Bildung in Europa

Mit Erasmus im Ausland studieren

Studenten auf dem Universitätsgelände
Mit Erasmus ins Ausland
Foto: EC/Alain Schroeder

Studien haben gezeigt, dass ein Auslandsaufenthalt nicht nur die akademische Bildung von Studentinnen und Studenten fördert, sondern auch zu einer Bereicherung ihrer interkulturellen und persönlichen Fähigkeiten führt. Sich an einer ausländischen Universität zu beweisen, ist sicherlich eine Herausforderung – eine Herausforderung, die sich jedoch in vielerlei Hinsicht zu meistern lohnt.

Erasmus – ein Erfolgskonzept 

Die Europäische Union unterstützt mit ihrem 1987 eingerichteten Erasmusprogramm die Mobilität von Studierenden, aber auch von Hochschulpersonal und strebt eine europaweite Zusammenarbeit zwischen den Hochschulen an. Seit dem Startschuss haben etwa zwei Millionen Studentinnen und Studenten an Erasmus teilgenommen. Jahr für Jahr absolvieren 180.000 junge Menschen mithilfe von Erasmus einen Teil ihres Studiums oder ein Praktikum in einem anderen Partnerland. Die Auswahl ist groß: Inzwischen umfasst das Programm 90 Prozent aller Hochschulen in 31 europäischen Ländern. Erasmus ist somit eine der großen Erfolgsgeschichten der Europäischen Union.

Das Erasmus-Angebot

Der bekannteste und kostenintensivste Schwerpunkt der EU-Bildungsinitiative ist zweifelsohne das Studium an einer europäischen Gasthochschule. Daneben unterstützt Erasmus finanziell auch Studienpraktika, den Austausch von Dozentinnen und Dozenten und anderen Hochschulmitarbeiterinnen und -mitarbeitern sowie die transnationale Zusammenarbeit von Universitäten untereinander und mit der Wirtschaft.

Der Humanist und Theologe Erasmus von Rotterdam, der Namensgeber des Förderprogramms, bereiste im 15. Jahrhundert zu Studienzwecken viele europäische Städte. Bereits vor einem halben Jahrtausend erkannte er das Potenzial von Studienreisen. Erasmus ist zudem ein Akronym für „European Action Scheme for the Mobility of University Students".

Europaweit studieren

Ab dem 3. Semester können sich Studentinnen und Studenten für einen Erasmusaustausch von drei bis zwölf Monaten bewerben. Neben einem monatlichen Teilstipendium sind die Stipendiaten an ihrer Gastuniversität von den Studiengebühren befreit. In vielen Ländern werden zudem vorbereitende Sprachkurse angeboten. Durch die Einführung eines europaweiten Punktesystems werden die im Ausland gemachten Scheine zuhause anerkannt. Obwohl die akademische Bildung der Studierenden im Vordergrund steht, bietet ihnen das Programm eine gute Gelegenheit, die Sprache und die Kultur, die Menschen und ihre Sitten in dem Gastland kennenzulernen. Das Motto der Europäischen Union „In Vielfalt geeint“ wird so von Brüssel in die europäischen Städte getragen und die Studentinnen und Studenten können Europa vor Ort hautnah erleben.

Mit einem Jahresbudget von rund 450 Millionen Euro fördert Erasmus aber nicht nur den Austausch an Hochschulen, sondern auch Studienpraktika im Ausland. Voraussetzung ist, dass es sich dabei um eine Vollzeitstelle handelt mit einer Dauer von mindestens drei und maximal zwölf Monaten.

Im Bereich der Hochschulkooperation verspricht sich die Europäische Union von der Zusammenarbeit große Vorteile. Gemeinsame grenzübergreifende Forschungsprojekte und der Austausch von akademischem Wissen und Verfahren soll der Innovation innerhalb Europas einen großen Schub nach vorne geben. Voneinander Lernen ist hier das Motto. Die EU setzt in der Hochschulbildung auf eine europäische Dimension, von der Studierende, Dozentinnen und Dozenten sowie die Wirtschaft profitieren. In anderen Worten: Win-win für die Universitäten und für Europa.

Hilfe bei Fragen rund um das Erasmusprogramm bieten die Auslandsämter der Hochschulen.

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