Das Alter leben, Verantwortung übernehmen

Bundeskanzlerin Angela Merkel während ihrer Rede zur Eröffnung des 9. Deutschen Seniorentages
Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Seniorentag 2009
Foto: REGIERUNGonline / Kugler

„Alter leben – Verantwortung übernehmen": So lautete das Motto des 9. Deutschen Seniorentages in Leipzig. Höhepunkt war die Festrede zur Eröffnung von Bundeskanzlerin Angela Merkel am 8. Juni 2009. Als Schirmherrin des Seniorentages verwies sie auf die Chancen des demografischen Wandels.

Ältere Menschen sollten sich einmischen

Angela Merkel bezeichnete das Motto des Seniorentags als Angebot für eine aktive Einmischung älterer Menschen in die Gesellschaft. „Dieses Angebot sollte von uns allen angenommen werden", sagte die Bundeskanzlerin. Sie sieht den demografischen Wandel als Chance für das gesellschaftliche Miteinander. Denn Deutschland werde besonders stark vom demografischen Wandel betroffen sein.

„Die Größe dieser Herausforderung darf man nicht einfach unter den Tisch fallen lassen", so Merkel. Diese Aufgabe werde die Politik der nächsten Jahrzehnte prägen und beschäftigen. Positiv sieht sie die Bereitschaft der Älteren in dieser Situation Verantwortung zu übernehmen und sich für die Gesellschaft einzusetzen. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag für den Zusammenhalt der Generationen.

 

Phase nach dem Beruf aktiv gestalten

Für die Bundesregierung sind daher Lebenslanges Lernen und bürgerschaftliches Engagement elementar. Daher unterstützt die Bundesregierung dies mit bundesweiten Förderprogrammen. Merkel fordert die Älteren auf, sich weiterhin einzumischen und dankte ihnen für ihr Engagement. "Die Phase nach dem Berufsleben ist eine aktive Phase", so die Bundeskanzlerin.

Den Stellenwert der älteren Menschen verdeutlichte dort auch Hermann Kues, Staatssekretär im Bundesfamilienministerium: „Die Älteren haben Erfahrung und sie wissen, gute Qualität und weniger gute Qualität besser zu unterscheiden. Entwicklungen, die für die älteren Menschen gut sind, sind auch für die jüngeren und die gesamte Gesellschaft gut". Ältere sollten wegen dieser besonderen Erfahrungen nicht nur auf ihr bisheriges Leben zurück schauen, sondern sich in die Gesellschaft einbringen, so Kues.

Umfassend übers Alter informieren

In über 100 Workshops, Podiumsveranstaltungen und Foren konnten sich die Besucherinnen und Besucher über den demografischen Wandel, Ehrenamt und das aktive Alter informieren. Auf der begleitenden Messe SenNova präsentierten sich zeitgleich Vereine, Initiativen und Unternehmen rund um den demografischen Wandel. Die Initiative "Erfahrung ist Zukunft" der Bundesregierung berichtete an allen Tagen tagesaktuell auf ihrer Internetseite.

 

Etliche Initiativen der Bundesregierung wurden an den Ständen der Bundesregierung oder in diversen Foren und Workshops eingehend vorgestellt. Zum Beispiel im Forum "Alter mit Engagement leben". Vorgestellt wurde dort unter anderem das Programm "Aktiv im Alter" des Bundesfamilienministeriums. Ziel des Programms ist es, Möglichkeiten zu bieten, die Potentiale des Alters im Gemeinwesen zu verankern. Das Programm spricht gezielt die Kommunen an, um dort verbesserte Bedingungen für das individuelle Engagement zu schaffen. Älteren soll die Möglichkeit gegeben werden, ihr Umfeld aktiv mitzugestalten.

Mit mehr Bewegung gesund bleiben

Mit der Kampagne "Bewegung und Gesundheit" fördert das zuständige Bundesministerium für Gesundheit gesunde Lebensstile. Die Kampagne zeigt, wie es ist, sich im Alltag mehr zu bewegen. Die Aktion fordert Menschen jeden Alters dazu auf, täglich 3.000 Schritte mehr zu gehen. Dies entspricht gerade einmal 2 Kilometern und ist ein guter Anfang für ein gesünderes Leben.

Rolf Schwanitz, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium, stellte die Aktion den Besucherinnen und Besuchern vor. „Wir wissen, dass erfolgreiche Prävention gelingt, wenn wir diese im Lebensalltag der Menschen verankern können. Wir bieten diese als Anregung an und dies seit mehreren Jahren sehr erfolgreich.“

Herzstück der Kampagne sind die 3.000-Schritte-Spaziergänge, die in zahlreichen deutschen Städten stattfinden. Daraus haben sich mittlerweile zahlreiche Gruppen entwickelt, die regelmäßig Spaziergänge anbieten. Schwanitz: „Wir wissen, dass es sehr einfach ist, sich selbst täglich dazu zu motivieren, 3.000 Schritte extra zu gehen, einmal nicht das Auto zu nehmen, nicht die Straßenbahn, sondern einfach mal zu Fuß unterwegs zu sein". Studien zeigen, dass dadurch positive gesundheitliche Effekte entstehen, so der Parlamentarische Staatsekretär. Mittlerweile gebe es mehrere tausend Bündnispartner der Initiative und rund 220 Gruppen, die gemeinsam etwa jeden Mittwoch Spazieren gehen.

Der Deutsche Seniorentag wird von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) alle drei Jahre ausgerichtet. Die BAGSO wurde vor zwanzig Jahren gegründet: In ihr sind über 100 Mitgliedsverbände organisiert. Zusammen mit dem Deutschen Seniorentag wird die SenNova, eine Messe für Produkte und Dienstleistungen, die besonders Ältere interessieren, ausgerichtet. Die Initiative „Erfahrung ist Zukunft" der Bundesregierung präsentierte sich ebenfalls auf dem Deutschen Seniorentag.

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