Organspende
Lebensrettend
Foto: picture-alliance / dpa
Dieser Ausweis kann Leben retten
Rund 12.000 Deutsche warten auf ein lebensrettendes Organ eines Spenders. Viele von ihnen vergeblich. Nach Schätzung der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) sterben allein in Deutschland jährlich etwa 1.000 Patienten, weil sie kein passendes Organ bekommen haben. Es dauert durchschnittlich vier bis fünf Jahre, bis einem Patienten ein Spenderorgan transplantiert werden kann. Organspende ist ein selten besprochenes Thema. Viele beschäftigen sich erst damit, wenn sie selbst oder Angehörige betroffen sind. Ziel der DSO ist es die Organspendebereitschaft in der Bevölkerung zu erhöhen. Dazu bietet sie umfassende Informationen an.
Jeder kann Organspender werden
Organspender kann jeder ab dem 16. Lebensjahr sein. Dazu reicht es aus, einen Organspendeausweis auszufüllen. Auch ein formloses, eigenhändig unterschriebenes Schriftstück genügt, um seine Bereitschaft auszudrücken. Der Spender kann genau festlegen, welche Organe entnommen werden dürfen. Transplantiert werden dürfen in Deutschland Herz, Lunge, Niere, Leber, Darm, Bauchspeicheldrüse, die Hornhaut des Auges und die Haut.
Organspendeausweise sind online bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und der DSO erhältlich, aber auch in vielen Arztpraxen, Apotheken und Einwohnermeldeämtern. Außerdem informieren BZgA und DSO in ihren Internetportalen ausführlich über alle Fragen im Zusammenhang mit der Organspende.
Der Ausweis oder die Erklärung sollte möglichst bei den Personalpapieren aufbewahrt werden. Empfehlenswert ist auch, seine Entscheidung mit einer Vertrauensperson zu besprechen. Der Entschluss für oder gegen die Organspende kann jederzeit widerrufen werden. Es reicht aus, die hinfällige Erklärung zu entsorgen und eine neue zu verfassen.
Mehr Aufklärung
Generell sind rund zwei Drittel der deutschen Bevölkerung bereit, ihre Organe nach dem Tod zu spenden. Dies ergab eine Studie der BZgA. Aber nur 17 Prozent haben bislang einen Organspendeausweis.
Die DSO führt die geringe Anzahl an Organspendern in Deutschland auf die mangelnde Aufklärung der Bevölkerung zurück. Den niedergelassenen Ärzten kommt hier eine Schlüsselrolle zu: 76 Prozent der Patientinnen und Patienten sehen in ihrem Arzt den bevorzugten Gesprächspartner zum Thema Organspende. Dies ist das Ergebnis einer TNS-Umfrage. Tatsächlich sprechen jedoch nur wenige Patientinnen und Patienten mit ihrem Arzt darüber. Als Organspender kommen nur diejenigen in Frage, bei denen ein Hirntod festgestellt wird. Bei rund 400.000 Menschen, die jährlich in deutschen Krankenhäusern sterben, ist das rund ein Prozent. Der Hirntod muss von zwei Ärzten diagnostiziert werden.
Wichtige Information zur Organspende
Wird der Hirntod eines Patienten festgestellt, informieren die Ärzte im Krankenhaus die nächstgelegene Stelle der DSO. Diese ist für die Vermittlung der Organe zuständig und arbeitet deutschlandweit mit 50 Transplantationszentren zusammen. Die DSO leitet die Daten an Eurotransplant weiter. Als gemeinnützige Organisation koordiniert Eurotransplant die Organspende in sieben europäischen Ländern.
Bei Eurotransplant sind alle Patienten dieser Länder registriert, die auf ein Organ warten. Wer ein Transplantat bekommt, wird nach Dringlichkeit und Erfolgsaussicht entschieden. Es ist wichtig, dass die Transplantation möglichst schnell nach dem Tod des Spenders durchgeführt wird – diese Zeitspanne darf nur wenige Stunden betragen.
Kontext