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Bundesländer verfügen über ausreichend Impfstoff
Foto: picture-alliance/dpa
Die Welle pandemischer Influenza in Deutschland und Europa ist stark abgeflaut. Den Höhepunkt der Influenza-Aktivität scheinen nämlich zumindest alle Staaten der Nordhalbkugel, die an die Weltgesundheitsorganisation berichten, mehr oder weniger überschritten zu haben.
Dem Robert Koch-Institut (RKI) wurden bis zum 19. Januar 2010 die Zahl von insgesamt 217.294 Fällen von Neuer Grippe (der so genannten „Schweinegrippe“) übermittelt. Insgesamt wurden in Deutschland 189 Todesfälle gemeldet. 152 davon, rund 80 Prozent, waren jünger als 60 Jahre alt. In 176 Todesfällen konnte das RKI Angaben zum Vorliegen von Risikofaktoren auswerten. 147 oder 78 Prozent von ihnen hatten einen Risikofaktor und damit eine höhere Wahrscheinlichkeit für einen schweren Krankheitsverlauf.
Die Zahl der Neuerkrankungen ist momentan stark rückläufig: In der 2. Kalenderwoche 2010 erkrankten 475 Menschen neu. Die angegebenen Werte können sich allerdings auch für Vorwochen durch Übermittlungen nach dem Zeitpunkt des hier berichteten Datenstandes noch erhöhen.
Bund und Länder konnten Anfang Januar gemeinsam einen fairen Interessensausgleich mit dem Impfstoffhersteller aushandeln: Statt den bestellten 50 Millionen müssen die Länder nur 34 Millionen Impfdosen abnehmen.
Denn anders als bis im Dezember vermutet, genügt eine Impfdosis für die Immunisierung. Durch diesen Kompromiss sparen die Länder über 130 Millionen Euro. Entscheidend bleibt weiterhin, dass die Länder über ausreichend Impfstoffe verfügen, um auch bei einem möglichen Wiederaufleben der Pandemie die Impfvorsorge anbieten zu können.
Nach Schätzungen des Paul-Ehrlich-Instituts sind bisher rund 8 Millionen Menschen in Deutschland gegen das Virus geimpft. Nach wie vor bleibt die Impfung der einzig wirksame Schutz der Menschen vor den Gefahren der Neuen Grippe. Die Länder haben damit noch ausreichend Impfstoff, um die Bevölkerung vor einer zweiten Grippewelle zu schützen. Insbesondere wird die Impfung von Personen mit Vorerkrankungen und sowie von Kindern und Jugendlichen empfohlen.
Auch in den übrigen europäischen Ländern ist seit Anfang 2010 keine sehr hohe Intensität an Influenza-ähnlichen oder akuten Atemwegserkrankungen bekannt geworden. Mit Polen berichtete ein Land über eine hohe Intensität, sechs Länder meldeten eine mittlere Intensität und 20 Länder berichteten über eine niedrige Intensität. Acht Länder berichteten über einen zunehmenden Trend der Influenza-Aktivität, darunter Polen und Italien. Zehn Länder berichteten über einen abnehmenden Trend, darunter Frankreich und Spanien, in zehn Ländern wurde der Trend als gleichbleibend gemeldet. Für Nordafrika und West-Asien hat die WHO Hinweise auf eine weiterhin relevante Influenza-Aktivität. In Ostasien bleibt das neue Influenza-Virus laut WHO weit verbreitet, die Aktivität geht dort aber zurück.