Kinder lernen vom ersten Tag ihres Lebens an. Zunächst werden die Weichen in der Familie gestellt. Schon in der frühen Kindheit fallen die ersten Würfel für den Bildungsprozess jedes einzelnen Kindes. Hier liegt der Grundstein für eine erfolgreiche Bildungsbiografie.
Heute ist es nicht mehr selbstverständlich, dass Kinder gemeinsam mit Geschwistern und Gleichaltrigen aufwachsen und lernen. Dafür bieten ihnen Krippen, Kitas oder Tageseltern die Möglichkeit, andere Kinder kennenzulernen und gemeinsam die Welt zu erobern.
In Gelsenkirchen ist man sich einig, dass dem Bereich der Kindertagesstätten und Schulen eine besondere Bedeutung zukommt. Schon 2004 wurden hier entsprechende kommunalpolitisch Prioritäten gesetzt. Bislang standen die begrenzten finanziellen Möglichkeiten aber notwendigen Investitionen häufig entgegen. Dank Konjunkturpaket II lässt sich vieles nun schneller umsetzen.
Der Betriebsleiter der städtischen Kindertagesstädten Alfons Wissmann: "Das Konjunkturpaket II schafft eine Welle von Um-, Neu- und Ausbauten im Kita-Bereich, die sonst so schnell finanziell einfach nicht möglich gewesen wären." 17 der insgesamt 120 Kindertagesstätten der Stadt profitieren von gut 8,3 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket. Da gibt es Neu- oder Umbauten, häufig verbunden mit energiesparenden Maßnahmen. Andere Kitas werden vergrößert, um mehr Kinder aufnehmen zu können.
Ein Projekt liegt Herrn Wissmann besonders am Herzen: In der Gelsenkirchener Neustadt, einem Stadtteil mit hohem Migrantenanteil, soll 2010 eine Kita direkt neben einer Grundschule errichtet werden. Teilweise sollen beide Einrichungen die Räumlichkeiten nutzen können.
Die Stadt hofft, so den Übergang von der Kita zur Grundschule zu erleichtern. Herr Wissmann erklärt: "In der Neustadt kommen viele Kinder mit Migrationshintergrund in die Kitas. Bei der Kita, die jetzt für dieses Projekt einen Neubau bekommt, sind das 97 Prozent. Da ist das Erlernen der Sprache von großer Bedeutung und die Zusammenarbeit zwischen Kita und Schule besonders wichtig."
Ganz nebenbei werden bei diesem Projekt 30 zusätzliche Betreuungsplätze geschaffen, gerade auch für unter Dreijährige. Anfang 2011 sollen die 100 Kinder in den Neubau einziehen können. Die Schul- und die Kitaleitung sind hellauf begeistert von dem Projekt. Wenn es Erfolg hat, könnte es ein Modell sein weit über Gelsenkirchen hinaus.
Im Sportkindergarten "Pfiffikus" in Riesa wird Bewegung groß geschrieben. In Kürze könnte noch ein Hindernislauf dazu kommen: Bald rücken in der Freitaler Straße nämlich die Handwerker für größere Sanierungsarbeiten an. Nach dem Umbau werden hier nicht nur Kinder ab zwei Jahren betreut, auch 15 Einjährige können dann ihrem Bewegungsdrang freien Lauf lassen. Die bestehenden Gebäude werden so umgestaltet, dass auch für die ganz Kleinen Platz ist.
Aber nicht nur die Innenräume verändern sich, auch die Außenfassade wird saniert und auf dem Dach wird eine Voltaik-Anlage installiert, so dass künftig weitaus weniger Energie für Heizung und Warmwasser benötigt wird.
Die Umbauten kosten circa 250.000 Euro. 200.000 Euro kommen davon aus dem Konjunkturpaket II. Insgesamt erhält die Stadt Riesa für elf Projekte 2,57 Milionen Euro aus dem Konjunkturpaket.