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Nr. 071    01/2009
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HIV/Aids

Aids ist und bleibt eine tödliche Krankheit

 
Im vergangenen Jahr starben in Deutschland insgesamt 461 Personen an der durch HIV verursachten Erkrankung Aids. Im Vergleich zum Vorjahr, in dem es 504 Aids-Tote gab, ist die Zahl damit weiter rückläufig.
 
Neue Medikamente mit neuen Wirkstoffen sowie spezielle Kombinationstherapien wurden eingesetzt. Dadurch stieg die Lebenserwartung der HIV-Infizierten. Das Sterbealter lag 2007 bei durchschnittlich 50 Jahren. Frauen wurden im Schnitt 49,4 Jahre alt, Männer 50,1. Vor zehn Jahren lag das Sterbealter noch bei 42 Jahren.
 
Aids ist nach wie vor eine unheilbare Krankheit. Sie wurde zum ersten Mal 1981 diagnostiziert. Die Ansteckung erfolgt durch das Human Immunodeficiency Virus (HIV); dabei ist die häufigste Ansteckungsquelle der Geschlechtsverkehr mit einer infizierten Person. Weitere Übertragungswege sind eine Infektion durch verseuchtes Blut oder der gemeinsame Gebrauch von Spritzen und Spritzen-Zubehör unter Drogenabhängigen.
 

Keine Entwarnung trotz stagnierender Zahl der Neu-Infektionen

 
In Deutschland leben derzeit rund 63.500 HIV-Infizierte. Bei 10.500 von ihnen ist die Krankheit bereits ausgebrochen.
 
Die Neuinfektionen mit HIV sind 2008 im Vergleich zum Vorjahr konstant geblieben. Bundesministerin Ulla Schmidt wertete dies als wichtigen Teilerfolg. Mit rund 3.000 Neuinfektionen war kein weiterer Anstieg zu verzeichnen. Dennoch gibt es keinen Grund zur Entwarnung. Die Bundesregierung hat deshalb die Mittel für die Vorbeugung noch einmal um eine Million - auf nunmehr 13,2 Millionen Euro - aufgestockt.
 

Deutschland setzt auf partnerschaftliche Präventionsarbeit

 
Kern deutscher HIV/Aids-Bekämpfungspolitik ist Aufklärung und Prävention. Hier ist insbesondere die seit 1987 laufende Kampagne "Gib Aids keine Chance" zu nennen. Sie wird von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) durchgeführt.
 
Daneben läuft die Präventionskampagne "Ich weiß, was ich tu". Initiatorin ist die Deutsche Aids-Hilfe. Die Kampagne läuft bundesweit. HIV-Prävention und die Gesundheitsförderung homosexueller Männer soll damit intensiviert werden.
 
Zum Welt-Aids-Tag am 1. Dezember 2008 wurde die Aktion "Gemeinsam gegen Aids" gestartet. Initiatoren sind das Bundesgesundheitsministerium, die BZgA sowie die Deutsche AIDS-Hilfe und die Deutsche AIDS-Stiftung.
 
Neben 500 Jugendlichen nahmen in Berlin Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt sowie prominente Botschafterinnen und Botschafter teil. In 22 weiteren Städten in Deutschland haben zehntausende Jugendliche im Rahmen der JugendFilmTage die Aktion "Gemeinsam gegen Aids" unterstützt.
 

Der Gesundheitsfonds ändert nichts an guter Versorgung

 
Für die Bundesregierung ist der Kampf gegen die Immunschwächekrankheit seit langem ein wichtiges Thema. Die Bundeskanzlerin sicherte HIV- und Aidspatienten in Deutschland unlängst erneut eine ärztliche Behandlung auf gleichbleibend hohem Niveau zu. Einschränkungen bei Behandlungen werde es nicht geben. Selbsthilfegruppen hatten Befürchtungen geäußert, mit Start des Gesundheitsfonds Anfang 2009 sei die ambulante Versorgung in Schwerpunktpraxen gefährdet.
 
Auch Gesundheitsministerin Ulla Schmidt versicherte, dass die Versorgung HIV- und Aidskranker nicht schlechter werde. HIV-Schwerpunktpraxen blieben erhalten. Bis es neue Pauschalen gebe, würden die alten Regelungen weiter gelten.
 

Mit internationaler Hilfe gegen die globale Bedrohung

 
Von der HIV/Aids-Epidemie sind besonders die Menschen in den Entwicklungsländern betroffen. Dort leben 95 Prozent aller an der Immunschwächekrankheit leidenden Menschen. Davon wiederum sind fast zwei Drittel in Afrika südlich der Sahara zu Hause.
 
Deutschland gehört international zu den großen Gebern in der HIV/ Aids-Bekämpfung. Bis zum Jahr 2015 stellt die Bundesregierung dafür 500 Millionen Euro pro Jahr bereit. International ist die Anzahl der Menschen, die an Aids sterben, in den letzten zwei Jahren rückläufig. Von etwa 2,2 Millionen im Jahr 2005 auf etwa 2,0 Millionen Menschen im Jahr 2007. Dies ist zum Teil auf den verbesserten Zugang zur Behandlung von Aids-Kranken zurückzuführen.

Kontext

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