Der Tropensturm Ketsana hat in Zentralvietnam zu großflächigen Überschwemmungen geführt. Viele Menschen suchten unmittelbar nach dem Einbruch der Katastrophe auf den Dächern ihrer Häuser notdürftig Schutz. Sie werden auch in den nächsten Wochen teilweise im Freien kampieren müssen – ohne Nahrung, medizinische Hilfe und sauberes Trinkwasser. Besonders die Kinder leiden an Magenerkrankungen, Durchfall, Fieber, Erkältungen und anderen Infektionskrankheiten.
Problematisch ist der fehlende Zugang zu sauberem Trinkwasser. Unhygienisches Trinkwasser ist ein Risikofaktor für die Gesundheit.
Die Probleme treten nicht nur bei Naturkatastrophen wie Überschwemmungen und Erdbeben sowie dadurch verursachte Tsunamis auf. Auch bei humanitären Katastrophen, die durch kriegerische Auseinandersetzungen ausgelöst werden, gibt es häufig keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.
In Vietnam ist schnelle Hilfe gefordert. Der Malteser Hilfsdienst ist eine von mehreren internationalen Hilfsorganisationen, die Nothilfe leisten. Dort bereitet das lokale Team von Malteser International die Verteilung von Nahrungsmitteln wie Reis und Öl, von Decken, Moskitonetzen, Hygienkits und Wellblechen vor.
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Trinwasseraufbereitungsanlage wird installiert
Foto: DRK
Außerdem müssen auch kurzfristig Wassertanks installiert werden. Notwendig sind auch Tabletten zur Wasseraufbereitung, Chemikalien zur Wasserreinigung sowie Testgeräte zur Überwachung der Wasserqualität im Katastrophengebiet.
Das Auswärtige Amt hat nach dem Tropensturm Ondroy auf den Philippinen im September 2009 mit einer halben Million Euro geholfen. Damit ist die Bevölkerung medizinisch versorgt und mit dem Nötigsten ausgestattet worden.
Bei kriegerischen Konflikten wird die Bereitstellung der Hilfspakete auch für die Hilfsorganisationen schwieriger und gefährlicher.
Gemäß den Festlegungen der Genfer Konventionen kommt dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz eine einzigartige Sonderstellung zu. Die weltweite Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung verfügt über 97 Millionen Mitglieder in 185 nationalen Gesellschaften. Sie stehen daher nahezu an jedem Ort als kompetente und unparteiische Partnerorganisation bereit.
Die Vereinten Nationen und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben technische Leitlinien erarbeitet, die festlegen, welche Gesundheitsfürsorge auch in Katstrophen gewährleistet werden muss. Die Leitlinien werden regelmäßig angepasst und veröffentlicht.
Als Richtwerte für Trinkwasserversorgung in Flüchtlingslagern wurden beispielsweise folgende Daten festgelegt:
In der Praxis wird dabei unterschieden zwischen hochwertigem Trinkwasser (specialized water) und chloriertem Oberflächenwasser (mass water).
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Aufbereitungsanlage läuft nur mit Kraftstoff
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Die Trinkwasserversorgung in der Erstversorgungsphase nach einer Katastrophe ist für Menschen in Notsituationen eine unmittelbar lebenserhaltende Maßnahme. Sie muss unter größtmöglichen Einsatz sichergestellt werden – häufig ist dafür ein hoher Kraftstoff- und Filtermittelverbrauch notwendig.
Die Art der Maßnahmen im Wasser-Sektor ist grundsätzlich unabhängig von der Einsatzdauer. Es kommt mehr auf die Struktur des versorgten Gebietes an – feste Siedlung oder Camp. Auf jeden Fall handelt es sich um provisorische Maßnahmen, die nicht auf eine dauerhafte Versorgung ausgelegt sind. Sie müssen auf jeden Fall mobil einsetzbar sein. Im Vordergrund steht bei den Maßnahmen die Seuchenprävention.
Die Nothilfe endet mit der Auflösung der Flüchtlingscamps und der Übergabe der Aufbereitungsanlage an die lokalen Behörden. Dann beginnt die Phase der Entwicklungszusammenarbeit.
Forschungsbedarf besteht nach Ansicht der Experten im Bereich Technologien für schwer zugängliche oder stark verunreinigte Gebiete. Hauptproblem ist seltener die Wasserknappheit, da Oberflächenwasser meist ausreichend vorhanden ist. Probleme bereitet eher der mangelhafte Zustand des vorhandenen Wassers.