Wir sind mehr flüssig als fest, zumindest den Zahlen nach: Schweiß, Urin, Tränen oder Blut machen 63 Prozent des Körpers aus. Er braucht Flüssigkeit, etwa um die Körpertemperatur zu regulieren oder um Schadstoffe auszuscheiden.
Was passiert, wenn man zu wenig trinkt? Die Konzentration von Giftstoffen in der Körperflüssigkeit steigt. Die Stoffwechsel-Endprodukte können nicht mehr aus den Zellen transportiert werden – der Körper vergiftet sich. Ein Wasserverlust von mehr als 20 Prozent ist bereits lebensbedrohlich.
Das heißt: ausreichend trinken! Bei einem erwachsenen Menschen liegt der durchschnittliche Tagesbedarf an "Wasser" bei etwa 40 Gramm pro kg Körpergewicht. Bei einem Gewicht um die 50 kg zum Beispiel braucht man also circa zwei Liter, bei 80 kg etwa 3,2 Liter am Tag.
Der Flüssigkeitsbedarf ist aber auch vom Alter abhängig. Säuglinge und Kinder benötigen mehr pro kg Körpergewicht als Erwachsene. Auch sehr heißes Wetter und salziges Essen lassen den Bedarf wachsen.
Wasser sparen! Mit dieser Regel sind viele Verbraucherinnen und Verbraucher aufgewachsen. Aber stimmt das auch wirklich? Tatsächlich steht im deutschsprachigen Raum genügend Trinkwasser zur Verfügung. Der tägliche Wassergebrauch – derzeit circa 125 Liter – ist seit Jahren in Deutschland rückläufig. Das hat verschiedene Gründe: so sind die Abwassergebühren in den letzten Jahren gestiegen. Und moderne Armaturen und Haushaltsgeräte senken den Verbrauch zusätzlich. Die Industrie nutzt Kühlwasser zunehmend im Kreislauf. Pro Jahr rechnen die Wasserwerke deswegen mit einem Rückgang des Wasserverbrauchs um ein bis zwei Prozent.
Dennoch lohnt es sich, mit Wasser sorgsam umzugehen. Denn ein sparsamer Umgang entlastet den Wasserhaushalt. Es entsteht weniger Abwasser und die Wasserwerke müssen weniger Wasser zu Trinkwasser aufbereiten. Auch der Energieverbrauch für die Wasserversorgung und die Abwasserentsorgung wird gesenkt. Natürlich sind auch die Kosten für Wasser und Abwasser für den Verbraucher interessant. 1.000 Liter Trinkwasser kosteten nach Branchenangaben 2007 durchschnittlich 1,85 Euro. Bei einem Wassergebrauch von 125 Litern fallen im Durchschnitt sieben Euro monatlich beziehungsweise 84 Euro jährlich pro Einwohner an. Für das Abwasser ist eine Gebühr zu zahlen, die jährlich bei durchschnittlich 129 Euro (2005) liegt. So zahlt eine vierköpfige Familie oftmals 800 bis 1.000 Euro pro Jahr.
Selbst wenn man zu Hause den Hahn gar nicht mehr aufdrehen würde, bräuchte man Wasser. In vielen Dingen unseres täglichen Gebrauchs ist es quasi versteckt, da man es für deren Herstellung benötigt. Beispiel: In einem Kilo Kaffee stecken 20.000 Liter Wasser. Für die Herstellung eines PKW werden 400.000 Liter virtuelles Wasser benötigt, für einen Computer 20.000 Liter. Rechnet man auch dieses "virtuelle Wasser" unserer Gegenstände hinzu, kommt man für jeden Einwohner auf die stattliche Menge von 4.000 Liter bis über 5.000 Liter pro Tag.
Das Besondere dabei ist: Virtuelles Wasser wandert. Durch den Welthandel profitiert ein Land vom Wasservorkommen eines anderen. Seit einigen Jahren wird der "Wasser-Fußabdruck" der Staaten weltweit systematisch untersucht. Deutschland gehört zu den "Top Ten" der Nettoimporteure von virtuellem Wasser. Eine dazu gerade erschienene Studie des World Wild Fund for Nature wird im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ausgewertet.
Es ist zu erwarten, dass durch die zunehmende Globalisierung der virtuelle Wassergebrauch weiter zunehmen wird. Der Welthandel kann für Länder mit geringen Wasserressourcen auch positive Seiten haben. Beispiel: ein wasserarmes Land importiert Getreide, das pro Kilogramm circa 2.000 Liter virtuelles Wasser enthält. Da das Land gleichzeitg aber auch Zitrusfrüchte exportiert, die zwei Drittel weniger virtuelles Wasser enthalten, hilft dies dem Land indirekt, Wasser zu sparen.
Die Deutsche Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) berät Partnerländer dabei, wie man das Konzept des virtuellen Wassers in der Wasser- und Landwirtschaftspolitik umsetzen kann (siehe hierzu Artikel "Wasser in der Welt").