Freiwilligendienste - ein Gewinn für alle

Die Bundesregierung will die Rahmenbedingungen für die Freiwilligendienste junger Menschen verbessern. Sie brachte einen Gesetzentwurf auf den Weg, dessen Eckpunkte den qualitativen Ausbau der Jugendfreiwilligendienste als Bildungsdienste sowie die Flexibilisierung der Zeitstruktur vorsehen.

Mit dem Gesetz wird sich im Jahr 2008 einiges ändern: Die Dauer eines Einsatzes soll künftig zwischen 6 und 24 Monaten betragen. Einsatzzeiten können flexibler bestimmt werden.

Das „Freiwillige Soziale Jahr" und das „Freiwillige Ökologische Jahr" werden umbenannt in „Freiwilliger sozialer Dienst" und "Freiwilliger Ökologischer Dienst". Außerdem können künftig kombinierte In- und Auslandsfreiwilligendienste durchgeführt werden.

Das besondere Potenzial der Freiwilligendienste als informelle Lerndienste und Orte des Engagements wird ausgebaut. Bereits ab Anfang 2008 wird ein neuer entwicklungspolitischer Freiwilligendienst möglich.

Freiwilligendienste machen kompetent

Freiwilligendienste sind zum einen eine wichtige zivilgesellschaftliche Säule, weil sie der Gesellschaft ein menschliches Gesicht geben. Zum anderen stellen sie aber auch für die jungen Menschen eine Lernphase dar, die die Persönlichkeitsbildung unterstützt.

Junge Menschen, die ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr absolvieren, bereichern mit ihrer Arbeit nicht nur die Gesellschaft, sondern auch sich selbst.

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend fördert daher gezielt benachteiligte Jugendliche in Deutschland. Mit dem Programm "Freiwilligendienste machen kompetent" erleichtert das Ministerium den Zugang zum bürgerschaftlichen Engagement im Freiwilligen Sozialen und Ökologischen Jahr (FSJ / FÖJ). Es stärkt damit Ausbildungs- und Berufschancen von jungen Männern und Frauen.

Freiwilligendienste bieten besondere Lernformen. Die Mitarbeit in sozialen, ökologischen und kulturellen Einrichtungen fördert die persönliche Entwicklung der Jugendlichen und ermöglicht ihnen wichtige Erfahrungen und neue Kontakte. Die Freiwilligen erwerben soziale und interkulturelle Fähigkeiten, die als Schlüsselkompetenzen auch am Arbeitsmarkt gefragt sind.

Das Programm "Freiwilligendienste machen kompetent" verbindet die Chancen der Freiwilligendienste für junge Menschen bewusst mit gezielter Förderung von benachteiligten Jugendlichen. So soll es für sie insbesondere leichter werden, Zugang zum Ausbildungs- und Berufsmarkt zu bekommen. Daneben zielt das Programm darauf ab, neue Trägerstrukturen im Bereich FSJ / FÖJ zu fördern und Migrantenselbstorganisationen als Projektpartner oder -träger daran zu beteiligen.

Erfolgreicher Projektstart im September 2007

Im September 2007 haben acht Projektträger an zwölf Standorten ihre Arbeit aufgenommen. Diese Träger entwickeln Konzepte, die auf die Fähigkeiten und Bedürfnisse der Jugendlichen zugeschnitten sind und ihre Kompetenzen stärken und ausbilden. Um die Zielgruppe besser betreuen zu können, gehen sie vor Ort vielfältige Kooperationen mit anderen Einrichtungen und Organisationen - auch Migrantenorganisationen - ein.

Die Jugendlichen werden im Betreuungs- und Pflegebereich, Rettungsdienst, Gartenbau und in der ökologischer Landwirtschaft sowie in Kultureinrichtungen und Sportvereinen eingesetzt. Sie erhalten zusätzliche Qualifizierungsangebote und werden während ihres Dienstes von erfahrenen Pädagogen individuell begleitet und unterstützt.

Das Programm wird aus Mitteln des Bundesfamilienministeriums und des Europäischen Sozialfonds finanziert und läuft von 2007 bis zunächst 2011. Jährlich stehen zwei Millionen Euro zur Verfügung. Das Programm wird vom Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik, ISS-Projektbüro in Berlin, koordiniert und durchgeführt.

Generationsübergreifende Freiwilligendienste - ein Modellprogramm zur Stärkung der Zivilgesellschaft

Bei dieser Form der Freiwilligendienste sollen insbesondere die Lebenserfahrung und die besonderen Potenziale der älteren Generation gezielt genutzt werden. Eingebunden werden sowohl das klassische Vereins- und Verbandsleben als auch neue Formen des bürgerschaftlichen Engagements. Angeboten werden Freiwilligendienste für alle Altersgruppen, für Frauen und Männer in der Erwerbs- wie in der Familienphase sowie generationsübergreifend. Das ermöglicht nicht zuletzt ein neues Miteinander der Generationen und die Stärkung einer neuen Kultur der selbstverständlichen Freiwilligkeit.

Auf dieser Grundlage läuft bis Ende 2008 das bundesweite Modellprogramm "Generationsübergreifende Freiwilligendienste" mit rund 50, zum Teil mehrgliedrigen, Projekten. Das Modellprogramm für Freiwillige aller Generationen unterstützt Einsatzfelder zum Beispiel in Schulen, Familien, Stadtteilzentren, stationären Einrichtungen und Hospizen. Dabei ist darauf zu achten, dass Freiwillige keine qualifizierten Fachkräfte ersetzen, sondern diese lediglich sinnvoll ergänzen sollen. Dadurch bleibt die arbeitsmarktpolitische gebotene Neutralität gewahrt.

Das Programm soll die Chancen des demografischen Wandels nutzen und neue politische Ansätze des bürgerschaftlichen Engagements erproben. Zugleich setzt es moderne familien-, senioren-, gleichstellungs- und jugendpolitische Akzente.

 
Ausgewählte Publikationen (Broschürenstelle des BMFSFJ, Telefon: 030 18 555 2152):

  • Zivilgesellschaft stärken - Engagement fördern - Generationsübergreifende Freiwilligendienste, BMFSFJ, November 2007  
     
  • Für mich und für andere - Freiwilliges Soziales Jahr / Freiwilliges Ökologisches Jahr,
    BMFSFJ, Juni 2007  

Kontext