Etwa ein Drittel des privaten Stromverbrauchs geht auf Kosten von Kühlschrank und Co. Wer Strom sparen möchte, setzt auf neue, verbrauchsarme Geräte. Auch Energiesparlampen senken den Verbrauch und die Kosten.
Besonders sparsame Waschmaschinen verbrauchen pro 60-Grad-Waschgang weniger als eine Kilowattstunde Strom und rund 50 Liter Wasser. Es gibt aber auch Neugeräte auf dem Markt, die bis zu drei Kilowattstunden und über 100 Liter Wasser pro Waschgang benötigen. Bei einem Kühlschrank kann der Stromverbrauch bei gleicher Leistung und Größe um mehr als 40 Prozent auseinander liegen.
Ein Unterschied, der sich im Geldbeutel bemerkbar macht – Beispiel "Kühlschrank": Während ein Spitzengerät der Energieeffizienzklasse A++ mit 260 Litern Inhalt nur rund 36 Euro Stromkosten im Jahr verursacht, kommen bei einem einfachen A-Klasse-Modell schon um die 60 Euro zusammen.
Bei Haushaltslampen, Kühl- und Gefriergeräten, Geschirrspülern, Waschmaschinen, Wäschetrocknern, Elektrobacköfen und Raumklimageräten informiert das EU-Energie-Etikett über die Energieeffizienz: "A" steht für einen niedrigen, "G" für einen hohen Verbrauch. Besonders effiziente Kühl- und Gefriergeräte werden sogar mit "A+" und "A++" ausgezeichnet.
Neben dem spezifischen Energieverbrauch kann sich der Kunde auch ein Bild über andere Leistungsdaten machen, zum Beispiel: bei der Waschmaschine die Wasch- und Schleuderleistung und den Wasserverbrauch.
Weitere Hilfen beim Kauf elektrischer und elektronischer Geräte sind der Blaue Engel sowie das neue Zeichen Energy der Gemeinschaft Energielabel Deutschland (GED).
Wie kann man im Haushaltsalltag noch mehr sparen? Indem man darauf achtet, zu welcher Zeit Strom am günstigsten ist. Wer dann zum Beispiel die Waschmaschine anschaltet, spart zusätzlich. Dies abzulesen, gelingt mit den heutigen Stromzählern in Haushalten jedoch leider nicht. Die Zähler sind veraltet und nicht auf dem neuesten Stand der Technik.
Neue "intelligente" Zähler machen es möglich, den Stromverbrauch viel präziser zu messen. Beispielsweise kann man über den PC den Verbrauch beim Wäschewaschen sofort ablesen. Bislang ist das Ablesen noch an den jeweiligen Energieversorger gebunden. Außerdem berechnen moderne Stromzähler unterschiedliche Stromtarife je nach Nachfrage und Uhrzeit.
Damit diese Geräte auch zum Einsatz kommen können, hat die Bundesregierung nun die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen: Am 9. September 2008 ist das Gesetz zur Öffnung des Messwesens bei Strom und Gas für Wettbewerb in Kraft getreten. Eine Verordnung zum Erlass von Regelungen über Messeinrichtungen im Strom- und Gasbereich vom Oktober ergänzt das Gesetz. Damit setzt die Bundesregierung einen Teil des Integrierten Energie- und Klimaprogramms um.
Das Integrierte Energie- und Klimaprogramm (IEKP) ist das größte Maßnahmenpaket in der Geschichte Deutschlands. Es soll unsere Energieversorgung langfristig sichern. Energie soll zudem bezahlbar bleiben und zugleich umweltfreundlich sein. Ein wichtiger Ansatz dabei ist, unseren Strom- und Wärme-/Kühlbedarf durch effizientere Technik zu senken. Neben der Liberalisierung der Strommessung und intelligenten Stromzählern setzt das IEKP auf die Einführung energieeffizienter Produkte über Standards (Top-Runner-Produkte). Energiespar-Potentiale in Unternehmen sollen unter anderem durch Beratung und ökonomische Anreize genutzt werden.
Jeder Stromverbraucher kann sich den Strom- und Gaslieferanten aussuchen. Seit 1998 kann jeder Privathaushalt seinen Stromanbieter frei wählen. Seit 2006 ist dies auch bei Gas möglich.
Durch das Gesetz zum Strommesswesen ist es künftig auch möglich, mit der Messung des Verbrauchs ein anderes Unternehmen als den örtlichen Netzbetreiber zu beauftragen.
Gesetz und Verordnung helfen Verbraucherinnen und Verbraucher, preisliche Vorteile zu erschließen. Und sie fördern technische Innovationen im Zähl- und Messwesen. Ab 2010 können sich Kunden solche Zähler einbauen lassen. Dies wird zunächst nur in Neubauten technisch und wirtschaftlich machbar sein. Zeitgleich soll der neue Zählertyp Pflicht-Standard in Neubauten werden, soweit dies technisch machbar und zumutbar ist.
Bundeswirtschaftsminister Michael Glos: „Ich setze auf den mündigen und verantwortungsbewussten Verbraucher, der von solchen Angeboten auch wirklich Gebrauch macht.“