger per Gesetz dazu verpflichtet, ihren Kunden mehr Transparenz in Sachen "Stromverbrauch" zu bieten. So bekommen Verbraucher auf Wunsch eine monatliche Stromabrechnung. Außerdem gibt es so genannte intelligente Stromzähler, die den Verbrauch eines Haushalts sekundengenau anzeigen. So können Verbraucher Stromfresser ausfindig machen.
 
Doch auch ohne diese neuen Geräte können Mieter Energie sparen. Beispiel: die Beleuchtung auf Sparlampen umrüsten, alte Kühl- und Gefriergeräte gegen neue mit der Energieeffizienzklasse A++ austauschen. Stand-by-Verluste etwa beim Fernseher oder beim CD-Player lassen sich mit schaltbaren Steckdosenleisten vermeiden. Nicht allein die Mieter sind jedoch gefragt, wenn es ums Energiesparen geht.
 
 
Portrait von Frau Fischer
  • Interview mit Corinna Fischer, Referentin für energieeffiziente Produkte und Normung, beim Verbraucherzentrale Bundesverband über intelligente Stromzähler
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Eigentümer in der Pflicht

 
Seit Oktober 2009 gilt die neue Energieeinsparverordnung. Die Hauptregel: Der Energiebedarf von Neubauten muss 30 Prozent unter dem gesetzlichen Standard von 2007 liegen. Die Wärmedämmung jedes neuen Hauses muss 15 Prozent effizienter sein. Auch bei Modernisierungen sind Regeln einzuhalten. Wer Wände dämmt oder Fenster austauscht, darf nur Materialien verwenden, die einen um 30 Prozent besseren energetischen Wert erreichen. Bis 2012 müssen unter bestimmten Voraussetzungen Dachböden gedämmt werden. Ab dem Jahr 2020 sind alte Nachtstromspeicherheizungen schrittweise außer Betrieb zu nehmen.
 

Bevor die Umzugskisten gepackt werden

 
Das Thema "Energieverbrauch" sollte schon bei der Wohnungssuche eine Rolle spielen. Dazu können sich Wohnungsinteressenten vom Hauseigentümer die letzte Betriebskostenabrechnung zeigen lassen.
 
Der darin angegebene Verbrauch lässt sich dann mit den Daten aus dem so genannten Heizspiegel vergleichen. Das vom Bundesumweltministerium geförderte Prüfsystem teilt Gebäude in sieben Effizienzklassen ein. Grün steht dabei für einen niedrigen Energieverbrauch, rot für einen hohen.
 
Seit 2009 müssen Hauseigentümer bei der Neuvermietung oder dem Verkauf von Wohnungen auch einen Energieausweis vorweisen können. Ihn gibt es entweder als verbrauchsabhängige Variante – dann gibt er Auskunft über den Energieverbrauch des Gebäudes in den vergangenen drei Jahren. Oder er wird als Bedarfsausweis ausgestellt. Berechnungsgrundlage ist in diesem Fall der Zustand von Dämmung, Fenstern, Dach und Heizanlage.
 
In Kürze wird die Deutsche Energieagentur außerdem eine Plakette für so genannte Effizienzhäuser vergeben. Sie wurde in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und der KfW- Bankengruppe entwickelt. Sparsame Häuser sind dann gekennzeichnet. Das Gütezeichen bekommt ein Gebäude nur, wenn es deutlich weniger Energie verbraucht als vom Gesetzgeber gefordert.

Kontext

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