Jubiläum

50 Jahre "Brot für die Welt"

Verteilung von Nahrungsmitteln an arme Bevölkerungsschichten in Asien
Brot für die Welt: Nahrungsverteilung in Asien
Foto: Brot für die Welt

Hilfsorganisationen und christliche Hilfswerke bekämpfen nicht nur die akute Not, sondern auch die Ursachen der Armut. Ihre Kampagnen fördern in der breiten deutschen Bevölkerung ein Bewusstsein für die harten Lebensbedingungen, unter denen Menschen in Asien, Afrika und Lateinamerika um ihr Überleben kämpfen. Eines der bekanntesten Hilfswerke ist „Brot für die Welt“, das 2009 auf ein halbes Jahrhundert seines Wirkens zurückblicken kann.

"Brot für die Welt", 1959 in Berlin gegründet, ist eine Hilfsaktion der evangelischen Landes- und Freikirchen in Deutschland. Am 12. Dezember 1959 war die Eröffnung der 1. Aktion "Brot für die Welt" in der Berliner Deutschlandhalle.

Am 1. Advent des selben Jahres riefen die Kirchen zum ersten Mal unter dem Motto "Brot für die Welt" zu Spenden für Arme und Bedürftige in den Ländern des Südens auf. Anlass für die erste Spendenaktion war eine aktuelle Hungersnot in Indien, von der etwa zwölf Millionen Menschen betroffen waren.

Hungerhand - Symbol der Not

Die "Hungerhand" war die erste Bildbotschaft, mit der sich "Brot für die Welt" 1959 an die Mitbürger und Mitbürgerinnen in Deutschland gewandt hat. Sie symbolisierte den in Hunger und Elend versinkenden Menschen, der nach Hilfe greift. Seit dieser Zeit wurden alle "Brot für die Welt"-Aktionen von solchen Bildern begleitet.

Das Plakatmotiv der ersten Aktionen (die so genannte ausgestreckte Hungerhand) Bild vergrößern Plakatmotiv der ersten Aktionen: Die Hungerhand von Brot für die Welt Foto: Brot für die Welt

Bei der ersten Aktion kamen Sammelbüchsen zum Einsatz, auf denen die bis heute bekannte "Hungerhand" des Berliner Künstlers Rudi Wagner zu sehen war. Dazu eine Botschaft: "Wenn Du wieder satt geworden bist, gib 5 Pfennig für die Hungernden".

Der heute seltsam fremd anmutende Satz traf das damalige Lebensgefühl der Deutschen. Trotz des Wirtschaftswunders war ihnen die eigene Hungerzeit nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs noch lebhaft in Erinnerung.

190.000 Exemplare der Broschüre "Brot für die Welt" wurden in der Bundesrepublik und in der damaligen DDR verteilt, Faltblätter in Millionenauflage gedruckt und ausgelegt.

Solidarität über Grenzen hinweg

Am Ende der Aktion hatten evangelische Christinnen und Christen die für damalige Verhältnisse beeindruckende Summe von über 19 Millionen Mark aufgebracht, davon stammten fast 4,8 Millionen Mark aus der DDR. Zu keiner Zeit hatte eine kirchliche Opfersammlung ein besseres Ergebnis erzielt.

In den ersten Jahren bestimmte unmittelbare Nothilfe die Arbeit von "Brot für die Welt". Von Nachhaltigkeit und Entwicklungszusammenarbeit war nur ansatzweise die Rede. Not sollte vorrangig dort gelindert werden, wo sie auftrat.

Der Schwerpunkt der Arbeit lag damals in Indien, wo drei Projekte zur Kinderspeisung und zur landwirtschaftlichen Entwicklung gefördert wurden. Weitere Projektländer waren Hongkong, Kamerun, Ägypten, Jordanien und Indonesien. Auch nach Europa flossen Gelder: In Griechenland zum Beispiel wurde der Bau einer Mütter- und Kinderklinik finanziert.

Eine Erfolgsgeschichte

Brotmobil von Brot für die Welt auf Tour , Brotback Aktion ain der Hamburger InnenstadtBild vergrößern Aufklären über Hunger: Das Brotmobil auf Tour Foto: Brot für die Welt / Böthling

Die Spendenaktion, bei der sich auch viele Prominente engagierten, wurde schnell zu einer dauerhaften Einrichtung gemacht. Sie ist bis heute unter dem Dach des Diakonischen Werkes der EKD angesiedelt. Durch die regelmäßig eingehenden Spenden konnten die Programme kontinuierlich erweitert werden.

Im Laufe der Jahre entwickelte sich die Hilfsaktion so zu einem wichtigen Zweig der diakonischen Arbeit – eine Erfolgsgeschichte. Bis zum Jahr 2007 gingen mehr als 1,8 Milliarden Euro an Spenden ein. Über 20.000 Projekte in Afrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa wurden seit 1959 bewilligt. Derzeit arbeiten von 141 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Ökumenischen Diakonie, 106 für die Aktion "Brot für die Welt".

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