Brasilien

Umweltfreundliche Technologien für Brasilien

Bundesministerin Schavan und Minister Sergio Rezende unterschreiben den VertragBild vergrößern Vertragsunterzeichung: Die Grundlage für die Partnerschaft ist gelegt Foto: DBWTI

Das Eröffnungsspiel der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien wird wahrscheinlich im Mineirao-Stadion in Belo Horizonte stattfinden. Im sonnenverwöhnten Brasilien wird das Dach des Mineirao- und das der anderen WM-Stadien bis spätestens zur Weltmeisterschaft mit Solarenergie ausgerüstet werden. Mauro Passos von der brasilianischen Nichtregierungsorganisation Instituto Ideal (Institut für die Entwicklung alternativer Energie in Lateinamerika) konnte schnell Partner aus Brasilien und Deutschland für dieses Projekt gewinnen.

Im Auftrag des Bundesentwicklungsministeriums begleiten und finanzieren die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit und die KfW Entwicklungsbank den Umbau der Stadien. Deutsche Unternehmen liefern dafür die Technologie. Von der Zuverlässigkeit der Solartechnik konnten sich die brasilianischen Energieversorger und Stadionbetreiber bereits bei einem Besuch des Bremer Fußballstadions überzeugen.

Deutsch-Brasilianisches Jahr der Wissenschaft

Die Partnerschaft zwischen Deutschland und Brasilien auf dem Gebiet der Wissenschaft und Forschung verbindet seit mehr als 40 Jahren. Um diese erfolgreiche Zusammenarbeit zu würdigen und ihr neue Impulse zu geben, haben die Forschungsministerin Annette Schavan und der brasilianische Forschungsminister Sergio Rezende im Frühjahr 2010 in Sao Paulo das Deutsch-Brasilianische Jahr der Wissenschaft, Technologie und Innovation 2010/11 eröffnet. Unter dem Motto „nachhaltig: innovativ“ finden in beiden Ländern bis April 2011 zahlreiche Aktivitäten statt.

Logo des WissenschaftjahresBild vergrößern Logo des gemeinsamen Wissenschaftsjahres Foto: DBJWTI

Brasilien ist Deutschlands wichtigster Partner in Südamerika. Im Wissenschaftsjahr werden beide Länder neue Wege auf den naturwissenschaftlich-technischen Zukunftsfeldern beschreiten. Ganz oben auf der Agenda stehen unter anderem die Umweltforschung, erneuerbare Energien und Energieeffizienz. Beide Länder wollen vor allem durch neue gemeinsame Projekte und einen stärkeren Austausch von Studierenden und Forschern die Beziehungen ausbauen. Dadurch soll die Wettbewerbsfähigkeit verbessert werden.

Brasilien gehört zu den sogenannten Schwellenländern, die sich umfassend vom Entwicklungs- zum Industriestaat wandeln. Aufgrund seiner zentralen Rolle für die politische und wirtschaftliche Entwicklung Lateinamerikas ist Brasilien eines der Ankerländer der deutschen Zusammenarbeit. Trotz einer gezielten Armutsbekämpfung der brasilianischen Regierung leben noch immer mehr als 20 Prozent der Bevölkerung unter der nationalen Armutsgrenze.

2006 haben Deutschland und Brasilien ihre Entwicklungszusammenarbeit neu ausgerichtet. Der Entwicklungsstand und die gewachsene globale und regionale Bedeutung Brasiliens sollten stärker berücksichtigt werden.

Als Schwerpunkte der Kooperation wurden 2009 bei Regierungsverhandlungen der Schutz des Tropenwaldes und die Förderung von erneuerbaren Energien vereinbart.

Neben dem Bildungsministerium sind auch das Bundesentwicklungsministerium sowie das Bundesumweltministerium an der Förderung beteiligt. Deutschland hat für die Zusammenarbeit 264 Millionen Euro zugesagt.

Schutz des Tropenwaldes

Der Erhalt der Amazonas- und Küstenregenwälder ist für den Schutz der biologischen Vielfalt und des weltweiten Klimas von großer Bedeutung. 60 Prozent der Gesamtfläche Brasiliens werden von Regenwäldern bedeckt.

Ziel ist es, einen besseren Ausgleich zwischen Brasiliens Interessen an wirtschaftlicher Nutzung des Amazonasgebietes und Belangen des Tropen- und Klimaschutzes zu schaffen. Unter anderem konzentriert sich die Zusammenarbeit darauf, weitere Flächen zum Schutz der indigenen Bevölkerung und weitere Naturschutzgebiete auszuweisen.

Erneuerbare Energien

Deutschland unterstützt Brasilien bei der Umsetzung einer klimaneutralen und nachhaltigen Energiepolitik. Durch politische Beratung und mit Krediten für Investitionen in regenerative Energien unterstützt Deutschland Brasilien beim Einsatz erneuerbarer Energien. Gefördert wird zum Beispiel die Instandsetzung von Kleinwasserkraftwerken und auch die Ausstattung der Fußballstadien mit Solardächern. Damit trägt Deutschland zur Energiesicherheit Brasiliens bei und dient gleichzeitig dem regionalen und globalen Umwelt- und Klimaschutz.

Da Brasilien sich immer stärker als Geber in der Entwicklungszusammenarbeit engagiert, arbeitet Deutschland mit Brasilien auch in der Form von Dreieckskooperationen zusammen. Durch Technologie- und Wissenstransfer wird Brasilien dabei unterstützt, eigene Entwicklungsvorhaben in Drittländern umzusetzen. Auf diese Weise kommen Erfolge der brasilianisch-deutschen Zusammenarbeit auch anderen Ländern zugute.

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