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Nr. 009    11/2009
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Schwerpunkt

Investieren in die eigenen vier Wände – der Staat hilft

Firmenzentrale der kfw Bankengruppe
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Foto: Keystone
Je weniger Energieverbrauch, desto höher die Förderung
Noch nie unterstützte der Staat Energiesparmaßnahmen so umfassend wie heute. Dabei ist es egal, ob es sich um eine neue Heizung, eine Solaranlage oder die Komplettsanierung eines Hauses handelt: Sanierungs- oder (Um-)Baumaßnahmen werden zurzeit besonders attraktiv durch zinsgünstige Kredite und Investitionszuschüsse gefördert.
 
Aber wo und wie beginnen? Zumal sich viele Verbraucher oft nicht bewusst sind, wie hoch ihr Einsparpotenzial in punkto Energie und Wärme eigentlich ist und wo es sich lohnen könnte zu sanieren.
 

Förderung über die KfW-Förderbank

 
Die Bundesregierung hat zum Beispiel allein für 2009 über die KfW-Bankengruppe rund 2,25 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Voraussichtlich rund 1,1 Milliarden Euro werden es in den beiden kommenden Jahren für die Förderprogramme zum energieeffizienten Bauen und Sanieren (CO2-Gebäudesanierungsprogramm) sein. Die Förderung erfolgt in Form von zinsverbilligten Krediten und Investitionszuschüssen.
 
Die KfW-Bankengruppe hat ihr Förderangebot an die seit Oktober 2009 gültige neue Energiesparverordnung 2009 (EnEV 2009) angepasst. Sowohl für die energetische Sanierung als auch für energieeffiziente Neubauten ergänzt die Bank ihre Förderung durch zusätzliche Förderstufen für KfW-Effizienzhäuser. Die KfW-Effizienzhäuser werden in verschiedenen Standards angeboten.
 
In der Sanierung werden die Standards Effizienzhaus 130, 115, 100 und 85 angeboten, im Neubau die Standards Effizienzhaus 85 und 70. Die Ziffer drückt das prozentuale Verhältnis vom Jahresprimärenergiebedarf und den Neubau-Anforderungen der EnEV 2009 aus. Bis Ende 2009 können noch Kredite und Investitionszuschüsse auf Basis der EnEV 2007 gegeben werden. Die Standards 130 in der Sanierung und 85 im Neubau werden voraussichtlich bis Mitte des Jahres 2010 angeboten.
 
Seit 2009 gelten für die energetische Sanierung von Wohngebäuden höhere Darlehenshöchstbeträge: statt 50.000 Euro liegen diese nun bei 75.000 Euro pro Haus, bei einem Neubau unverändert bei 50.000 Euro. Zudem sind Investitionen in Wohnhäuser förderfähig, die vor 1995 erbaut wurden. Nicht nur die Bauherren selbst erhalten Geld, sondern auch Käufer der sanierten beziehungsweise neu errichteten Häuser oder Wohnungen. Auch der Ersterwerb eines Hauses oder einer Eigentumswohnung nach einer solchen Sanierung wird gefördert.
 
Grundsätzlich gilt: Je weniger Energie verbraucht wird, desto höher fällt die Förderung aus. So wird zum Beispiel bei der Sanierung eines Wohngebäudes ein zusätzlicher Tilgungszuschuss von fünf Prozent (KfW-Effizienzhaus130) beziehungsweise 15 Prozent (KfW-Effizienzhaus 85) des Zusagebetrages gewährt. Investitionszuschüsse in der Sanierung beginnen bei fünf Prozent (höchstens 2.500 Euro) für Einzelmaßnahmen. Die Zuschüsse können bis zu 20 Prozent der Investitionskosten bei einer umfassenden Sanierung zum KfW-Effizienzhaus 85 betragen.
 

Förderung über das BAFA 

 
Eine weitere wichtige Förderstelle ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Der Bund vergibt bis 2012 über die Behörde jährlich bis zu 500 Millionen Euro für Anlagen, die erneuerbare Energien nutzen. Im so genannten Marktanreizprogramm werden hierfür Investitionszuschüsse, zinsgünstigen Darlehen und Tilgungszuschüsse bereit gestellt. Im Fokus stehen unter anderem wärmeerzeugende Anlagen wie Solarkollektoranlagen, Anlagen zur Verfeuerung fester Biomasse und effiziente Wärmepumpen zur Trinkwasserbereitung und Gebäudeheizung.
 
Beispiele
 
Neu errichtete Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK) mit einer elektrischen Leistung von bis zu 50 kW können bezuschusst werden. KWK-Anlagen sind Heizungsanlagen, die neben der Wärme auch Strom erzeugen. Förderfähig sind nur Maßnahmen, mit denen vor der Antragstellung noch nicht begonnen worden ist. Die förderfähigen "Mini"-KWK-Anlagen müssen zudem als wärmegeführt ausgelegt sein, das heißt der Wärmebedarf steuert die Betriebsweise der Anlage. Die Höhe des Zuschusses richtet sich nach der maximalen elektrischen Leistung der Anlage und den geplanten Vollbenutzungsstunden.
 
