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Nr. 081    11/2009
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Berufsausbildung

Positive Ausbildungsbilanz trotz Krise

 
Ausbilder und Lehrling in einer Lehrwerkstatt.Foto: Photothek Vergrößerung Sicherheit durch Qualifizierung"Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt hat sich trotz der Wirtschaftskrise verbessert", sagte Raimund Becker, Vorstand der Bundesanstalt für Arbeit (BA) in Nürnberg. Zum ersten Mal seit zehn Jahren hat zum Stichtag 30. September die Zahl der noch nicht versorgten Bewerber die Schwelle von 10.000 unterschritten.
 
Ende September gab es wie 2008 erneut mehr unbesetzte Berufsausbildungsstellen als unversorgte Jugendliche. Im Berufsberatungsjahr 2008/2009 ging die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber um 14 Prozent zurück, während nur 7 Prozent weniger Berufsausbildungsstellen gemeldet waren. 
 
17.300 unbesetzten Stellen stehen 9.600 unversorgte Jugendliche gegenüber. Damit übersteigt im zweiten Jahr das Angebot die Nachfrage. Betrug die Differenz vor einem Jahr noch 5.000, so liegt sie in diesem Jahr bei 7.700.
 

Weniger Stellen

 
Betriebe meldeten von Oktober 2008 bis September 2009 der Ausbildungsvermittlung der BA und der Arbeitsgemeinschaften (ARGEn) insgesamt 475.400 Ausbildungsstellen. Das sind 36.200 oder 7,1 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.
 
Betriebe in Industrie und Handel schlossen 311.825 Ausbildungsverträge und damit neun Prozent weniger als im Vorjahr ab. Im Handwerk waren es 143.121 Ausbildungsverträge, sechs Prozent weniger. Bei den Freien Berufen betrug das Minus nur zwei Prozent bei 42.501 neuen Verträgen.
 

Demografischer Wandel

 
Entscheidend ist für die positive Bilanz der demografische Wandel, der sich ganz deutlich auf die Bewerberzahlen in den neuen Bundesländern, aber auch allmählich in den alten niederschlägt. So verringerte sich die Bewerberzahl um 51.400 oder 11 Prozent auf 430.600 in den alten Ländern. In den neuen ging die Zahl im Vorjahresvergleich um 35.200 oder 26 Prozent auf 102.600 zurück.
 
Die geringeren Schulabgängerzahlen begründen sich auch dadurch, dass die jungen Menschen zunehmend einen höheren Schulabschluss anstreben. Die bessere Vermittlungsquote führt die BA auch auf verstärkte Bemühungen um eine bessere und frühere Berufsorientierung zurück.
 
Auch die Situation der Bewerber aus früheren Schulentlassungsjahren hat sich trotz der wirtschaftlich schwierigen Rahmenbedingungen verbessert. 2008 waren 320.500 Bewerber aus früheren Jahren gemeldet. Aktuell sind es noch 243.800. Damit beträgt der Anteil der Altbewerber nur noch 46 Prozent in diesem Jahr. Trotzdem bleibt es weiter eine wichtige Aufgabe der Partner des Ausbildungspakts und der Bundesagentur für Arbeit, sich um diese Bewerberinnen und Bewerber zu kümmern.
 

Herausforderung der Zukunft

 
Wichtig ist eine verbesserte Berufsreife und Berufsorientierung. Oftmals fehlt es nicht an Bewerbern, sondern an ausreichend qualifizierten Schulabgängerinnen und Schulabgängern. Hier gilt es nicht zuletzt, sich um die sprachliche Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund zu kümmern.
 
Bund und Ländern haben auf dem Bildungsgipfel von Dresden im letzten Jahr verschiedene Ziele beschlossen. Danach sollen die Quote von Schulabgängerinnen und Schulabgängern ohne Schulabschluss sowie die Zahl der Ausbildungsabbrüche halbiert und die Ausbildungsübergänge erleichtert werden. Außerdem haben Bund und Länder sich verpflichtet, bis 2015 die Ausgaben für Bildung und Forschung auf zehn Prozent des Bundesinlandproduktes zu erhöhen.
 

Beste Nachvermittlungschancen

 
Aber auch für die 9.600 unversorgten Jugendlichen sind die Perspektiven für die bereits seit Wochen laufenden Nachvermittlungen sehr gut. Neben den vielen offenen Stellen stehen gerade für Bewerberinnen und Bewerber mit Vermittlungsproblemen 40.000 Plätze für betriebliche Einstiegsqualifizierungen zur Verfügung. Sie sind eine erfolgreiche Brücke in betriebliche Ausbildung.
 
Die Partner des Ausbildungspakts riefen die Jugendlichen auf, aktiv an ihrem erfolgreichen Berufseinstieg mitzuwirken. Wer regional und auch hinsichtlich des angestrebten Berufs flexibel sei, erhöhe seine Chancen. Auch die Betriebe sollen aus Sicht der Partner in ihrem Engagement nicht nachlassen und damit Jugendlichen eine Zukunftschance bieten. Gleichzeitig sichern sie so den eigenen künftigen Fachkräftenachwuchs.
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