Nano ist winziger als winzig. Das Wort kommt aus dem Griechischen und bedeutet "Zwerg". Aber im Gegensatz zu Zwergen kann man Nanoteilchen nicht mit bloßem Auge sehen. Denn ein Nanometer ist ein Milliardstel Meter. Das Größenverhältnis von einem Nanometer zu einem Meter entspricht dem einer Cent-Münze zur ganzen Erde.
Nanotechnologie macht Stoffe schmutzabweisender, Fassadenanstriche haltbarer, Kunststoff wärmebeständiger und vieles mehr. Meistens geht es darum, dass Materialien neue Eigenschaften bekommen und sich Funktionen verändern.
Die neuen Länder haben sich zu einem wichtigen Standort der Nanotechnologie entwickelt. Sowohl bei der Grundlagenforschung als auch bei der Erforschung der Anwendungen liegen sie vorne. Eine gute Voraussetzung für innovative Produkte und damit neue Arbeitsplätze.
Das Ergebnis der Nano-Forschung sind neue und leistungsfähige Produkte, von denen fast alle Branchen und Wirtschaftzweige profitieren: der Automobilbau genauso wie die Textilindustrie, das Bauwesen, die chemische Industrie, die Mikroelektronik, die Biotechnologie oder auch die Medizintechnik.
So bietet die Berliner Charité als erste Klinik der Welt eine Nano-Krebstherapie an. Die Behandlungsmethode beruht auf sogenannten superparamagnetischen Nanoteilchen. Sie machen es möglich, ohne operativen Eingriff jede Region des Körpers millimetergenau auf bis zu 70 Grad zu erwärmen. So lassen sich lokale Tumore bekämpfen.
Nanotechnologie gehört zu den chancenreichsten jungen Technologien der Welt. Physik-Nobelpreisträger Heinrich Rohrer geht noch weiter: "Die Nanotechnologie wird unser Leben in nicht geringerem Maße revolutionieren, als es die Mikroelektronik im letzten halben Jahrhundert getan hat. Nur die, die sich jetzt engagieren, werden diejenigen sein, die die zukünftige Entwicklung bestimmen."
Überall auf der Welt sind deshalb Forscherinnen und Forscher dabei, Nutzen aus der Nanotechnologie zu ziehen. In Deutschland sind die neuen Länder überdurchschnittlich gut aufgestellt: Von den 1.200 deutschen Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Netzwerken und Finanzinstituten, die sich mit Nanotechnologie befassen, ist ein Viertel in den neuen Ländern zu finden. Darunter 42 Forschungszentren und 60 Lehrstühle oder Institute an Universitäten.
Sie betreiben Grundlagenforschung genauso wie anwendungsbezogene Forschung mit beachtlichem Erfolg: Rund 80 Prozent dieser Einrichtungen konnten in den letzten drei Jahren Patente anmelden.
Von den kleinen und mittleren Firmen, die heute bereits Nanotechnologie anwenden, haben sich 160 in den neuen Ländern angesiedelt – das sind 27 Prozent der deutschen "Nano-Unternehmen". 50 von ihnen sind Start-ups, also junge dynamische Unternehmen. Sie stehen für Innovation und Wachstum und schaffen neue Arbeitsplätze.
Eines der bedeutendsten Nanotechnologie-Netzwerke Deutschlands ist das Dresdener Netzwerk – mit 80 kleinen und mittleren Unternehmen und insgesamt rund 1.200 Beschäftigten. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Nanobeschichtungen, Nanomaterialien und Nanoelektronik. Daneben gibt es in Dresden eine ganze Reihe öffentlicher Forschungseinrichtungen: 14 Forschungszentren und 15 Universitätsinstitute. Sie sind Treiber für immer neue Innovationen.
2007 brachten Nanotechnologie-Produkte einen weltweiten Umsatz von 147 Milliarden Dollar. Bis 2013 könnte der Umsatz auf 3,1 Billionen Dollar steigen, schätzt das unabhängige Marktforschungsunternehmen Lux Research. Allein im Elektronikbereich rechnet es mit einem Wachstum von 1,7 Milliarden auf 970 Milliarden Dollar.
Im nationalen wie im internationalen Vergleich sind die neuen Länder in Sachen Nanotechnologie sehr gut aufgestellt. Gerade jetzt, wo es darum geht, neue Qualitätsprodukte "made in Germany" für den nächsten Wirtschaftsaufschwung zu entwickeln, steckt darin eine große Chance.