Innovationen sind wichtig für den langfristigen wirtschaftlichen Erfolg von Unternehmen und damit auch für die Sicherung von Arbeitsplätzen. Das zeigt die Erfahrung und wird immer wieder in Studien bestätigt. Auch Unternehmensleitungen wissen dies. Nur ein Bruchteil von ihnen handelt heute jedoch danach. Dies fanden jüngst Horváth & Partners in ihrer Innovationsstudie 2009 heraus.
"Zwar zeigt die Zahl der Patentanmeldungen, dass deutsche Unternehmen insgesamt betrachtet innovativ sind", so Dr. Oliver Greiner, Geschäftsführer bei Horváth & Partners. Innovativ verhielten sich jedoch nur wenige Unternehmen. "Um jedoch schnell aus der wirtschaftlichen Krise wieder herauszukommen, bedarf es größeren Einsatzes."
In der Umfrage sagte mit 87 Prozent eine überwältigende Mehrheit der 128 an der Studie beteiligten Führungskräften aus, dass sie für ihre Ziele bedeutende Innovationen benötigten. Neun Prozent sagten, es treffe in ihrem Falle immerhin teilweise zu.
Die Möglichkeiten hierfür seien sogar grundsätzlich gut, wie die Umfrage weiter ergab: Schließlich sehe etwa derselbe Prozentsatz, dass in deutschen Unternehmen ein großes ungenutztes Potenzial zur Generierung von Ideen schlummere. Allerdings würde dieses Potenzial nicht gehoben, so Greiner und führt fort, "Viele Unternehmen stellen in der Krise die Ideenfindung ein! Das ist aber genau das falsche Vorgehen!"
Aus unternehmerischer Sicht betrachtet müsste eine Unternehmensleitung eigentlich daran interessiert sein, alles zu nutzen, was das Unternehmen hat. Wenn dies nicht geschieht, so kann das verschiedene Gründe haben: Ist die Unternehmensleitung nämlich bereits "gesättigt", ist Abhilfe gegebenenfalls nur durch Austausch dieser gegen eine "ungesättigte", das heißt jüngere Generation zu erreichen.
Wenn sich nur wenige Beschäftigte an der Ideenfindung beteiligen dürfen, werden Ideen bei den Ungefragten nicht abgerufen. Das ist verschwendetes Potenzial.
Liegt das Problem hingegen in dem Arbeitsumfeld begründet, so können mehr innovative Ideen durchaus mit einer entsprechend anregenden Innovationskultur erzielt werden, so die Studie.
"Not macht erfinderisch" ist ein Erfahrungssatz, der sich immer wieder bewahrheitet. Er zeigt zugleich, dass proaktives, das heißt gezieltes aktives Vorgehen fruchtet.
Und: Innovative und dadurch langfristig erfolgreiche Unternehmen setzen mehr noch auf "geniale Ideen" mit sehr hohem Neuigkeitswert denn auf kontinuierliche kleine Verbesserungen.
Geniale Ideen zu finden, kann, so das Fazit der Studie, ein Unternehmen systematisch fördern durch
"Heutzutage lernen wir in der Ausbildung nicht mehr, kreativ zu denken. Das muss sich ändern, will Deutschland auch in Zukunft wirtschaftlich vorne liegen" sagt Greiner. "In der Zwischenzeit muss in Unternehmen die Notwendigkeit für kreatives Denken erkannt und kommuniziert werden." Mehr noch, er plädiert dafür, Beschäftigte im kreativen Denken zu schulen, um gegen die wirtschaftliche Krise anzugehen.
Nicht zu vernachlässigen ist die dabei die Vorbildfunktion von Führungskräften: "Sie dürfen nicht nur Richter sein, indem sie Ideen bewerten. Sondern sie müssen sich selbst in Denkprozesse einbringen, Ideen von anderen zulassen. Sie müssen zudem Patenschaften und Verantwortung übernehmen." Schließlich ist jedoch die Steigerung des Innovationspotenzials die Aufgabe von vielen. Nur wenn viele mitmachen, wird dieses gesamtwirtschaftliche Projekt gelingen.
Dafür setzt die Bundesregierung die Rahmenbedingungen. Die Konjunkturpakete der Bundesregierung dienen letztlich genau diesem Zweck.