Ebenfalls bezuschusst werden thermische Solaranlagen. Hier hilft zusätzlich die Sonne bei der Warmwasserbereitung, was bis zu 60 Prozent der bisher benötigten Öl- oder Gasmenge einsparen kann. Daneben gibt es noch so genannte Kombi-Solaranlagen, die auch die Heizung mit unterstützen. Hierfür gibt das BAFA gestufte Zuschüsse in Form einer Basis-, Bonus- oder Innovationsförderung.
 
Bei der Basisförderung liegt die Mindestförderung bei 307,50 Euro pro Anlage und steigert sich bei der Innovationsförderung auf bis zu 210 Euro pro Quadratmeter Kollektorfläche.
 
Besonders lukrativ ist die Förderung für Pelletheizungen. Da Pelletöfen mit dem nachwachsenden Rohstoff "Holz" heizen, gelten sie als besonders umweltschonend. Außerdem machen sie unabhängig von Öl und Gas. Auch bei diesem Heizungstyp gibt es drei Förderstufen, die zwischen 375 und 2.500 Euro liegen.
 

Förderprogramm zum altersgerechten Umbau

 
Altersgerechtes Bauen und Wohnen wird angesichts des wachsenden Anteils älterer Menschen an der Bevölkerung immer wichtiger. Die Bundesregierung hat daher das Förderprogramm "Altersgerecht Umbauen" aufgelegt. Ziel ist es, älteren Menschen ein möglichst langes und selbstbestimmtes Leben in ihrer vertrauten Wohnung zu ermöglichen.
 
Schon bisher bietet das bestehende KfW-Programm "Wohnraum Modernisieren" Eigentümern – Selbstnutzern, Vermietern oder Wohnungsunternehmen – zinsgünstige Darlehen, um Wohngebäude zu modernisieren beziehungsweise instandzusetzen. Das Programm schließt seniorengerechte Modernisierungen ein. Mit dem neuen Förderfenster "Altersgerecht Umbauen" stellt das Bundesbauministerium extra 80 Millionen Euro Haushaltsmittel für 2009 zur weiteren Verbilligung entsprechender Darlehen um durchschnittlich zwei Prozent bereit.
 
Gefördert werden zum Beispiel barrierefreie und -reduzierte Zugänge zu Gebäuden und Wohnungen. Das sind  zum Beispiel die Überbrückung von Stufen, der Abbau von Schwellen und der Einbau von Aufzügen. Dazu gehört auch der Umbau von Bad und Toilette oder die Anpassung der Haustechnik etwa durch Schalter und Anschlüsse. Förderbar sind aber auch barrierereduzierende Maßnahmen im Wohnumfeld sowie die Einrichtung von Gruppenräumen zum generationenübergreifenden Wohnen.
 
Die KfW-Bankengruppe gewährt Kredite von maximal 50.000 Euro pro Wohneinheit. Finanziert werden bis zu 100 Prozent der förderfähigen Kosten.
 
Das Programm "Altersgerecht Umbauen" soll 2010 und 2011 fortgeführt werden. Darüber hinaus bemüht sich die Bundesregierung, ab 2010 für selbstnutzende Eigentümer eine Zuschusskomponente einzuführen. Nähere Informationen sind bei der KfW-Förderbank telefonisch (Tel.: 01801 – 33 55 77) oder auf der Homepage abrufbar.
 

Absetzbarkeit der Handwerkerrechnung

 
Energetische und/oder altersgerechte Investitionen sind auch steuerlich attraktiv. Denn private Aufwendungen für Sanierungs-, Erhaltungs- oder Modernisierungsarbeiten lassen sich absetzen. Begünstigt sind aber nur die Arbeitskosten des Handwerkers, nicht die jeweiligen Aufwendungen für Material. 20 Prozent der Arbeitskosten sind abzugsfähig – maximal können 600 Euro pro Jahr und Haushalt für Maßnahmen, die vor dem 1. Januar 2009 ausgeführt wurden, von der Steuer abgezogen werden. Das entspricht Arbeitskosten von 3.000 Euro.
 
Für Aufträge, die nach dem Stichtag ausgeführt wurden, verdoppelt sich der maximale Abzug von der Steuerschuld auf 1.200 Euro, der dann bei Arbeitskosten von 6.000 Euro erreicht wird. Absetzbar sind zum Beispiel das Streichen und Tapezieren von Innenwänden, die Beseitigung kleiner Schäden, die Erneuerung des Bodenbelags oder der Austausch von Fenstern.
 

Individuelle Beratung

 
Vertiefende Informationen zu den einzelnen Förderprogrammen bieten unter anderem die Verbraucherzentralen, die Website der KfW-Bankengruppe, des Bundesbau- und des Bundesumweltministeriums sowie des BAFA. Hilfestellung gibt auch der "virtuelle Gebäudesanierer", ein spezielles Suchprogramm zur Auswahl der passenden Sanierungsmaßnahmen.

Kontext

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