Das Bild vom Alter und von den Alten ändert sich. Die Menschen werden nicht nur immer älter, sondern bleiben auch länger gesund und fit: Die heute 70-Jährigen sind – das haben Wissenschaftler herausgefunden – so gesund und leistungsfähig wie 65-Jährige in den 70er Jahren. Das heißt, in den zurückliegenden drei Jahrzehnten sind im Durchschnitt fünf so genannte "gute" Alters- und Lebensjahre hinzugekommen – fünf Jahre mehr Lebensqualität mit mehr Chancen, die man auch nutzen sollte.
Älter werden heißt aber – leider – auch, dass chronische Erkrankungen auf dem Vormarsch sind, wenngleich ein paar Jahre später als früher. Mit gravierenden negativen Auswirkungen: auf die Lebenssituation des Einzelnen und dessen Familie, auf die Finanzen der sozialen Sicherungssysteme, auf die Leistungsfähigkeit von Unternehmen und schließlich die Volkswirtschaft.
Dagegen kann man viel tun! Mit Gesundheitsförderung und Prävention gerade auch im Alter.
Für die Bundesregierung sind deshalb Gesundheitsförderung und Prävention im Alter immer wichtiger. Sie sind eine zentrale Investition in die Zukunft und die Grundlage dafür, dass jede Frau und jeder Mann im Alter so zufrieden und selbständig wie möglich sein Leben gestalten kann. Oft kann dadurch auch Pflegebedürftigkeit vermieden werden.
Wichtigste Bausteine für ein gesundes Leben schlechthin sind:
Gerade auch im Alter ist eine gesunde Lebensweise wichtig. Generell gilt natürlich: Je früher man damit anfängt, um so besser.
Zwischen diesen Bausteinen gibt es viele Wechselbezüge. So senkt regelmäßige körperliche Aktivität nicht nur das Risiko für viele Krankheiten einschließlich Krebs, sondern trägt darüber hinaus auch zur Erhaltung der geistigen Fähigkeiten bei und fördert das psychosoziale Wohlbefinden.
Mit körperlicher Aktivität und Bewegung kann erstaunlich viel bewirkt werden. So ergab eine Studie: Nach nur acht Wochen intensiven Trainings hat bei einer Gruppe über 70-Jähriger die Muskelkraft in den Oberarmen und Beinen um bis zu 50 Prozent zugenommen.
Wer sich im mittleren oder höheren Erwachsenenalter um einen gesunden Lebensstil bemüht, kann viel für seine Gesundheit tun. Denn:
Das alles funktioniert aber nur, wenn die Bürgerinnen und Bürger selbst mitmachen und ihre eigene Verantwortung sehen. Die Erfahrung zeigt, dass sich eine solche aktive, offene Haltung zur eigenen Gesundheit bei vielen Menschen nicht von selbst einstellt. Sei es aus Unkenntnis oder Bequemlichkeit.
Programme für mehr Bewegung, bessere Ernährung und Stressabbau beugen zivilisationsbedingten Erkrankungen vor. Die Erfahrung lehrt, dass solche Programme zielgruppenspezifisch ausgerichtet werden müssen. "Zielgruppenspezifisch" heißt, insbesondere sind Bildungs-, Geschlechts- und Altersunterschiede zu berücksichtigen. So existieren Angebote, die sich speziell an Frauen oder an Senioren und Seniorinnen richten. Ein gutes Beispiel ist auch das Frauengesundheitsportal der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Es bietet Informationen zum gesunden Älterwerden für Frauen in der Lebensmitte.
>> Frauengesundheit und Gesundheitsförderung
Am meisten lässt sich durch gemeinsames, abgestimmtes Handeln vieler gesellschaftlicher Akteure erreichen - in Arbeitswelt und vielen anderen Bereichen. Die Bundesregierung fördert deshalb Strukturen und Initiativen wie zum Beispiel die Arbeitsgruppe "Gesund altern" der Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e.V. Diese führt das Engagement vieler zusammen und formuliert konkrete Ziele für ein gesundes Altern.
>> Gesundheitsförderung im Alter
Mit dem Deutschen Präventionspreis wurden 2005 zum Beispiel vorbildliche Maßnahmen der Prävention und Gesundheitsförderung zum Thema "Gesund in der zweiten Hälfte (50plus)" vorgestellt, prämiert und zur Nachahmung empfohlen.
>> Der deutsche Präventionspreis 2005
2007 wurden unter dem Titel "Prävention stärken – lokal und regional" kommunale und regionale Programme der Gesundheitsförderung und Prävention zur Förderung eines gesunden Lebensstils der Bevölkerung gesucht.
>> Der deutsche Präventionspreis 2007
Viele gute Tipps enthält zum Beispiel die vom Bundesgesundheitsministerium herausgegebene Broschüre "Gesund altern – Prävention und Gesundheitsförderung im höheren Lebensalter"
>> Gesund altern: Prävention und gesundheitsförderung im höheren Lebensalter
Auch die BZgA hat einen Themenschwerpunkt "Gesundheit älterer Menschen". Er wird derzeit aufgebaut und ergänzt den bisherigen Schwerpunkt "Gesundheit von Kindern und Jugendlichen". Planung und Strategieentwicklung sollen dabei auf hoher Qualität beruhen und zielgerichtet sein. Deshalb hat die BZgA unter anderem eine Expertise "Seniorenbezogene Prävention auf kommunaler Ebene – eine Bestandsaufnahme" veröffentlicht. Geplant ist außerdem die Entwicklung eines übertragbaren kommunalen Programms zur Gesundheitsförderung und Prävention im Alter.
>> Gesundheit älterer Menschen
Was versteht man unter Gesundheitsförderung und Prävention?
Gesundheitsförderung zielt darauf: Körperliche und seelisch-geistige Kräfte des Menschen und Gesundheit unterstützende Faktoren der Umwelt zu fördern, um Gesundheit und Wohlbefinden zu erhalten.
Die Prävention (Vorbeugung) verfolgt das Ziel, körperliche und psychische Störungen zu verhindern oder zu vermindern. Diese Maßnahmen beinhalten eine Veränderung und Abschwächung von individuellen Risikofaktoren und von individuellem Risikoverhalten. Auch sollten Risikofaktoren in der räumlichen oder sozialen Umwelt vermindert beziehungsweise vermieden werden.
Prävention ist immer auf ein bestimmtes Krankheitsbild ausgerichtet, während die Gesundheitsförderung die Stärken des Individuums allgemein fördert und unterstützt. Primärprävention setzt vor Beginn der Erkrankung ein. Sekundärprävention setzt ein nach Beginn der Erkrankung, jedoch zu einem Zeitpunkt, an dem noch keine Krankheitszeichen in Erscheinung treten. Tertiärprävention beginnt nach Ausbruch der Erkrankung. Sie mildert oder verhindert weitere erkrankungsbedingte Funktionseinbußen und verhindert oder verzögert eine Verschlimmerung des Krankheitsbildes.