Mit der „Aktion Afrika“ verstärkt Deutschland seit vergangenem Jahr seine kulturelle Zusammenarbeit mit dem Kontinent. Teil der Initiative ist ein Bildungsprogramm der Deutschen Welle (DW).
Aufregend und voller neuer Erfahrungen, so stellen sich die fünf Jungs aus Mosambik das Leben in der Stadt vor und ziehen in eine Wohngemeinschaft. Doch die neue Selbstständig hat auch Schattenseiten. Von Sauberkeit und Hygiene im eigenen Haushalt hält einer von ihnen wenig. Julio wird krank, bekommt sogar Malaria und muss im Krankenhaus behandelt werden.
Die Episode aus dem Leben von Julio und seinen Freunden ist eine der Radionovelas, die die Deutsche Welle für ihr Mitte des Jahres gestartetes Bildungsprogramm „Learning by Ear“ in Afrika produziert hat. Mit seinem neuen Radio- und Internetprojekt will der deutsche Auslandsrundfunk vor allem Jugendliche im Alter von zwölf bis 20 Jahren als Hörer gewinnen.
„Learning by Ear“ orientiert sich an den Interessen der jungen Generation in Afrika: Gesundheit und HIV/Aids, Ausbildung und Beruf, Umweltschutz und Globalisierung, politisches und gesellschaftliches Engagement. Das sind Themen der Radionovelas sowie der Informationssendungen der Deutschen Welle.
Hörfunk-Projekte wie „Learning by Ear“ klären auf, tragen zur Meinungsbildung bei und regen Diskussionen an. Sie zeigen den jungen Menschen, dass auch sie etwas verändern können und die demokratische gewaltlose Auseinandersetzung auch mit brisanten Themen möglich ist.
Ausgestrahlt werden die zehn Minuten langen Beiträge in den Sprachen Kisuaheli, Haussa und Amharisch sowie Englisch, Französisch und Portugiesisch via DW-Radio und die mehr als 200 DW-Partnersender in Afrika.
Das Auswärtige Amt finanziert die DW-Initiative aus Mitteln der „Aktion Afrika“. Damit baut Deutschland seine Kulturarbeit auf dem Kontinent aus. Für das Auswärtige Amt ist Bildung der Schlüssel für Afrikas Entwicklung – und „Learning by Ear“ ein innovatives Projekt. Es schafft die Möglichkeit, junge Zuhörer zu erreichen.
„Es ist klasse, dass die Deutsche Welle Themen für junge Leute so unterhaltsam rüberbringt“, erzählt Anne. Die junge Schauspielerin aus dem Senegal hat für eine Radionovela die Rolle der 16 Jahre alten Angela übernommen, die ungewollt schwanger wird und sich mit HIV infiziert.
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Mosambik: Texte lernen für die Radionovela
Foto: Deutsche Welle / Ute Schaeffer
Authentisch, hörernah und lebendig – von afrikanischen Jugendlichen für afrikanische Jugendliche. „Learning by Ear geht auf spielerische und erzählende Art ernste Themen an“, sagt Ute Schaeffer. Sie ist die Leiterin von DW-Radio Afrika-Nahost.
Und dass die deutschen und afrikanischen Radio-Macher mit ihrem Programm richtig liegen, zeigt eine Hörerreaktion auf eine Novela über ein an Aids erkranktes Mädchen: „Solche Dinge passieren auch hier in Guinea-Bissau. Gute Information ist ein Weg, um Aids zu bekämpfen. Das ist das, was ihr tut – Danke für Eure Arbeit.“
Das Bildungsprogramm der Deutschen Welle erfreut sich in Afrika immer größerer Beliebtheit. Seit 2008 vermittelt es in sechs afrikanischen Sprachen Wissen an junge Afrikaner. Konfrontiert werden junge Hörerinnen und Hörer auch mit komplexen Themen wie Aids, Menschenrechte oder Demokratie. In Kenia werden derzeit neue "Learning by Ear"-Folgen produziert.
Bildung ist auch eine wesentliche Voraussetzung für den Aufbauprozess in Afghanistan. Nach dem Erfolg in Afrika startete die Deutsche Welle 2009 deshalb auch ein umfangreiches Radioprogramm in Afghanistan. Radionovelas für junge Hörerinnen und Hörer werden derzeit für und in Afghanistan produziert. Gesendet wird in den Sprachen Paschtu und Dari. Schwerpunkte des neuen interaktiven Angebots „Learning by Ear für Afghanistan“ sind Bildung, Demokratisierung und der Aufbauprozess des Landes.
Für ihr Bildungsradioprogramm „Learning by Ear“ hat die Deutsche Welle am 4. November in London einen Preis der Association for International Broadcasting (AIB) in der Kategorie „Kreativstes Radio-Format“ erhalten. Ute Schaeffer nahm den Preis für die deutsche Welle in London entgegen.
(Autor: Oliver Sefrin, Magazin Deutschland, FSD Frankfurt/Main)