Neugierige Jungen drücken sich ihre Nasen an den Scheiben des Eingangs zu ihrem Waisenhaus platt. Sie wedeln mit selbstgebastelten Fähnchen in den deutschen Farben und rufen bereits von weitem "Germany, Germany". Die Kinder des Waisenhauses in Matara im Süden Sri Lankas können es kaum erwarten, die Besucher aus Deutschland willkommen zu heißen.
Die beiden Besucher sind Bernd Kappenstein und Wolfgang Leberecht vom Verein "Aktion Fluthilfe Schwetzingen". Die Kinder, die hier leben, sind durch einen verheerenden Tsunami zu Vollwaisen geworden.
Die ehrenamtliche Hilfsaktion der Schwätzinger entstand kurz danach durch die Vermittlungsstelle der Partnerschaftsinitiative bei der Internationalen Weiterbildung und Entwicklung gGmbH (InWEnt. Die Stadt Schwetzingen ermöglichte somit den Bau des Waisenhauses in Matura. Es ist ein Vorzeigeprojekt geworden und eines von sechs privaten Projekten, die erfolgreich in Sri Lanka durchgeführt werden konnten.
Nach dem verheerenden Tsunami am 26. Dezember 2004 unterstützten zahlreiche Kommunen, Schulen, Vereine und Unternehmen aus Deutschland Projekte zum Wiederaufbau der zerstörten Gebiete und gingen dazu Projektpartnerschaften mit den betroffenen Menschen ein. Gut zwei Drittel der bei ihr gemeldeten Unterstützungsangebote vermittelte die Servicestelle-Partnerschaftsinitiative (bei InWEnt) an Partner vor Ort.
Das Projekt soll nachhaltig wirken
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Auch regelmäßige Mahlzeiten sorgen für gute Verhältnisse
Foto: Aktion Fluthilfe Schwetzingen e.V.
Kappenstein war schon mehrmals Gast in Matara. Beim ersten Besuch im September 2005 fand er noch ein Gelände mit tropischem Bewuchs vor. Vier Jahre später ist ein komplettes hochwertiges Waisenhaus für maximal 30 Jungen entstanden. Direkt nebenan befindet sich eine ebenfalls neu errichtete Schule, die die Waisenkinder besuchen.
Die Zimmer des Waisenhauses sind komplett eingerichtet und es gibt regelmäßige Mahlzeigen. Die 26 etwa gleichaltrigen Kinder sind auf drei Gruppen aufgeteilt.
Geleitet wird das Haus von der 32-jährigen Anusha Pereira. Sie stammt aus Colombo, der Hauptstadt Sri Lankas. Unterstützt wird sie von zwei Betreuungskräften und einem Koch.
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Heimleitung mit Gast Bernd Kappenstein
Foto: Aktion Fluthilfe Schwetzingen e.V.
Außerdem wird der Verein hervorragend vor Ort von Piyasena Hewakandamby unterstützt. Er kümmert sich um die Buchhaltung, Schriftverkehr, Bankangelegenheiten und die Lösung wichtiger Fragen. Sein in Deutschland lebender Sohn Mahesh ist ebenfalls eine wichtige Hilfe für die Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen Schwetzingen und Matara.
Die Menschen sind traumatisiert
Die Gegend um Matara war durch den Tsunami schwer verwüstet worden. Die Menschen sind noch immer traumatisiert und können nicht verstehen, dass das Meer den Menschen so etwas angetan hat. Rund ein Zehntel der 50.000 Einwohner starben damals in Matara.
Das zunächst auf zehn Jahre angesetzte Projekt wird ausschließlich durch Spenden und Patenschaften finanziert: Der Unterhalt und der Betrieb des Hauses kosten jährlich rund 20.000 Euro, so der Verein. Davon ist knapp die Hälfte über Patenschaften abgesichert. Verschiedene Aktionen aus der Bürgerschaft und seitens des Vereins sorgen für zusätzliche Mittel.
Regelmäßige Besuche sollen auch künftig dafür sorgen, dass der gute Kontakt erhalten bleibt und etwaige Sorgen und Nöte oder auch Mängel erkannt werden können.