Arbeitsmarkt

Perspektiven beim beruflichen Wiedereinstieg verbessern

Noch immer ist es für Frauen schwierig, nach einer längeren Familienzeit wieder ins Berufsleben einzusteigen. Unzureichende Kinderbetreuungsangebote und starre Arbeitszeitregelungen machen es schwer, Beruf und Familie miteinander zu vereinbaren. Das Aktionsprogramm "Perspektive Wiedereinstieg" und das dazu entwickelte Internetportal "www.perspektive-wiedereinstieg.de" unterstützen die Rückkehrwilligen.

Auch in der Wirtschaftskrise suchen Unternehmen hoch motivierte und gut ausgebildete weibliche Fachkräfte. Die meisten Wiedereinsteigerinnen verfügen über qualifizierte Abschlüsse und bringen hohe Einsatzbereitschaft mit. Und vielfach auch jene sozialen Kompetenzen, die gerade in schwierigen Unternehmensphasen Gold wert sind.

Individuelle Förderung an 20 Modellstandorten

Der Europäische Sozialfonds (ESF) fördert an 20 Modellstandorten die Rückkehr ins Arbeitsleben. Frauen, die familienbedingt mindestens drei Jahre aus dem Erwerbsleben ausgestiegen sind, werden während ihres gesamten Wiedereinstiegsprozesses unterstützt. Das Projekt des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit (BA) ist Teil des Aktionsprogramms "Perspektive Wiedereinstieg".

Die Wiedereinsteigerinnen erhalten eine individuelle Betreuung und es wird auf eine Einbindung der Partner und Familien der Frauen geachtet. Besonders wichtig ist hier, dass keine pauschalen, sondern auf die jeweilige persönliche Situation zugeschnittene Lösungen angeboten werden. Die Modellstandorte arbeiten eng mit den Arbeitsagenturen, Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern sowie den Fortbildungseinrichtungen zusammen.

Projekt "Frau und Beruf" in der Region Bayreuth

So auch beim Projekt "Frau und Beruf" in Bayreuth und Umland: Die Fäden laufen bei der Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der dortigen Agentur für Arbeit, Claudia Steinbach, zusammen. Als "Drahtzieherin" und Ansprechpartnerin in der Region Bayreuth hat sie Vertreter der Stadt, des Landkreises, der Regierung, der ARGEn, des Jugendamtes, der Mehrgenerationenhäuser, der Bündnisse für Familien und von Bildungseinrichtungen zu einer Informationsveranstaltung zusammengetrommelt. "Damit das Aktionsprogramm Erfolg hat, bedarf es aktiver Unterstützung aus verschiedensten Bereichen", so Steinbach.

Die demografische Entwicklung erhöhe den Bedarf an Fachkräften und führe zu einer längeren Zeit der Erwerbstätigkeit, weiß die Expertin. Steinbach: "Da diese Frauen also langfristig gebraucht werden, hoffe ich auf viele interessante Ideen und Projekte."

Infotag in Kulmbach

Auch Kulmbach ist Teil des Projekts "Frau und Beruf". In Vormittagsseminaren werden dort Frauen rund um das Thema Beruf, Wiedereinstieg oder auch Recht geschult. Als Plattform zum Ideenaustausch, wo sich Organisationen und Beratungsstellen vorstellen können, hat das Bayreuther Frauenforum eine Infobörse organisiert. Doch auch Arbeitgeber sind gefordert. Am Beispiel einer Firma aus der Region und in Vorträgen erhalten sie Informationen, warum es sich betriebswirtschaftlich lohnt, familienfreundlich zu sein.

Die Volkshochschulen in Bayreuth und Kulmbach führen einen mehrwöchigen Kurs "Neuer Start für Frauen" durch. Dieser bietet Einblicke in Arbeitsmarkt, Bewerbungsverfahren und rechtliche Rahmenbedingungen. Auch ein Praktikum steht auf dem Programm. Mit Hilfe des Kurzseminars "Profilpass" können Frauen feststellen, welche Stärken und Kompetenzen sie haben. Die vielfältigen Aktivitäten in der Projektregion werden am 10. November bei einem Infotag in Kulmbach vorgestellt.

Online-Beratungsangebot für Wiedereinsteigerinnen

Teil des Programms "Perspektive Wiedereinstieg" ist ein Internetportal, das über Beratungs- und Unterstützungsangebote auf lokaler Ebene informiert und Fragen rund um das Thema "Wiedereinstieg" beantwortet.

Die interaktive Plattform soll interessierte Wiedereinsteigerinnen durch die Vielzahl der Beratungsangebote von Bund, Ländern und Kommunen lotsen. Ein zentrales Angebot des Portals ist dabei der sogenannte Wiedereinstiegscheck: Die Nutzerin beantwortet einige Fragen zu ihrer Lebenssituation und Lebensplanung und nach wenigen Klicks erhält sie ein persönlich für ihre Bedürfnisse zusammengestelltes Informationspaket. Über eine Landkarte können die nächst gelegenen Beratungsstellen aufgerufen werden.

30 Millionen Euro für drei Jahre

Abgerundet wird die Initiative durch den Service vor Ort: Es werden lokale Projekte und Infobörsen veranstaltet, die alles Wissenswerte zum Thema Wiedereinstieg vermitteln.

Die Modellprojekte und das Online-Angebot sind Teil des Aktionsprogramms "Perspektive Wiedereinstieg" der Bundesregierung. Das Gesamtprogramm läuft drei Jahre lang bis Ende Februar 2012 und wird mit insgesamt 30 Millionen Euro gefördert. Dabei stammen 14 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF), mitfinanziert von der Bundesagentur für Arbeit sowie Trägern und Kommunen.

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