Existenzgründung

Alt hilft Jung bei Existenzgründung

Beratung für Existenzgründert - Alt Hilft Jung bei ExistenzgründungBild vergrößern Beratung für Existenzgründer Foto: Rebekka Brather

Eine Geschäftsidee zu haben, ist das eine, sie dann auch erfolgreich umzusetzen, das andere. In Hannover gibt es seit 1981 den Verein "Wirtschafts-Senioren". Erfahrene Ruheständler geben Existenzgründerinnen und -gründern Ratschläge zur erfolgreichen Führung ihres Unternehmens. Mit all ihrer Berufs- und Lebenserfahrung engagieren sie sich für deren Belange.

Persönliche und professionelle Fachberatung

Viele angehende Selbstständige stehen zu Beginn ihrer unternehmerischen Tätigkeit vor einem riesigen Berg an Fragen und Ungewissheiten. Wie erstelle ich einen Businessplan? Welche Rechtsform ist für mein Vorhaben am besten geeignet? Wie gelange ich an finanzielle Mittel zur Realisierung meiner Geschäftsidee?

Diese und andere Fragen lassen sich ohne eigene Erfahrung nur durch eine gute Beratung sicher beantworten. Kommerzielle Unternehmensberatungsfirmen erfüllen diese Aufgabe, sind aber in der Regel für eine Gründerin oder einen Gründer nur schwer zu finanzieren. Wer trotzdem nicht auf eine persönliche und professionelle Fachberatung verzichten möchte, findet Unterstützung bei den "Wirtschafts-Senioren" in Hannover.

Bereits seit 28 Jahren existiert der Verein, der die erste derartige Initiative in Deutschland war. Die Intention der sieben Gründungsmitglieder war es, ihre berufliche Erfahrung an nachfolgende Unternehmergenerationen weiterzugeben.

Die im Durchschnitt etwa 62 Jahre alten Berater decken fast alle Branchen und Geschäftsfelder ab. Unter den 40 Ehrenamtlichen gibt es unter anderem ehemalige Handwerker, Ingenieure, Juristen, Bankangestellte, Unternehmer und Gastronomen.

"Nach einer verantwortungsvollen Berufstätigkeit fallen manche ohne Beschäftigung, Dienstwagen und Sekretärin in ein tiefes Loch. Die ehrenamtliche Tätigkeit erhöht dagegen das Selbstbewusstsein", sagte Professor Klaus Weber, der Vorstandsvorsitzende der Wirtschafts-Senioren Hannover.

Vielfältiges Angebot

Das Beratungsangebot des Vereins ist sehr breit gefächert. Individuelle Unterstützung und Coaching bei Existenzgründungen und -sicherungen oder Betriebsübergaben stehen auf der Agenda. Aber auch Volkshochschulkurse für Gruppen bis zu 15 Personen oder Veranstaltungen für den Berufsförderungsdienst der Bundeswehr sind im Angebot.

Den ersten Kontakt zum Verein erhalten Existenzgründer häufig über die Industrie- und Handelskammer oder auch direkt über die Arbeitsagentur. Bei individuellen Beratungsleistungen muss vor Beginn ein ausführlicher Fragebogen beantwortet werden, damit die Fachleute die Ausgangsbedingungen analysieren können.

Im Anschluss wird ein fester Beratungsvertrag abgeschlossen, der eine umfassende Beratung für drei Monate garantiert. Lediglich 70 Euro Aufwandsentschädigung müssen dafür gezahlt werden. Den größten Beratungsbedarf gibt es zu den Themen Gründungsformalitäten, Finanzierung und Marketingstrategien. "Eine tolle Idee haben die meisten, die eigentliche Frage ist aber die konkrete Umsetzung", sagte Weber.

In rund 11.000 Fällen haben die Wirtschaftsexperten seit 1981 Tipps und Tricks zur erfolgreichen Unternehmensführung weitergegeben. Nach Aussage Webers sind 40 bis 50 Prozent der Ratsuchenden nach fünf Jahren noch am Markt. "Das ist in der Beratungsbranche ein ganz guter Schnitt", ergänzte er.

Dass das Modell erfolgreich ist, zeigt auch die Tatsache, dass es mittlerweile bundesweit ähnliche unabhängige Zentren und sogar eine Bundesarbeitsgemeinschaft "Alt hilft Jung" gibt. Initiator und Vorreiter dieser Entwicklung war der Verein "Wirtschafts-Senioren" aus Hannover.

Die Themenreihe „Mitten im Leben“ im Internetangebot der Initiative „Erfahrung ist Zukunft“ stellt seit August 2008 Beispiele für ein aktives Alter vor: Vereine, die Alt und Jung zusammenbringen, Unternehmen, die über 50-Jährige fördern, oder ältere Menschen, die sich freiwillig engagieren oder ein Unternehmen gegründet haben.

Haben auch Sie ein gutes Beispiel und möchten Sie darüber berichten? Dann senden Sie Beispiele über die Internetseite der Initiative ein.

Das Bewerberformular gibt es hier

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