Ende Mai ist in Leipzig erstmals das Weltverkehrsforum zusammengekommen. Hervorgegangen ist das neu gegründete Forum aus der europäischen Verkehrsministerkonferenz.
Mit Spitzenvertretern aus Wirtschaft und Wissenschaft behandelten jetzt Verkehrsminister aus 51 Ländern an drei Tagen das Thema "Transport and Energy - the Challenge of Climate Change". Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee waren mit dabei. Aus verschiedenen Perspektiven aber mit gebündelten Kräften ging es um die Frage, wie die schädlichen CO2-Emissionen in Zeiten des wirtschaftlichen Wachstums gesenkt werden können.
Der Klimaschutz sei "die spannendste Aufgabe des 21. Jahrhunderts", sagte Bundeskanzlerin Merkel vor Verkehrsfachleuten aus 51 Ländern. Politik und Wirtschaft dürften bei ihrem Engagement deshalb nicht an Einzelfragen und einzelnen Lösungen hängen bleiben. "Wir müssen erst eine Vision entwickeln, wo wir hinwollen." Einen Königsweg werde es allerdings nicht geben, wie die Diskussion um den Biosprit zeige.
Marktwirtschaftlichen Lösungen wie dem Emissionshandel gibt die Kanzlerin dabei klar den Vorzug. "Die Politik sollte nicht für jeden Wasserkocher, jedes Auto, Flugzeug und jede Chemieanlage das Ordnungsrecht anwenden, sondern auf den Markt setzen", sagte Merkel.
Mitte des Jahrhundert müsse es soweit sein, dass jeder Mensch weltweit ein verbindliches Recht auf einen bestimmten CO2-Ausstoß jährlich habe: ein für alle Menschen gleiches Rechts, das aber handelbar ist. Dieses solle bei etwa vier Tonnen liegen. Zur Zeit liegt Deutschland bei elf Tonnen.
Bundesverkehrsminister Tiefensee wies in der Eröffnungsrede auf die Dringlichkeit hin, die Herausforderungen gemeinsam anzunehmen: "Meine sehr verehrten Damen und Herren, es ist fünf nach zwölf!", mahnte der Minister. Der Leipziger Volkszeitung sagte er zu Beginn der Konferenz: "Deshalb müssen wir die internationalen Verkehrsströme intelligenter lenken und Schritt für Schritt auf Alternativen zu fossilen Brennstoffen umsteigen. Dafür setzen wir unter anderem auf die Entwicklung von Nachhaltigkeitskriterien für Biokraftstoffe."
Die Konferenzteilnehmer diskutierten ausführlich darüber, wie CO2-Emissionen beim Warentransport wie auch beim Personenverkehr vermindert werden können. Gegenstand der Beratungen waren auch die bisherigen Forschungserfolge bei der Entwicklung von Technologien zum energieeffizienten Transport.
Laut Bundesverkehrsminister Tiefensee soll sich das künftig jährlich in Leipzig stattfindende Weltverkehrsforum als langfristige Diskussionsplattform für Mobilitätsfragen etablieren: "Vielleicht als eine Art Davos des Verkehrs", so der Minister. In dem schweizerischen Skiort findet jährlich im Januar das Weltwirtschaftsforum statt, das immer wieder für beachtliche internationale Impuluse und Initiativen gut ist.