Solartechnologie

Kein Sonnenuntergang in den neuen Bundesländern

Im Osten geht die Sonne zurzeit nicht unter – der wirtschaftliche Boom in der Solarwirtschaft hält an. Rund 1,6 Milliarden Euro wurden im Jahr 2007 in der Photovoltaikbranche investiert. An die 10.000 Arbeitsplätze sind neu entstanden. Auch die Prognosen für 2008 sind gut. Die Solarbranche wächst weiter.

17 Solarfabriken sind derzeit deutschlandweit im Bau oder in Planung – 16 davon in den neuen Ländern. Das sind gute Aussichten für einen so jungen Industriezweig.

Die Solarbranche investiert vor allem in Ostdeutschland. Hoffnungen auf ein weiteres, langfristiges Wachstum sind angesichts der andauernden Ölkrise keine Utopien.

Solarenergie ist eine unabhängige Energiequelle – und im Gegensatz zu den fossilen Brennstoffen Öl, Gas und Kohle unerschöpflich. Ein Vorteil, um auch in Zukunft der Energienachfrage gerecht zu werden. Darauf setzt auch die Bundesregierung. Der Bund strebt an, den Anteil der regenerativen Energien an der Stromversorgung bis zum Jahr 2020 auf mindestens 20 Prozent zu erhöhen.

2007 war nach Angaben des Bundesverbandes für Solarwirtschaft (BSW-Solar) ein Rekordjahr für die deutsche Solarstrombranche. Die Bilanz: Umsatzsteigerungen von bis zu 23 Prozent und 130.000 neue Photovoltaikanlagen auf deutschen Dächern.

Photovoltaik und Solarthermie

In der Solarbranche unterscheidet man zwischen Solarthermie (oder Solarwärme) und Photovoltaik.

In der Solarthermie wird die Wärmeenergie der Sonne nutzbar gemacht. Mittels sogenannter Kollektoren wird die Sonnenstrahlung in Wärmeenergie umgewandelt und dient der Warmwasseraufbereitung oder der Raumheizung. Thermie ist das griechische Wort für Wärme.

Photovoltaikanlagen wandeln mit ihren Sollazellen Sonnenenergie in Strom um. Und der wird in das öffentliche Netz eingespeist.

Sonne schafft Arbeit

Die Solaranlagen nutzen nicht nur der Umwelt und den Haushalten als saubere, zuverlässige und sichere Energiequelle. Auch der Einzelne profitiert, weil neue Arbeitsplätze entstehen.

Im Jahr 2007 gab die deutsche Solarwärmeindustrie rund 15.000 Menschen Arbeit. In der Photovoltaikbranche bewirkte der anhaltende Boom eine Rekordzahl von 40.000 Arbeitsplätzen.

Im selben Jahr wurden in der Solarbranche rund 1,6 Milliarden Euro investiert. In Wismar etwa will die Centrosolar-Gruppe 20 Millionen Euro in ein neues Werk investieren. Die Solarmodulfabrik mit einer Jahreskapazität von 150 Megawatt-Piek (MWp) wäre eine der größten in Deutschland. Die Firma EverQ will eine dritte Solarmodulfabrik in Bitterfeld-Wolfen, Sachsen-Anhalt, bauen und damit die Gesamtkapazität des Unternehmens um 80 MWp auf 180 MWp erhöhen. Das Investitionsvolumen beträgt 150 Millionen Euro. Bis 2009 sollen etwa 500 neue Arbeitsplätze entstehen.

Exportschlager Solarenergie

Die Exporte von Solaranlagen steigen. Das kurbelt die Wirtschaft an. Bereits 2004 betrug die Exportquote der Photovoltaikindustrie 14 Prozent, in 2007 38 Prozent und der BSW-Solar prognostiziert eine sagenhafte 70-Prozent-Quote im Jahr 2020. Gründe sind die steigende Nachfrage nach regenerativen Energietechnologien auf dem Weltmarkt und die damit verbundene andauernde Ölkrise.

Förderung von privaten Solaranlagen

Im Zuge des integrierten Energie- und Klimaprogramms hat die Bundesregierung beschlossen, die Gesamtsumme der Fördermittel für Solaranlagen von bislang 213 Millionen Euro auf bis zu 350 Millionen Euro zu erhöhen. Die neue Förderrichtlinie der Bundesregierung gilt seit Jahresbeginn.

Auch die private Solaranlage zur Stromgewinnung kann sich somit lohnen. Seit 2008 beginnt die Förderung einer eingespeisten Kilowattstunde Strom mit 35,49 Cent. Die Vergütung variiert nach dem Typ der Solaranlage.

CO2-Vermeidung

Photovoltaik- und Solarthermeanlagen spielen eine wichtige Rolle bei der Verminderung des CO2-Ausstoßes.

Auf deutschen Dächern sind zurzeit rund 1,3 Millionen Solaranlagen installiert, die zur Stromerzeugung oder Wärmegewinnung genutzt werden. Dadurch konnten nach Angaben des BSW-Solar im vergangenen Jahr 3 Millionen Tonnen CO2 durch Solarwärme- und Photovoltaikanlagen eingespart werden. Angesichts immer stärkerer Klimabelastung eine „gute Zahl“.

Produktionsstätten in den neuen Bundesländern

In den neuen Bundesländern befinden sich Standorte der Solarindustrie insbesondere in

  • der Region um Freiberg in Sachsen (auch als "Solarhauptstadt Europas" bezeichnet)
  • Bitterfeld-Wolfen und Umgebung, (bekannt als "Solar-Valley") und
  • Frankfurt/Oder

Nahezu zehn Prozent der weltweiten Solarzellenproduktion kommen aus Sachsen-Anhalt. Ein wichtiges Zentrum ist das sogenannte "Solar Valley" in Bitterfeld-Wolfen mit dem Unternehmen Q-Cells.

Aussichten

Für das laufende Jahr rechnet der Bundesverband für Solarwirtschaft (BSW-Solar) ebenfalls mit einer positiven Entwicklung. Dazu Geschäftsführer Carsten Körnig: "Die Wachstumsindikatoren stehen auf grün. Neue Produktionsstätten, Fortschritte bei der Massenfertigung und Produktinnovationen führen zu sinkenden Preisen bei weiter steigender Qualität. Bleiben auch die politischen Anreize zur Markteinführung verlässlich, werden wir unsere Technologieführerschaft weiter ausbauen und Deutschland zum stärksten Exporteur und Profiteur des weltweiten Solarbooms machen."

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