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Begeisterung beim Hockey
Foto: Der Club an der Alster
Fußball, Rugby und Cricket – das sind die populärsten Sportarten der Südafrikaner. Jedoch sind die Sportarten bei weißen und schwarzen Südafrikanern unterschiedlich beliebt. Zur Zeit der Rassentrennung waren nicht-weiße Spieler von den Springboks, wie die Rugby-Nationalmannschaft genannt wird, ausgeschlossen. Nach dem Ende der Apartheid und während der Weltmeisterschaft 1995 in Südafrika, wurden sie zum Teil des „Neuen Südafrika“. Unvergessen bleibt der Augenblick, als der damalige Präsident Nelson Mandela, in einem Springbok-Trikot das Endspiel verfolgte – Südafrika gewann die Weltmeisterschaft.
Hockey, eine sehr erfolgreiche Sportart in Deutschland, ist in Südafrika hingegen ziemlich unbekannt.
Der langjährige Bundesligaspieler Delf Ness aus Hamburg und der Deutsch-Südafrikaner Michael Lutzeyer wollen Menschen in südafrikanischen Townships helfen. Deshalb haben sie im Herbst 2009 das soziale Projekt „Alster Grootbos Hockey Foundation“ begonnen.
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Jungen und Mädchen, Schwarze und Weiße - alle spielen gemeinsam
Foto: Der Club am der Alster
Die Kinder und Jugendlichen aus sozial schwächeren Gemeinden im Südwesten von Kapstadt sollen eine Chance auf sozialen Aufstieg erhalten. Sie sollen frei von Rassenkonflikten und sozialen Spannungen gefördert werden und eine Möglichkeit bekommen, in die Gesellschaft integriert zu werden. Fußball wird in Südafrika hauptsächlich von schwarzen und Rugby von weißen Südafrikanern gespielt. Hockey gilt hingegen als unbelastet, so dass hier schwarze und weiße Kinder zusammenkommen können.
Wichtig ist für die Kinder und Jugendlichen, dass sie einen regelmäßigen Tagesprogrammpunkt geboten bekommen, auf den sie sich freuen können. Mit Hockeytraining lassen sich sportliche Werte wie zum Beispiel Fairness, Durchsetzungsfähigkeit und Ausdauer vermitteln. In einem geordneten Rahmen werden ihnen soziale Werte beigebracht und das auf spielerische Weise.
Außerdem werden sowohl Mädchen und Jungen angesprochen.
Neben dem täglichen Hockeytraining im Gansbaai Communal Sports Centre werden unter anderem auch Sprachunterricht und Programme zur Aids-Prävention veranstaltet.
Ness und Lutzeyer nahmen sich das sehr erfolgreiche Projekt der Football Foundation of South Africa und der Grootbos Foundation als Vorbild. In dem Projekt werden im Südwesten von Kapstadt mittlerweile 500 Jugendliche betreut. Zum Hockeytraining kommen mittlerweile über 80 Kinder.
Ness wird bei seinen Bemühungen wesentlich vom Hockeyclub aus Hamburg „Der Club an der Alster“ unterstützt, für den er lange Jahre spielte. Der Club versucht dabei, im Bereich der Infrastruktur, der Organisation und des Personals zu helfen.
Außerdem sichtet der Club auch Trainer für dieses Projekt und bildet sie aus.
Ness versucht auch andere deutsche Hockeyvereine für dieses Projekt zu begeistern. Damit sie Trainer und Spieler vor Ort bereit stellen oder das Projekt mit Hockeyausrüstung oder Geld unterstützen. Die 16- bis 30-jährigen Bewerber aus Deutschland trainieren die Kinder und bilden auch südafrikanische Trainer aus.
Sie besuchen auch Schulen in Südafrika, um für das Hockeyspielen zu werben.
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Auch Konstantin Rentrop trainierte die Kinder
Foto: Der Club an der Alster
Die Trainer bleiben zwei bis drei Monate vor Ort und wohnen in bescheidenen Verhältnissen. Im Vordergrund steht die Möglichkeit, Kindern helfen zu können und ihnen Spaß am Spiel und Lebensfreude zu vermitteln. Die Begeisterung und das Leuchten in den Augen der Kinder sind der unbezahlbare Dank. Für 2010 sind die Kapazitäten für die Trainer aus Deutschland bereits ausgeschöpft.
Per Zufall ergab sich im letzten Jahr ein Kontakt zur deutschen Damen-Hockeynationalmannschaft, als sie auf ihrem Flug ins Trainingslager in Stellenbosch war. Ness lud das Team an einem trainingsfreien Tag ein, um das Projekt zu besuchen. Dabei wurde auch ein Training mit den Kindern durchgeführt. Die Nationalspielerin Lena Jacobi war begeistert von dem Projekt. Sie machte sich ein paar Monate später bereits wieder auf den Weg, um beim Aufbau der Hockeygruppen zu helfen.