Leonie K. geht es wie vielen Schülerinnen und Schülern in den kommenden Jahren. Ihr Jahrgang macht im Jahr 2012 in Berlin erstmalig nach zwölf Schuljahren Abitur. Ein doppelter Jahrgang wird dann die Universitäten stürmen. Aber nicht nur deshalb steigt die Zahl der Studienberechtigten in den kommenden Jahren nochmals deutlich an. Als eines von vielen Zielen haben Bund und Länder auf dem Bildungsgipfel letztes Jahr in Dresden vereinbart, dass mindestens 40 Prozent eines Jahrgangs studieren sollen. Denn für Deutschland als ein rohstoffarmes Land ist eine gute Ausbildung seiner Menschen besonders wichtig.
Damit junge Menschen wie Leonie auch die besten Startchancen erhalten, vereinbarten Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder am 4. Juni 2009 die Schaffung von zusätzlich 275.000 Studienplätzen bis 2015.
Außerdem haben Bund und Länder die Exzellenzinitiative und den Pakt für Forschung und Innovation verlängert. Hochschulen und Wissenschaft haben damit schon heute die nötige Planungssicherheit für die kommenden Jahre.
Der Anteil des Bundes an den zusätzlichen 18 Milliarden Euro, die bis 2019 dafür eingeplant sind, beträgt 11,8 Milliarden. "Das ist ein klares Bekenntnis zu Bildung und Innovation und zur Zukunftsfähigkeit Deutschlands", betonte die Bundeskanzlerin. Eine gute Ausbildung sei das A und O zur Erhaltung des Wohlstandes unseres Landes.
Weitere rund 11 Milliarden Euro fließen Bildung und Wissenschaft durch das Konjunkturpaket II zu. Dadurch wird der Innovations- und Wissenschaftsstandort Deutschland international auch in Krisenzeiten gestärkt und wettbewerbsfähiger.
In den Jahren von 2010 bis 2015 werden in der zweiten Phase des bis zum Jahr 2020 konzipierten Hochschulpaktes die 275.000 zusätzlichen Studienplätze geschaffen. Verteilt über vier Jahre stehen pro Studienplatz 26.000 Euro bereit. Das sind 4.000 Euro mehr als in der laufenden ersten Phase des Hochschulpakts. Die Hälfte der Kosten trägt der Bund. Zusätzlich erhalten die Hochschulen 1,6 Milliarden Euro für die Finanzierung von Programmpauschalen von Forschungsprojekten.
Die neuen Länder bekommen als Sonderfinanzierung insgesamt etwa 348 Millionen Euro, um vorhandene Kapazitäten zu erhalten. Auch zusätzliche Ausbildungsleistungen der Stadtstaaten werden gefördert.
Bund und Länder hatten im Jahr 2007 den Hochschulpakt 2020 vereinbart. Denn Deutschland braucht mehr exzellent ausgebildete Menschen, insbesondere in der Mathematik und den Ingenieurs- oder Naturwissenschaften. In einem ersten Schritt entstehen von 2007 bis 2010 zusätzlich über 90.000 Studienplätze. Die Bundesregierung gibt dafür in der ersten Phase 565 Millionen Euro dazu. Sie übernimmt damit die Hälfte der Kosten. Weitere knapp 700 Millionen Euro stellt der Bund in diesem Zeitraum im Hochschulpakt für die Forschungsförderung an den Hochschulen bereit.
Bundeskanzlerin Merkel und die Länderministerpräsidenten hatten auf dem Bildungsgipfel auch beschlossen, die Exzellenzinitiative fortzuführen. Die Initiative wurde bis zum Jahr 2017 verlängert. Dafür sind 2,7 Milliarden Euro vorgesehen. Weiterhin gilt das bewährte Prinzip des Wettbewerbs um die besten Konzepte. Einziges Kriterium ist die wissenschaftliche Exzellenz. Der Bund trägt zwei Drittel der Kosten.
Die Exzellenzinitiative fördert gegenwärtig 39 Graduiertenschulen, 37 Exzellenzcluster und neun Zukunftskonzepte ganzer Universitäten – die sogenannten Spitzenuniversitäten. Bis zum Jahr 2011 stehen insgesamt 1,9 Milliarden Euro zur Verfügung. Der Bund trägt hiervon 75 Prozent.
Prof. Horst Hippler, Rektor der Universität Karlsruhe (TH) beschreibt in diesem Kontext das Besondere der Exzellenzuniversitäten: “Die Exzellenzuniversitäten zeichnen sich vor allem durch den Mut zur Gestaltung und zur Veränderung aus. Mit der Fusion von Forschungszentrum Karlsruhe und der Universität Karlsruhe (TH) zum Karlsruher Institut für Technologie KIT haben wir den vielleicht mutigsten Schritt in der deutschen Wissenschaftslandschaft seit Jahren getan“. Ein Vorteil liegt klar auf der Hand: Hier können Studentinnen und Studenten an den Großforschungsprojekten beteiligt werden.
Auch der von Bundesregierung und Ländern im Juni 2005 vereinbarte Pakt für Forschung und Innovation wurde verlängert. Die großen Wissenschafts- und Forschungsorganisationen erhalten bis zum Jahr 2015 fünf Prozent mehr Geld.
Der wissenschaftliche Nachwuchs wird besser gefördert und der Wissenschaftsstandort Deutschland international weiter vernetzt. Das drückt sich auch in Arbeitsplätzen aus: Es geht hier um bis zu 30.000 wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie haben zwar nur einen Zeitvertrag, aber das ist in dieser Branche durchaus gang und gäbe. Außerdem sind im Vergleich zu anderen Bildungsgruppen für Akademiker die Chancen, eine Beschäftigung zu erhalten, am größten.
Das Interesse der Wirtschaft an den Leistungen der Hochschulen erklärt Prof. Dr. Jürgen Mlynek, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren, wie folgt: „Wir sichern nachhaltig attraktive Arbeitsplätze in der Wissenschaft und gleichzeitig profitiert die Wirtschaft mehrfach: von den Innovationen aus der Forschung, den hochqualifizierten Arbeitskräften, die wir ausbilden, und als Auftragnehmer für Hochtechnologie, die zu allererst für die Forschung entwickelt wird. Das zusammen schafft einen Innovationsvorsprung für Deutschland.“