Neue Influenza H1N1

Informationen zur Neuen Grippe ("Schweinegrippe")

Impfserum mit einer Einwegspritze aufgezogen
Impfung bietet den wirksamsten Schutz
Foto: Sebastian Bolesch

Die Neue Grippe, auch Schweinegrippe oder neue Influenza genannt, wird durch das pandemische Influenzavirus A (H1N1) ausgelöst. Es handelt sich dabei um eine neue Variante eines bekannten Grippeerregers. Das Virus überträgt sich sehr gut von Mensch zu Mensch. Die meisten Menschen haben noch keine spezifischen Abwehrkräfte gegen das neue Virus entwickelt. Weltweit stecken sich sehr viele Personen an und erkranken. Man spricht daher von einer Pandemie.

Wie gefährlich ist die Neue Grippe?

Bislang verläuft die Krankheit meist relativ mild, aber es gab in besonders betroffenen Ländern auch schon schwere Verläufe und Todesfälle. Mit steigenden Erkrankungszahlen erhöht sich auch in Deutschland die Wahrscheinlichkeit schwerer Verläufe. Ende September gab es fast 20.000 Erkrankungen und auch einen Todesfall. Die krankmachende Wirkung des Virus könnte sich durch Veränderungen im Erbgut verstärken.

Erkältung oder Grippe?

Die Symptome der Neuen Grippe ähneln denen einer saisonalen Grippe, die in jedem Winter auch in Deutschland vorkommt: Fieber, Husten, Kopf- und Gliederschmerzen, Müdigkeit, Appetitlosigkeit. Auch Übelkeit, Erbrechen und Durchfall können auftreten.

Die Ansteckung erfolgt von Mensch zu Mensch über Tröpfcheninfektion. Das heißt, die Viren werden beim Küssen, Niesen, Husten oder Sprechen direkt übertragen. Virenhaltige Tröpfchen bleiben aber auch auf Oberflächen wie Türklinken und Ähnlichem haften und gelangen von dort über die Hände auf die Schleimhäute von Mund, Nase oder Augen.

Die Inkubationszeit, die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit, beträgt im allgemeinen ein bis zwei Tage, kann aber auch bis vier Tage dauern, ähnlich wie bei der saisonalen Influenza.

Unterschiede zu einer einfachen Erkältung gibt es bei der Ausprägung der Symptome und beim zeitlichen Verlauf. Während eine Erkältung eher schleppend beginnt und sich mit einem Kratzen im Hals ankündigt, bekommen Betroffene bei einer Grippe meist innerhalb weniger Stunden hohes Fieber und fühlen sich sehr abgeschlagen.

Wer gehört zu den Risikogruppen?

Das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufes ist vor allem bei Menschen mit chronischen Erkrankungen (zum Beispiel Asthma, Diabetes mellitus und so weiter), Menschen mit einem geschwächten Immunsystem sowie bei Schwangeren besonders hoch.

Was tun im Krankheitsfall?

Wenn Sie den Verdacht haben, an Neuer Grippe erkrankt zu sein, sollten Sie folgende Regeln beachten: 

  • Bleiben Sie zu Hause, um möglichst keine anderen Menschen anzustecken. Das gilt besonders dann, wenn Sie in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindertagesstätten oder Schulen arbeiten oder schwer kranke oder immungeschwächte Menschen in Alten- und Pflegeheimen oder in Krankenhäusern betreuen.
  • Rufen Sie Ihren Arzt/Ihre Ärztin an und informieren Sie ihn/sie genau über Ihre Symptome. Vereinbaren Sie telefonisch das weitere Vorgehen.
  • Vermeiden Sie engen Kontakt mit anderen Menschen auf dem Weg in die Praxis.

Was können Sie tun, um sich und andere zu schützen?

