Die Bundesregierung hat die Mittel für Hilfen in Haiti nochmals erhöht. Um den zahlreichen Obdachlosen schnell eine Unterkunft bereitzustellen, stellt das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) weitere fünf Millionen Euro bereit.
Hiermit werden bis zu 1.500 Notunterkünfte für Familien bis zu acht Personen errichtet. Die Notunterkünfte verfügen über Wasser und sanitäre Einrichtungen. Das Material wird über regionale Märkte beschafft.
Damit erhöht die Bundesregierung die bilaterale Hilfe für Haiti auf insgesamt 15 Millionen Euro. Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel: „Nachdem wir zunächst am dringendsten benötigte Hilfe für Nahrungsmittel und Trinkwasser zur Verfügung gestellt haben, müssen sich als nächstes die Lebensbedingungen der Menschen verbessern. Die auch psychisch schwer in Mitleidenschaft gezogenen Menschen brauchen dringend ein Dach über dem Kopf, um wieder ein Gefühl von etwas Stabilität und Sicherheit zu erhalten“.
Am 12. Januar zerstörte ein Erdbeben mit der Stärke 7,0 in der Hauptstadt Port-au-Prince Wohnhäuser, Schulen, Krankenhäuser und das Parlament. Tausende Menschen starben oder wurden von den Trümmern verschüttet. Haiti ist mit der medizinischen Versorgung der Opfer überfordert. Es gibt weder genügend Ärztinnen und Ärzte noch Medikamente. Besonders von der Katastrophe betroffen sind die Kinder.
Darüber hinaus ist die Bundesregierung an den EU-Hilfen aus Brüssel beteiligt. Bundeskanzlerin Angela Merkel erinnerte in einer ZDF-Spendengala daran, dass die Bundesregierung 20 Prozent (circa 66 Millionen Euro) der 330 Millionen Euro europäischer

Deutschland unterstützt als wichtiger Anteilseigner zusätzlich das von der Weltbank angekündigte Engagement in Höhe von 100 Millionen US-Dollar, um zur Linderung der größten Not beizutragen.
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble ist mit seinen Länderkollegen im Gespräch, um kurzfristig ein deutlich vereinfachtes Nachweisverfahren für Spenden an anerkannte Hilfsorganisationen zu vereinbaren. Dies wurde bereits bei der Tsunami-Katastrophe im Jahr 2005 praktiziert.
Als Spendennachweis für die steuerliche Abzugsfähigkeit soll dann ein Bareinzahlungsbeleg oder ein Kontoauszug genügen, unabhängig von der Höhe der Spende.
Internationale Hilfe ist nach dem schweren Erdbeben in Haiti dringend erforderlich, um die Überlebenden in dem Katastrophengebiet zu versorgen. Das Internationale Komitee des Roten Kreuzes (IKRK) geht davon aus, das ein Drittel der fast zehn Millionen Einwohner auf Hilfe angewiesen ist.
Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) hat eine Liste mit Organisationen zusammengestellt, die zu Spenden für die Erdbebenopfer aufrufen. Alle aufgeführten Organisationen sind geprüft und mit dem Spenden-Siegel zertifiziert.
Viele Hilfsorganisationen aus Deutschland sind vor Ort aktiv. So Brot für die Welt, medico international, Misereor, terre des hommes oder die Welthungerhilfe, um einige zu nennen. UNICEF-Mitarbeiter suchen beispielsweise nach unbegleiteten Kindern. Sie richten für Kleinkinder Schutzzonen und ein Ernährungszentrum für mangelernährte Kinder ein. Gemeinsam mit der Regierung bereitet Unicef eine Impfkampagne für 360.000 Kinder vor, um sie gegen die gefährlichsten Infektionskrankheiten wie Masern, Tetanus und Keuchhusten zu schützen.
Das Deutsche Rote Kreuz hat neben anderen Hilfsgütern eine mobile Basisgesundheitsstation und ein mobiles Krankenhaus ins Katastrophengebiet geschickt. Dies hatte sich bereits bei einem schweren Erdbeben in China hervorragend bewährt.

Ein Team desTechnischen Hilfswerks (THW) bereitet unter anderem in Port-au-Prince Trinkwasser für die notleidende Bevölkerung auf.
Die THW-Experten führen zudem mobile Labore für Wasseranalysen und Ausstattung für die Reparatur von Wasserinfrastruktur mit sich. Mit speziellen Aufbereitungsanlagen werden rund 6.000 Liter Trinkwasser in der Stunde produziert. Damit sind bis zu 30.000 Menschen am Tag mit Wasser versorgt.