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Nr. 007    05/2009
9 | 13

Multimedia

Energiesparen am PC und im Netz

 
Für’s Surfen im Internet braucht es nur ein paar Klicks. Scheinbar, denn auch im Netz geht nichts ohne Strom. So verbraucht eine Google-Anfrage etwa soviel Energie wie eine Energiesparlampe mit 4 Watt in einer ganzen Stunde. Router für Telefon und Internet, die ständig am Netz sind, können den Strombedarf eines modernen Kühlschranks erreichen. Und wer sich in "Second Life" eine virtuelle Existenz zulegt, benötigt dafür circa 1.700 Kilowattstunden pro Jahr. Das entspricht dem jährlichen Stromkonsum eines Ein-Personen-Haushalts.
 
Nur ein Teil des Stromverbrauchs beim Surfen entsteht durch den Gebrauch des PCs und der angeschlossenen Geräte. Vor allem die Netzinfrastruktur schluckt Energie: Allein der Betrieb und die Kühlung aller Server in Deutschland verbrauchten im Jahr 2008 rund 10 Milliarden Kilowattstunden Elektrizität. Das entspricht der Stromerzeugung von fast vier mittelgroßen Kohlekraftwerken.
 
Was tun, um Energie und Geld zu sparen und auch die Umwelt zu schonen? Zum einen gelingt dies durch den Einsatz moderner, energiesparender Hightech-Elektronik. "Zum anderen hängt bei vielen ITK-Produkten der Energieverbrauch nicht nur von der eingesetzten Technologie, sondern auch stark vom jeweiligen Nutzerverhalten ab", sagt Jörg Menno Harms, Vizepräsident des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM).
 

Umrüsten auf energiesparende Geräte

 
Bei der Suche nach energieeffizienten Geräten gilt als Faustregel: Notebooks verbrauchen weniger Energie als PCs. LCDs – also Flüssigkristall-Flachbildschirme – sind sparsamer als herkömmliche Röhrenmonitore; Multifunktionsgeräte haben weniger Strombedarf als kombinierte Einzelgeräte.
 
Hat man sich für eine Produktgruppe, etwa ein Notebook, entschieden, kann man in einem zweiten Schritt nach besonders energieeffizienten Geräten suchen. Das lohnt, denn die Unterschiede im Strombedarf liegen bisweilen zwischen 50 und 70 Prozent. Der Anschaffungspreis ist dabei oft kein Anhaltspunkt: energiesparende Rechner müssen nicht teurer sein.
 
Nutzen Sie Ihren Computer vorrangig für die Textverarbeitung und für das Internet, dann brauchen Sie keinen überdimensionierten Hochleistungs-PC. Der ist meist teurer und verbraucht zudem sehr viel mehr Strom: Ein "Gamer-PC" für aufwändige Spiele kann bis zu 767 Kilowattstunden pro Jahr benötigen und damit rund 151 Euro Stromkosten verursachen. Ein sparsamer Multimedia-PC kommt auf nur 88 Kilowattstunden und rund 17 Euro.
 
Ein Computer sollte sich auch hinreichend aufrüsten lassen und über ausreichend Schnittstellen und austauschbare Komponenten verfügen. Somit können Sie mit technischen Neuerungen Schritt halten und das Gerät länger nutzen. Hilfreich ist es auch, sich vorab in Testberichten zu informieren. Auch die so genannten Umweltzeichen, zum Beispiel der "Energy Star" oder der "Blauen Engel", geben Orientierung.
 

Den PC clever einstellen

 

Ebenso wichtig ist es, seinen Rechner effizient und energiesparend zu nutzen. Es empfiehlt sich daher, die ab Werk eingestellten Energiesparfunktionen der Geräte beizubehalten. Werden Computer & Co. eine gewisse Zeit nicht genutzt, so verringern sie automatisch stufenweise den Energieverbrauch. Man kann natürlich auch selbst Änderungen im "Power Management" vornehmen und die Einstellungen für sich ganz individuell anpassen: zum Beispiel, wann der Rechner in den Standby- oder Ruhezustand fährt. Je früher das geschieht, desto weniger Energie wird verbraucht. Deaktivieren Sie Ihren Bildschirmschoner, der etwa bei aufwändigen 3-D Animationen bis zu 50 Prozent mehr Energie verbraucht als bei normalem Betrieb. Und am Bildschirmarbeitsplatz gilt: Wird der PC länger nicht genutzt, den Monitor ganz ausschalten.
 
Übersicht des Stromverbrauchs von Elektronikgeräten im Standy-by-Modus 

 

Geräte richtig ausschalten

 

Für Kommunikationstechnik – PC, Drucker, Scanner, Modem und Router – empfiehlt es sich, diese über abschaltbare Steckdosenleisten oder Funksteckdosen mit Strom zu versorgen. Sobald Sie nicht mehr damit arbeiten, können diese Geräte vollständig vom Stromnetz getrennt werden. Sie verbrauchen damit im oft versteckten Standby-Modus keinen wertvollen Strom mehr. "Wenn der Computer täglich drei Stunden läuft und Modem oder Router auch danach im Dauerbetrieb bleiben, können für die Internetnutzung schnell 60 Euro Stromkosten im Jahr zusammenkommen." Hierauf weist Annegret-Claudia Agricola, Bereichsleiterin bei der Deutschen Energie-Agentur GmbH, hin.
 

Den PC regelmäßig "aufräumen"

 

Um eine effiziente Nutzung des Rechners zu gewährleisten und Leistungseinbußen zu vermeiden lohnt es sich auch, seinen Rechner regelmäßig "aufzuräumen." Das heißt zum Beispiel Emails zu komprimieren und überflüssige Dateien und Treiber zu löschen. Sie können dazu die Angebote von bestimmten Software-"Tools" nutzen, die das Arbeiten am Rechner effizienter machen.
 

Energiesparendes Surfen

 
Bei einer Suchanfrage im Internet empfiehlt es sich, möglichst mehrere Suchmaschinen gleichzeitig zu nutzen und Anfragen so präzise wie möglich zu formulieren. Die Trefferlisten vorab sichten und erst dann zielsicher öffnen! Indem Sie Texte online lesen und unnötiges Ausdrucken vermeiden, nutzen Sie den ökologischen Vorteil, den das Internet gegenüber anderen Medien bietet. Auch das Umrüsten auf eine schnelle Internet-Verbindung lohnt sich: Sie sparen damit Zeit und Energie beim Surfen und Abrufen großer Dokumente und Multimedia-Anwendungen.
 

Helligkeit am Monitor dimmen

 

Wer noch mit einem Röhrenmonitor arbeitet, sollte die Helligkeit dimmen. Helle Farben verbrauchen bei diesen Monitoren mehr Strom  als dunkle. US-Computerspezialist Mark Ontkush forderte 2007 deswegen auch die Suchmaschine "Google" auf, ihren Hintergrund von Weiß auf Schwarz zu ändern. Dadurch könnten weltweit hunderte Megawatt Strom eingespart werden. Der Suchdienstanbieter blieb aber bei dem weißen Hintergrund. Begründung: in westlichen Ländern würden vorrangig LCD-Monitore genutzt, die aufgrund anderer Technik auch bei hellen Farben energiesparend arbeiten würden. Dennoch lohnt es sich, auch bei LCDs die Helligkeit zu regeln. Statt 30 Watt bei voller Helligkeit lässt sich dieser Wert an Plätzen ohne direkte Sonneneinstrahlung auf 20 Watt reduzieren.

Kontext

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