Altersvorsorge

Riester-Rente absolut sinnvoll

Unseriöse Medienberichterstattung zur Riester-Rente Anfang Januar hat Menschen verunsichert. Viele haben sich gefragt: "Lohnt es sich überhaupt zu riestern?" Eindeutige Antwort: Ja! Denn diese private Vorsorge ermöglicht durch hohe staatliche Zulagen eine zusätzliche Absicherung im Alter - gerade auch Geringverdienern.

Mehr als zehn Millionen Riester-Verträge wurden bislang abgeschlossen. Auch Claudia Bachmann, 19 Jahre alt und angehende Speditionskauffrau aus Hamburg, gehört seit letztem Jahr dazu. "Ich habe mich in den vergangenen Tagen schon gefragt, ob es richtig war zu riestern, oder ob ich nicht besser einen anderen Weg zur privaten Vorsorge hätte wählen sollen."

Die Reaktionen von Bundesregierung, Rentenversicherung und auch der Stiftung Warentest hätten sie aber beruhigt. "Ich habe mir noch einmal alle Fakten angesehen und bin nun sicher, eine gute Wahl getroffen zu haben", so Bachmann.

Unseriöse Medienberichterstattung

Für die Bundesregierung fußen die in der ARD-Sendung "Monitor" (10.01.) aufgestellten Behauptungen auf einer völligen Verzerrung der Situation und Funktionsprinzipien der Gesetzlichen Rentenversicherung. Die Behauptungen seien daher unseriös und wider besseres Wissen aufgestellt worden, so das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS).

Die von "Monitor" zitierte Berechnung, wonach ein Arbeitnehmer mit Durchschnittseinkommen selbst nach 32 Beitragsjahren keinen Nutzen durch eine Riester-Rente erzielen würde, sei falsch. Allein schon deshalb, weil nur die Zahlbeträge aus der gesetzlichen Rentenversicherung in den Blick genommen würden.

Dem hält das BMAS entgegen: Leistet der Durchschnittsverdiener nicht nur Beiträge zur Gesetzlichen Rentenversicherung, sondern auch an eine Riester-Rente, übersteigt das Alterseinkommen aus beiden Quellen bereits nach 20 Jahren den durchschnittlichen Grundsicherungsbedarf.

Hohe staatliche Zulagen für Geringverdiener

Auch die Deutsche Rentenversicherung weist die Behauptung zurück, für Geringverdiener sei der Abschluss einer Riester-Rente nicht sinnvoll: Das Gegenteil sei richtig. Gerade Personengruppen, die sonst keine Altersvorsorge abschließen könnten, helfe die Riester-Rente mit geringen Eigenbeiträgen ab fünf Euro im Monat. Die staatliche Förderung beträgt bis zu 90 Prozent.

"Riestern lohnt sich, auch für Geringverdiener. Schließlich landen doch die wenigsten im Alter bei der Grundsicherung", sagt der Präsident der Deutschen Rentenversicherung, Herbert Rische.

Auch die Stiftung Warentest stellt in einem aktuellen Test fest: "Riester-Verträge sind durch staatliche Zulagen, Steuervorteile und Garantien als Altersvorsorge­-Produkt Spitze."

Eigenvorsorge geht vor staatlicher Fürsorge

Das Arbeitslosengeld II hilft Erwerbsfähigen, Armut zu vermeiden. In der Ruhestandsphase erfolgt die staatliche Unterstützung durch die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung. Voraussetzung ist, dass Hilfebedürftigkeit vorliegt. Denn der Lebensunterhalt muss vorrangig durch den Einzelnen selbst gewährleistet werden. Nur wer dazu nicht in der Lage ist, hat Anspruch auf staatliche Fürsorge.

Daher bleibt es auch bei dem Grundsatz, dass Auszahlungen aus der Riester-Rente auf die Grundsicherung im Alter angerechnet werden. Die Rechtslage ist eigentlich seit langem klar, sorgte aber nach dem Bericht des Fernseh-Magazins "Monitor" für Aufregung. Die Riester-Rente wird - wie alle anderen Einkünfte und Vermögenswerte jenseits der Freibeträge - auf die Grundsicherung im Alter angerechnet. Sonst müssten auch andere Rentenarten und Einkünfte außen vor gelassen werden. Um das finanzieren zu können, wären erhebliche Steuerzuschüsse notwendig.

Vor dem Eintritt ins Rentenalter allerdings wird Riester-Vermögen nicht beim Arbeitslosengeld II angerechnet: Weil keine Zahlungen anstehen und das Ansparen der Altersvorsorge gilt.

Alterssicherung auf drei Säulen

Gegenwärtig beziehen nach Angaben des statistischen Bundesamtes nur rund zwei Prozent der über 65-Jährigen Leistungen der Grundsicherung im Alter. Dies zeigt, dass Altersarmut nicht verbreitet ist. Der durchschnittliche Grundsicherungsbedarf der über 65-Jährigen beträgt 627 Euro.

Klar ist aber, dass in Zukunft neben der Gesetzlichen Rentenversicherung private und betriebliche Vorsorge fürs Alter für jeden Einzelnen wichtiger werden. Mehr als zehn Millionen Riester-Rentenverträge und rund 17,3 Millionen Anwartschaften auf eine Betriebsrente gibt es derzeit bereits. Das ist der richtige Weg. Die Bundesregierung fördert daher einen weiteren Ausbau der zweiten und dritten Säule.

"Sollten die Verunsicherungen der letzten Tage hier zu einer Trendumkehr führen, wäre das vor allem für Geringverdiener katastrophal." So warnte der Parlamentarische Staatssekretär im BMAS, Klaus Brandner, in einer Aktuellen Stunde im Deutschen Bundestag.

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