Die Bundesregierung
Nummer 094    12/2010
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Personalpolitik für längeres Arbeitsleben

Wenn Menschen länger arbeiten, sind Personalverantwortliche in den Unternehmen besonders gefordert. Das reicht von Arbeitsorganisation und Arbeitsgestaltung bis zu Rekrutierung und vorausschauender Laufbahngestaltung.

Der Bericht der Bundesregierung "Aufbruch in eine altersgerechte Arbeitswelt" appelliert an das Bewusstsein von Personalverantwortlichen. Im Wettbewerb um leistungsfähige Beschäftigte können Arbeitgeber nur bestehen, wenn sie kontinuierlich in den Erhalt der Gesundheit, die Kompetenz, die Zufriedenheit und die Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter investieren. Dies gilt für alle Altersgruppen. Gefragt ist hierbei eine nachhaltige Personalpolitik.

 

Aufgaben im Erwerbsverlauf verändern

 

Vorausschauende Personalpolitik heißt auch, die Arbeit so zu organisieren, dass Tätigkeitswechsel oder horizontale Karrieren von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern eingeschlossen sind. Karriere, Berufswege und Motivation messen sich mehr und mehr an der Frage, wie abwechslungsreich eine Aufgabe ist.

 

Personalstrategisch förderlich wirkt es sich aus, wenn die Beschäftigten wechselnde Aufgabenbereiche haben. Denn ein regelmäßiger Tätigkeitswechsel ist nicht nur die ideale Voraussetzung für ein langes und zufriedenes Erwerbsleben. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels fördert es zudem dauerhaften unternehmerischen Erfolg.

Flexible Arbeitszeit für Kinderbetreuung und Pflege

 

Eine innovative Personalpolitik muss die Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Fokus haben. Flexible Arbeitszeitmodelle werden zunehmen müssen, um Kinder zu betreuen oder Angehörige zu pflegen. Weiterbildung, berufliche Auszeiten und Neuorientierung sollten möglich sein. Betriebe, Sozialpartner und Verbände sind gefordert, vorhandene Initiativen stärker zu nutzen, miteinander zu verzahnen und untereinander abzustimmen.

 

Gutes Beispiel bei mittelständischem Unternehmen

 

Ein Beispiel, wie altersgerechte Personalpolitik in der Praxis aussehen kann, findet sich bei der Eckert & Ziegler GmbH in Berlin-Pankow. Das börsennotierte Unternehmen für radioaktive Komponenten in der Medizin setzt auf individuelle Regelungen für seine Beschäftigten ohne große Formalismen. Die mittelständische Firmengruppe beschäftigt weltweit mehr als 520 Mitarbeiter.

 

Tätigkeitswechsel nach Geburt des Kindes

 

Vor allem die Mitarbeiterinnen schätzen die Möglichkeit, nach der Elternzeit wieder Anschluss an den Beruf zu finden. So entwickelte sich Produktionsleiterin Carmen Schulz nach Geburt ihres zweiten Kindes von der Produktionsleiterin ins Produktmanagement. Mitarbeiter können sich, da die Betriebsvereinbarung zur flexiblen Tagesarbeitszeit es erlaubt, um pflegebedürftige Angehörige kümmern.

 

Betriebsratsvorsitzende Katrin Antonenko sagt: "Manchmal ist es schon eine große Hilfe, die Kinder in den Ferien mittags mit in die Kantine nehmen zu dürfen." Jobbewerbern verspricht das Unternehmen auf seiner Internet-Seite: "Neben den individuellen Weiterbildungsmöglichkeiten unterstützt Eckert & Ziegler Mitarbeiter in der Vereinbarkeit von Beruf und Familie durch flexible Arbeitszeitmodelle. Gesundheitliche Vorsorgemaßnahmen, Prämiensysteme und Kantinenbezuschussung sorgen darüber hinaus für ein angenehmes Arbeitsumfeld."

 

Mehr zu Unternehmen,  die die Zukunft der Arbeitswelt denken sowie weitere interessante Beispiele zu Teilzeitmodellen und altersspezifischer Personalpolitik findet sich auf der Internetplattform Inqa http://gutepraxis.inqa.de. Die Internetdatenbank "Gute Praxis" fördert den Erfahrungsaustausch zwischen Unternehmen.

Kontext

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