In Kinderheimen gab ich Computer- und Hip-Hop-Unterricht, später auch Gitarren- und Englischunterricht. Vor allem aber spielte ich auch mit den Kindern. Wir bastelten, malten, machten Ausflüge und ich nahm einfach an ihrem Leben teil.
Am Anfang war es nicht einfach, sich dort einzufinden. Da kommt man aus Deutschland mit viel zu naiven Vorstellungen und zu hoch gesteckten Idealen - und leider auch mit einer gewissen Arroganz. Man glaubt, man wüsste es besser. Und man glaubt, man könne die Welt verändern.
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Waisenhaus statt Straße: Elternlose Kindern und Jugendliche haben es besonders schwer.
Foto: Johanna Seitz
Solange man das alles nicht ablegen kann, hat man oft das Gefühl, mit dem Kopf gegen eine Wand zu rennen. Der Punkt ist: Hier funktioniert das Leben anders. Wenn man dann seine deutschen Vorstellungen langsam loslassen und sich für etwas Neues öffnen kann, bemerkt man etwas Erstaunliches: Man hat die ganze Zeit geglaubt, man würde dem Anderen etwas beibringen, dabei hat man selbst am allermeisten gelernt.
Das Jahr in Burundi hat mich sehr verändert und geprägt, und es lässt mich nicht mehr los. So bin ich nun, nur ein halbes Jahr später, wieder für zwei Monate hier. Ich studiere Psychologie und würde auch gerne mein Praktikum hier absolvieren. Ich könnte mir durchaus auch eine berufliche Zukunft in der Entwicklungshilfe hier in Burundi vorstellen.
Auch freue ich mich darüber, dass die Partnerschaft zwischen meiner ehemaligen Grundschule in Kenzingen und der hiesigen Schule zustande gekommen ist. Hierbei einen großen Dank an die Kenzinger Schule, vor allem an die Lehrerin Julia Brandts, die sich mit großem Engagement um diese Partnerschaft sorgt.
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Anlaufstelle für Bildung und Kinderängste: Claire Born
Foto: Claire Born
Mein Name ist Claire Born, ich bin 21 Jahre alt und studiere im zweiten Semester Politische Wissenschaften an der Uni Heidelberg. 2008/09 habe ich zusammen mit drei anderen weltwärts-Freiwilligen ein Jahr in der Fondation Stamm in Burundi verbracht.
In dieser Zeit war ich hauptsächlich in den drei Heimen in Bujumbura beschäftigt. Ich gab Computer- und Englischunterricht sowie Nachhilfe und gestaltete zusammen mit meinen Mitfreiwilligen die Freizeit der Heimkinder.
Dabei wurde gespielt, gebastelt, herumgealbert, diskutiert oder auch gesungen. Im Mutter-Kind-Heim betreute ich die jungen Mütter mit ihren Kleinkindern und kümmerte mich um die Produktion in der Nähstube.
Zu den einprägsamsten Erlebnissen gehört für mich ein zweiwöchiger Aufenthalt im Kinderheim in Ngozi, im Norden des Landes. Dort konnte ich zu den zwölf Jungen sehr schnell ein inniges Verhältnis aufbauen. Im Großen und Ganzen würde ich meine Arbeit als Betreuung von Kindern und Jugendlichen beschreiben.
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Claire hat für "ihre Burundikids" immer ein offenes Ohr:
Foto: Claire Born
Mit der Zeit wurden wir Freiwilligen zu einer Anlaufstelle, um über Probleme und Ängste zu sprechen. Man traf sich auch, um sich über die Kulturen und Traditionen auszutauschen. Die Geschichten und Gefühle, die sich mir offenbarten, sind bis heute unvergessen.
Ich habe in diesen zwölf Monaten vor allem gelernt, umsichtiger zu sein. Auch dass die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ohnehin nicht einfach ist. Und in einem Land wie Burundi, dessen Kultur, Tradition und Sprache so unterschiedlich zu der eigenen ist, erweist sie sich als noch schwieriger.
Dennoch vermisse ich die Zeit mit den burundischen Kindern und Jugendlichen und die dort gewonnenen Freunde sehr. Ich blicke jeden Tag auf die vielen wertvollen Momente zurück, die ich im Herzen Afrikas erleben durfte. Nun hoffe ich, bald für einen Besuch zurückkehren zu können.