Mit einigen einfachen Maßnahmen können Sie das Risiko einer Ansteckung verringern: 

  • Hände mehrmals täglich waschen und vom Gesicht fernhalten.
  • Richtig niesen und husten, das heißt mit Abstand zu anderen Personen und in die Ellenbeuge oder in ein Einmaltaschentuch, nicht in die Hand.
  • Auf erste Krankheitszeichen achten.
  • Bei Krankheit zu Hause bleiben.
  • Sich Zeit nehmen und die Krankheit auskurieren.
  • Im Krankheitsfall auf Körperkontakt wie Küssen, Umarmen und so weiter verzichten.
  • Geschlossene Räume regelmäßig lüften, um die Zahl der Viren in der Luft zu verringern.
  • Oberflächen im Haushalt regelmäßig reinigen.

Ausführliche Informationen zu diesen Maßnahmen finden Sie unter www.wir-gegen-viren.de

Wie ist Deutschland auf die Neue Grippe vorbereitet?

Deutschland bereitet sich seit Jahren auf eine Influenzapandemie vor und hat entsprechende Pläne und Handlungsempfehlungen entwickelt. Eine Schutzmaßnahme für die Bevölkerung ist die Impfung gegen die Neue Grippe.

Bei einer Pandemie müssen die medizinische Versorgung und die öffentliche Sicherheit aufrechterhalten und es muss die Krankheitslast in der Bevölkerung gesenkt werden. Deshalb wird vor allem den Personen vorrangig eine Impfung angeboten werden, die ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe oder aus beruflichen Gründen engen Kontakt zu besonders gefährdeten Personen haben. Einzelheiten sind in den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission sowie der zuständigen Landesgesundheitsbehörden ausgeführt.

Mit der Impfung kann voraussichtlich im Oktober begonnen werden, dazu erfolgen öffentliche Aufrufe.

Zur Behandlung der Neuen Grippe stehen antivirale Arzneimittel zur Verfügung. Die Länder und die Bundesregierung haben einen Vorrat an antiviralen Arzneimitteln angelegt. Diese Medikamente sind verschreibungspflichtig und müssen ärztlich verordnet werden.

Was kann man tun bei weiterer Ausbreitung in Deutschland?

Wenn Sie allein leben oder für den Fall, dass Ihre gesamte Familie erkrankt, sorgen Sie schon jetzt dafür, dass Sie von Freunden oder Nachbarn unterstützt werden beziehungsweise bieten Sie diesen ebenfalls Unterstützung an. Zum Schutz vor einer weiteren Verbreitung ist es sinnvoll, die sozialen Kontakte auf das Wesentliche zu reduzieren.

In einer Pandemie kann es sinnvoll sein, dass Schulschließungen angeordnet werden. Überlegen Sie schon jetzt, wie die Betreuung Ihrer Kinder in einem solchen Fall gewährleistet werden kann, ohne dass man auf eine Gruppenbetreuung zurückgreift.

Die Grippe kennt keine Grenzen

Die Bekämpfung der neuen Influenza H1N1 (sogenannte Schweinegrippe) stellt alle Länder vor große Herausforderungen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ihre Einschätzung bekräftigt, dass die weltweite Ausbreitung des Virus nicht zu stoppen ist. Bis zum 13. September starben weltweit 3.486 Menschen an Schweinegrippe. In den meisten Fällen verläuft eine Erkrankung bisher relativ mild, die Patienten werden ohne besondere Behandlung gesund.

Mit 20 Millionen Euro unterstützt die Bundesregierung die Bekämpfung der neuen Influenza H1N1 in Entwicklungsländern. Ganz besonders Regionen, in denen die Gesundheitssysteme nicht so leistungsfähig sind, müssen unterstützt werden, damit die Folgen der Pandemie dort gemildert werden.

Deutschland schließt sich damit einer Initiative der USA an, rund 10 Prozent der Impfstoffe über die WHO armen Ländern zur Verfügung zu stellen. Frankreich, Italien, Norwegen, die Schweiz, Großbritannien, Australien, Brasilien und Neuseeland beteiligen sich an der Aktion.

Weitere Informationen
Die Ausbreitung und der Verlauf der Neuen Grippe werden in Deutschland intensiv beobachtet. Die Bundesregierung informiert im Internet umfassend zur aktuellen Lage und zu allen wichtigen Fragen rund um individuelle Präventionsmöglichkeiten, Verhalten im Krankheitsfall, Reisen, Impfstoff und Impfung. Alle Informationsangebote im Überblick finden Sie unter: www.bmg.bund.de

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